KI-Kartell-Klage, Anthropic

KI-Kartell-Klage: Anthropic, OpenAI und Google vor US-Gericht

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vier US-Abonnenten werfen Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google eine kartellwidrige Entwicklungsbremse vor; die Sammelklage ist noch nicht zertifiziert.

Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google wegen KI-Absprachen verklagt
Die Fassade eines modernen Gerichtsgebäudes aus grauem Stein bei bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Vier zahlende Abonnenten haben am 18. September 2026 beim US-Bundesgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien eine Sammelklage gegen Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google eingereicht. Die Kläger werfen den führenden Technologieunternehmen vor, illegale Absprachen getroffen zu haben, um das Tempo der Entwicklung von Spitzenmodellen künstlicher Intelligenz künstlich zu drosseln.

Die Klageschrift unter dem Aktenzeichen 3:26-cv-10693 richtet sich gegen Anthropic PBC, OpenAI OPCO LLC, SpaceXAI und Google LLC, die jeweiligen Betreiber der KI-Dienste Claude, ChatGPT, Grok und Gemini.

Nach Ansicht der Kläger Charles Buist, Nick Spetsas, Cheyenne Hunt und Christine Bullock verstößt die Koordination gegen Abschnitt 1 des Sherman Antitrust Act. Sie stufen das Vorgehen der Konzerne als kartellartige Verabredung zur Einschränkung der Produktionsleistung ein.

Vorwurf der künstlichen Entwicklungsbremse

Die 29-seitige Klageschrift zielt auf eine bundesweite Sammelklasse von US-Nutzern ab, die ab dem 12. September 2026 Einzelabonnements direkt bei den Beklagten erworben haben. Vorgesehen sind zudem separate Unterklassen für jedes einzelne der vier Unternehmen.

Bislang ist die Sammelklage noch nicht formal zertifiziert, und die geforderte Schadenersatzsumme wurde nicht beziffert. Zur Begründung führen die Kläger an, dass die Absprache den tatsächlichen Wert der Abonnements mindere, während die Nutzer weiterhin volle Premium-Preise zahlten.

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Als Auslöser der Entwicklung gilt ein am 12. September 2026 veröffentlichter Essay von Anthropic-Chef Dario Amodei mit dem Titel zur Drosselung der Entwicklung an vorderster Front. Darin skizzierte Amodei einen Drei-Stufen-Plan und schlug eine eng gefasste staatliche Ausnahme vom Kartellrecht für branchenweite Sicherheitsgespräche vor.

Noch am selben Tag signalisierten Sam Altman von OpenAI, Elon Musk für SpaceXAI sowie Demis Hassabis für Google Unterstützung für diesen Vorstoß. Altman erklärte zwei Tage später, OpenAI warte nicht auf eine formelle Ausnahme.

Bereits im Juli 2026 gab es der Klage zufolge eine gemeinsame Erklärung mehrerer Labore sowie eine seither bestehende Arbeitsgruppe, während OpenAI die kartellrechtliche Zulässigkeit intern geprüft habe. Am 15. September 2026 bestätigte Chris Lehane eine bereits wochenlang andauernde Koordination zwischen den Unternehmen.

Debatte über Sicherheitsbedenken und Regulierung

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Die Klägerseite hält dem entgegen, dass Sicherheitsfragen entweder in die alleinige Verantwortung jedes einzelnen Unternehmens fielen oder durch den US-Kongress und staatliche Behörden geregelt werden müssten. Anwalt Nick Rowley betonte im Zusammenhang mit der Klageerhebung, dass künstliche Intelligenz außer Kontrolle geraten könne. Die beklagten Unternehmen gaben am 19. September 2026 zunächst keine offizielle Stellungnahme zu dem Verfahren ab.

Meta und Microsoft sind nicht Teil der Klage. Mustafa Suleyman, Chef der KI-Sparte von Microsoft, verteidigte den Kurswechsel hin zu mehr Sicherheit am 18. September 2026 gegenüber dem Sender CNBC: Der Schritt sei verantwortungsvoll und diene nicht dem Eigennutz der Konzerne. Mark Zuckerberg von Meta lehnte eine koordinierte Verlangsamung hingegen ab und verwies darauf, dass bestehende Haftungsregeln und freier Wettbewerb ausreichend seien.

Auf politischer Ebene sorgt das Thema ebenfalls für Konflikte. Die US-Senatoren Josh Hawley und Ted Cruz blockierten einen Vorstoß für eine kartellrechtliche Ausnahme im Rahmen des Verteidigungshaushaltsgesetzes NDAA. Donald Trump bezeichnete die Regulierung von künstlicher Intelligenz als Schwindel und kündigte die Einsetzung einer eigenen KI-Behörde sowie eines Sonderbeauftragten an.

Mehr zum Thema bei Tom's Hardware: „Anthropic, OpenAI, SpaceXAI, and Google face antitrust lawsuit for agreeing to slow AI development …“

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