KI-Kartellklage, Konsumenten

KI-Kartellklage: Vier Konsumenten verklagen OpenAI, Google und Anthropic

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 07:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vier US-Konsumenten werfen Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google vor, KI-Verbesserungen durch koordinierte Sicherheitsinitiativen gebremst zu haben.

Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google wegen KI-Absprachen verklagt
Ein leerer, sonnendurchfluteter Gerichtssaal mit polierten Holzbänken und Marmorboden in einer minimalistischen Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Vier US-Konsumenten haben am 18. September 2026 beim Bundesbezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien in San Francisco eine kartellrechtliche Sammelklage gegen Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google eingereicht.

Die Kläger Cheyenne Hunt, Charles Buist, Nick Spetsas und Christine Bullock werfen den Technologiekonzernen vor, durch rechtswidrige Absprachen das Tempo der Weiterentwicklung und Verbesserung ihrer führenden KI-Produkte künstlich gedrosselt zu haben.

Die Klage stützt sich auf einen mutmaßlichen Verstoß gegen Abschnitt 1 des US-Kartellgesetzes Sherman Act. Eine parallele Klage wurde am selben Tag zudem in Texas eingebracht.

Vorwurf der künstlichen Verlangsamung zu Lasten der Abonnenten

Die Kläger treten als zahlende Abonnenten auf und werden von Rechtsanwalt Nick Rowley vertreten. Sie machen geltend, dass ihnen vertraglich in Aussicht gestellte Produktverbesserungen vorenthalten worden seien. Der betroffene Markt umfasst bezahlte Verbraucherabonnements für hochentwickelte KI-Assistenten, darunter ChatGPT, Claude, Grok und Gemini.

Laut der Klageschrift kontrollieren die vier beklagten Konzerne zusammen mindestens 80 Prozent dieses Segments. Exemplarisch verweist die Schrift auf ChatGPT Plus von OpenAI, das rund 20 US-Dollar monatlich kostet.

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Im Rahmen des Verfahrens wird die Zulassung als Sammelklage angestrebt. Die Klägerseite verlangt eine Unterlassungsverfügung gegen die Absprachen sowie die Zuerkennung eines dreifachen Schadensersatzes, wie ihn das US-Kartellrecht bei wettbewerbswidrigem Verhalten vorsieht.

Branchenweiter Aufruf als Auslöser des Rechtsstreits

Als wesentlicher Auslöser der Klage gilt ein rund 3.800 Wörter umfassender Essay von Anthropic-Chef Dario Amodei, der am 12. September 2026 unter dem Titel We Must Pace the Frontier veröffentlicht wurde. Amodei plädierte darin für eine koordinierte Verlangsamung der Entwicklung an der technologischen Grenze und forderte eine branchenweite Zusammenarbeit.

Der Vorstoß stieß bei Führungskräften der Mitbewerber auf Zustimmung: Neben Elon Musk für SpaceXAI signalisierten auch Sam Altman von OpenAI sowie Demis Hassabis von Google DeepMind Unterstützung für Amodeis Haltung.

Bereits am 15. September 2026 hatte OpenAI-Chefstratege Chris Lehane bestätigt, dass OpenAI, Anthropic und Google DeepMind seit Juli 2026 ihre Sicherheitsinitiativen koordinieren. Dies betreffe einheitliche Sicherheitsstandards und die Freigabe von Zwischenprüfungen für unabhängige Gutachter.

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Lehane vertrat die Ansicht, für diesen Austausch sei keine kartellrechtliche Ausnahmegenehmigung erforderlich. Demgegenüber äußerte FTC-Chef Andrew Ferguson Bedenken und bezeichnete eine derartige Koordination als gezielten Bau von Markteintrittsbarrieren.

Kontroverse Debatte über die Regulierung der Branche

Die Vorwürfe treffen auf ein geteiltes regulatorisches Umfeld in den USA. Hassabis hatte bereits im Juli 2026 ein von den USA geführtes Standardisierungsgremium ins Gespräch gebracht.

Dagegen intervenierten Nvidia-Chef Jensen Huang, Meta-Chef Mark Zuckerberg und SpaceX-Chef Elon Musk nach Berichten vom 17. September 2026 bei US-Präsident Donald Trump gegen eine solche Aufsichtsstruktur, woraufhin die Umsetzung ausblieb. Huang verwies darauf, dass keine neuen Gesetze notwendig seien, während Musk Amodeis grundsätzliche Argumentation stützte.

Auch innerhalb der US-Regierung besteht Uneinigkeit: Während Regierungsvertreter wie Susie Wiles, Scott Bessent und Sean Cairncross eine strengere Aufsicht befürworten, plädiert David Sacks für minimale Eingriffe. Das Gerichtsverfahren in Kalifornien dürfte nun prüfen, wo der zulässige Sicherheitsdialog zwischen Anbietern endet und ein kartellrechtswidriges Abbremsen technologischer Innovationen beginnt.

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