KI-Jobverluste, Kündigungen

KI-Jobverluste: 38.579 Kündigungen im Mai – neuer Rekord

06.06.2026 - 22:35:23 | boerse-global.de

Fast 40 Prozent der US-Stellenstreichungen im Mai 2026 sind auf KI zurückzuführen. Der Technologiesektor ist besonders betroffen.

KI verursacht Rekord-Jobverluste in den USA im Mai 2026
KI-Jobverluste - A discarded ID badge on a desk, with a glowing AI interface overlaid, symbolizing job loss due to automation. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Automatisierungswelle erreicht im Mai 2026 einen neuen Höchststand: Fast 40 Prozent aller Stellenstreichungen in den USA gehen auf KI zurück.

Die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA zeichnen ein düsteres Bild. US-Unternehmen strichen im Mai 97.000 Stellen – ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber April. Besonders alarmierend: 38.579 dieser Kündigungen wurden direkt auf künstliche Intelligenz zurückgeführt. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2023.

Die Gesamtzahl der KI-bedingten Jobverluste in den ersten fünf Monaten 2026 liegt bei 87.714. Damit wurde bereits die Marke des gesamten Vorjahres (54.836) deutlich übertroffen. Der Technologiesektor ist mit 38.242 Stellenstreichungen im Mai am stärksten betroffen.

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Wenn der Algorithmus den Trainer ersetzt

Besonders brisant: Die KI-Welle erfasst zunehmend auch Bereiche, die lange als sicher galten. Der Fall des 48-jährigen Fußballtrainers Roberto Moreno zeigt, wie weit die Entwicklung bereits fortgeschritten ist. Moreno wurde beim russischen Klub FC Sotschi entlassen – nach einer Serie von nur einem Punkt aus sieben Spielen.

Was folgte, war ein Skandal: Der ehemalige Sportdirektor Andrei Orlov warf Moreno vor, ChatGPT für die Mannschaftsführung genutzt zu haben. Die Vorwürfe wiegen schwer: Reiseplanungen, die Spieler 28 Stunden ohne Schlaf ließen, und Transferempfehlungen wie die von Artur Shushenachev – der in zehn Einsätzen torlos blieb. Moreno bestreitet zwar, KI für taktische Entscheidungen genutzt zu haben. Der Fall hat jedoch eine grundsätzliche Debatte ausgelöst: Wo hört sinnvolle Technologie auf, wo beginnt die Gefahr für den Arbeitsmarkt?

Tech-Konzerne auf Sparkurs

Die großen Digitalkonzerne treiben den Umbruch selbst voran. Google baute Stellen in der Cloud-Sparte ab, insbesondere in der Bedrohungsanalyse und bei der 2022 übernommenen Sicherheitsfirma Mandiant. Das Ziel: mehr Ressourcen für KI-Entwicklung.

Die Entwicklung bei anderen Branchengrößen ist ähnlich:

  • Meta strich rund 8.000 Stellen im Rahmen einer zehnprozentigen Personalreduktion
  • Anthropic meldet, dass das KI-Modell Claude mittlerweile über 80 Prozent des firmeneigenen Codes schreibt. Die Führungsebene warnt vor einer „rekursiven Selbstverbesserung" – die Komplexität autonomer Aufgaben verdopple sich alle sieben Monate
  • Cloudflare baute über 1.100 Positionen ab

Ruf nach staatlicher Kontrolle

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Die rasanten Veränderungen rufen die Politik auf den Plan. Der US-Senator Bernie Sanders fordert eine 50-prozentige öffentliche Beteiligung an großen KI-Unternehmen. Sein Argument: Die Gewinne der Automatisierung müssten der Allgemeinheit zugutekommen. OpenAI-CEO Sam Altman zeigte sich offen für das Konzept öffentlicher Beteiligung – ohne sich auf Sanders‘ konkrete Zahl festzulegen.

Auch Bildungseinrichtungen reagieren. In New York gilt seit Anfang 2026 ein „Ampelsystem" für KI-Nutzung an Schulen. Die Benotung durch KI ist verboten. Hintergrund: Eine Harvard-Studie ergab, dass 70 Prozent der Studierenden KI inzwischen als ernsthafte Bedrohung für ihre berufliche Zukunft sehen.

Ökonomen sind gespalten. Während einige wie Torsten Slök von Apollo darauf verweisen, dass der US-Arbeitsmarkt im Mai insgesamt 172.000 neue Stellen schuf, warnen andere vor einer wachsenden „KI-Unterklasse". Besonders betroffen: Länder und Branchen außerhalb der KI-Kernwirtschaft. Dort drohen langfristige Arbeitslosigkeit und dauerhafte Steuerausfälle, je mehr Routineaufgaben von autonomen Systemen übernommen werden.

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