KI-Kennzeichnung, EU-Kodex

KI-Kennzeichnung: EU-Kodex ab August für generative Systeme

10.06.2026 - 21:52:37 | boerse-global.de

Die EU-Kommission legt den Verhaltenskodex zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte vor. Unternehmen können ab Juli 2026 ihre Rechtskonformität nachweisen.

EU veröffentlicht finalen KI-Kennzeichnungskodex für Unternehmen
KI-Kennzeichnung - A stylized courtroom or legislative chamber with a holographic projection of data and an EU flag, symbolizing AI regulation. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das freiwillige Regelwerk bereitet Unternehmen auf die Transparenzpflichten des EU AI Acts vor, die ab August 2026 gelten.

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Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Der Kodex dient als praktischer Leitfaden für Artikel 50 des AI Acts. Ab dem 2. August 2026 müssen Anbieter und Betreiber generativer KI-Systeme offenlegen, ob Inhalte künstlich erzeugt wurden. Wer den Kodex unterzeichnet und eine positive Bewertung von Kommission und KI-Ausschuss erhält, kann damit seine Rechtskonformität nachweisen.

EU-Kommissarin Henna Virkkunen betont: „Die Bürger haben ein Recht zu erfahren, ob Inhalte, die sie konsumieren, von einer KI erstellt wurden." Der Rahmen schaffe klare Standards für die Kennzeichnung.

Zwei Regelwerke für unterschiedliche Akteure

Das Dokument gliedert sich in zwei Hauptabschnitte:

Für KI-Anbieter gelten Regeln zur maschinenlesbaren Markierung und technischen Erkennbarkeit KI-generierter Inhalte.

Für KI-Betreiber steht die klare Kennzeichnung von Deepfakes und KI-Texten im Vordergrund – insbesondere dann, wenn diese keine menschliche Prüfung durchlaufen haben. Nutzer müssen zudem explizit informiert werden, wenn sie mit KI-Systemen wie Chatbots interagieren. Die EU hat eigens eine Symbolsammlung für diese Kennzeichnung entwickelt.

So läuft der Signaturprozess

Sechs unabhängige Experten erarbeiteten den Kodex gemeinsam mit über 180 Interessensvertretern. Das KI-Büro der EU hat das Dokument nun zur Unterzeichnung freigegeben.

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Unterzeichner werden im Juli 2026 in eine öffentliche Liste aufgenommen – rechtzeitig vor Inkrafttreten der Transparenzregeln. Eine Informationsveranstaltung für Interessierte ist für den 22. Juni 2026 geplant.

Internationale Parallelen

Der EU-Vorstoß fällt mit weiteren regulatorischen Meilensteinen zusammen. In New York trat heute ein Gesetz in Kraft, das Werbung mit „synthetischen Darstellern" kennzeichnungspflichtig macht – also digital erstellte Medien, die echte Menschen imitieren. Verstöße kosten mindestens 1.000 Euro beim ersten Verstoß.

Bereits morgen tritt zudem das Cyber-Resilience-Gesetz der EU in Kraft. Es verpflichtet Hersteller künftig zur Meldung von Software-Sicherheitslücken. Die vollständigen Auflagen mit möglichen Strafen von bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 Prozent des globalen Umsatzes werden für Ende 2027 erwartet.

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