KI-Koalition, Tech-Firmen

KI-Koalition: 25 Tech-Firmen fordern offene Modelle statt Verbote

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 17:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia, Microsoft und Meta warnen in einem offenen Brief vor übereilten Regulierungen und plädieren für Transparenz bei KI-Entwicklungen.

Tech-Giganten fordern offene KI-Modelle statt Verbote
Hightech-Serverraum mit leuchtenden Glasfaserkabeln, die ein offenes KI-Ökosystem darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehr als 25 Technologieunternehmen und Branchenverbände haben sich in einem offenen Brief an die US-Politik gewandt. Ihr Appell: Setzt auf offene KI-Modelle statt auf Verbote.

Offene Gewichte als Schlüssel zur Innovation

Die Unternehmen, darunter Nvidia, Microsoft und Meta, warnen vor übereilten Regulierungen. Offene KI-Modelle – bei denen Entwickler die zugrunde liegenden Parameter einsehen und verändern können – senkten die Einstiegshürden und förderten den Wettbewerb. Zu strenge Auflagen könnten Innovationen ins Ausland treiben, so die Unterzeichner des Schreibens mit dem Titel „Open Weights and American AI Leadership".

Die Liste der Unterstützer liest sich wie ein Who's who der Tech-Branche: IBM, Dell, Palantir, CrowdStrike und ServiceNow sind ebenso dabei wie die Linux Foundation. Auch die Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz und Y Combinator sowie KI-Start-ups wie Mistral, Hugging Face, Perplexity und Mozilla zählen zu den Unterzeichnern.

Die Beteiligung der großen KI-Labore fiel jedoch uneinheitlich aus. OpenAI schloss sich der Initiative erst später an. Anthropic und Google hingegen fehlen auf der Liste.

Sicherheit durch Transparenz

Ein zentrales Argument des Briefes: Geschlossene KI-Modelle sind nicht automatisch sicherer als offene. Im Gegenteil – offene Gewichte ermöglichten einer breiten Forschergemeinschaft, Sicherheitslücken zu identifizieren und zu schließen.

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Nvidia-Chef Jensen Huang warb öffentlich für den Vorstoß. Offene Modelle könnten die Sicherheit in verschiedenen Branchen stärken, schrieb er in den sozialen Medien. Auch Satya Nadella (Microsoft) und Michael Dell (Dell) unterstützen die Forderung nach einem offenen Ökosystem.

Ein Beispiel aus der Praxis: Hugging Face wehrte kürzlich einen Cyberangriff mit einem Open-Source-Modell ab – geschlossene Alternativen hätten hier versagt, so das Unternehmen.

Reaktion auf internationale Spannungen

Der Brief kommt zu einem Zeitpunkt, an dem in Washington heftig über den Umgang mit KI im internationalen Wettbewerb debattiert wird. Erst Anfang des Jahres hatten US-Beamte gewarnt, ausländische Akteure könnten amerikanische Modelle nutzen, um eigene Programme zu beschleunigen.

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Konkret warf Michael Kratsios vom Büro für Wissenschafts- und Technologiepolitik dem chinesischen Entwickler Moonshot AI vor, Destillationstechniken auf Anthropics Fable 5-Modell angewendet zu haben – um daraus das eigene Kimi K3-Modell zu entwickeln.

Die Tech-Koalition verteidigt Destillation – das Trainieren eines kleineren Modells mit den Ausgaben eines größeren – als legitime Entwicklungstechnik. Statt pauschaler Verbote fordern die Unternehmen gezielte rechtliche Rahmenbedingungen gegen unrechtmäßige Datenextraktion.

Die US-Regierung solle lieber den Zugang zu Recheninfrastruktur und Trainingsressourcen ausbauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Elon Musk stellte sich hinter die Koalition – Transparenz und offener Zugang seien entscheidend für die Zukunft der KI-Sicherheit.

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