KI-Labor TUM: Robotik und KI entschlüsseln Krebszellmechanismen
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 13:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forschende der Technischen Universität München (TUM) haben ein neues System zur Erforschung von Krebserkrankungen vorgestellt. Im sogenannten CBoRG Lab wurde der Ansatz der „Embodied Laboratory Intelligence“ entwickelt, der Robotik und künstliche Intelligenz (KI) kombiniert, um die komplexen und teils verborgenen Mechanismen von Krebszellen systematisch zu untersuchen. Die Technologie soll dazu beitragen, biologische Prozesse in Laboren effizienter zu analysieren und neue Behandlungswege zu finden.
Strukturierte Analyse durch sieben Forschungsphasen
Der technologische Ansatz der Münchener Wissenschaftler basiert auf einem strukturierten Verfahren, das insgesamt sieben definierte Schritte umfasst. Den Ausgangspunkt bildet die Erstellung eines spezifischen Zellmodells, das im Labor als Grundlage für die Untersuchungen dient. Dieses Modell wird gezielten Störungen ausgesetzt, um die Reaktion der Zellen zu beobachten.
Die dabei gewonnenen Einzelzell-Daten werden anschließend durch KI-gestützte Systeme analysiert. Ein wesentlicher Teil der Forschung konzentriert sich darauf, Zustandsübergänge innerhalb der Zellen zu identifizieren und die zugrunde liegenden Signalnetzwerke zu entschlüsseln. In der finalen Phase des Prozesses werden aus diesen Erkenntnissen konkrete Interventionsstrategien abgeleitet, die als Basis für zukünftige Therapien dienen könnten.
Autonomie und Standardisierung in der Laborarbeit
Ein zentrales Ziel der Entwicklung im CBoRG Lab ist die Etablierung autonomer Versuchsreihen. Durch den Einsatz der „Embodied Laboratory Intelligence“ sollen Experimente weitgehend selbstständig und in einem hohen Maße standardisiert ablaufen. Die Forschenden betonen dabei, dass trotz des hohen Automatisierungsgrades die menschliche Kontrolle über den gesamten Prozess gewahrt bleibt.
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Die Standardisierung gilt als entscheidender Faktor in der modernen Biologie, um die Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen zu gewährleisten. Durch den Einsatz spezialisierter Robotersysteme können menschliche Fehlerquellen reduziert und die Präzision bei der Durchführung komplexer Versuchsreihen gesteigert werden.
Fortschritte beim Transport biologischer Wirkstoffe
Parallel zu den Fortschritten in der Laborautomatisierung wurden in Kooperation zwischen Helmholtz Munich und der Technischen Universität München Erfolge in der Entwicklung neuer Trägersysteme für Wirkstoffe erzielt. Dabei kommen KI-designte Proteine zum Einsatz, die als sogenannte STVs bezeichnet werden und für den Transport von RNA vorgesehen sind.
In wissenschaftlichen Versuchsreihen erwies sich die Variante STV-C8 in Zellkulturen als effizienter im Vergleich zu herkömmlichen Lipidnanopartikeln. Weiterführende Untersuchungen in Tiermodellen zeigten, dass mit diesen Proteinen eine Expression in der Lunge von Mäusen erreicht werden konnte.
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Zudem gelang im Schweinemodell eine CRISPR-basierte Editierung im Dystrophin-Gen, was die potenzielle Anwendbarkeit dieser Technologie für genetische Interventionen unterstreicht.
Diese Entwicklungen verdeutlichen die zunehmende Integration von künstlicher Intelligenz in die biotechnologische Forschung, sowohl bei der Durchführung von Experimenten als auch beim Design neuer therapeutischer Moleküle. Die Kombination aus autonomer Robotik und präzisen Liefermechanismen für Wirkstoffe markiert einen wichtigen Schritt in der modernen medizinischen Forschung.
