KI-Jobverdängung, Altman

KI-Jobverdängung: Altman revidiert – volle Wirkung erst 2100

Veröffentlicht: 05.07.2026 um 17:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Sam Altman revidiert Prognose: Massive KI-Auswirkungen auf Arbeitsmarkt werden erst um 2100 erwartet.

OpenAI-CEO Altman: KI-Jobverdrängung erst in 75 Jahren
KI-Jobverdängung - Eine Roboterhand und eine menschliche Hand, die sich einander nähern, symbolisieren den Einfluss von KI auf die Arbeitswelt und Zusammenarbeit. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Zeitrechnung für die Arbeitswelt

Sam Altman, Chef des KI-Unternehmens OpenAI, hat seine Einschätzung zur Zukunft der Arbeit deutlich revidiert. In einem Gastbeitrag Anfang Juli 2026 argumentiert er, dass die künstliche Intelligenz die materiellen Lebensbedingungen der Menschen zwar in einem Ausmaß verändern werde, das die historische Wirkung der Elektrifizierung übertrifft – doch der volle Effekt auf den Arbeitsmarkt werde sich erst bis zum Jahr 2100 entfalten. Diese Prognose markiert eine Abkehr von früheren düsteren Szenarien, die eine sofortige Verdrängung von bis zu 70 Prozent aller Arbeitsplätze vorhersagten.

Gleichzeitig warnt Altman davor, die Entwicklung zu unterschätzen: Die Branche müsse innerhalb der nächsten 12 bis 24 Monate mit Systemen „außergewöhnlicher Leistungsfähigkeit" rechnen.

Internationale Regulierung als Schlüsselfrage

Angesichts der rasanten Fortschritte schlägt Altman die Gründung eines von den USA geführten internationalen Forums für KI-Standards vor – angelehnt an die Struktur der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Dieser Vorstoß für mehr Kontrolle kommt nicht von ungefähr: Auf Ersuchen der US-Regierung hat OpenAI bereits zugestimmt, die Veröffentlichung seines Modells GPT-5.6 auf einen kleinen Kreis vertrauenswürdiger Partner zu beschränken.

Andere Branchengrößen drängen ebenfalls auf Regulierung. Dario Amodei, CEO des Konkurrenzunternehmens Anthropic, fordert eine Behörde nach dem Vorbild der US-Luftfahrtaufsicht FAA, die befugt sein soll, die Freigabe bestimmter KI-Systeme notfalls zu stoppen. Der scheidende KI-Berater des Weißen Hauses, Sriram Krishnan, warnte hingegen, dass die pessimistische Rhetorik mancher Tech-Führungskräfte eine öffentliche Gegenreaktion gegen die Technologie ausgelöst habe.

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Beschäftigungseffekte: Zwischen Horror und Hoffnung

Die Debatte über KIs Rolle auf dem Arbeitsmarkt bleibt gespalten. Eine aktuelle Analyse von Goldman-Sachs-Ökonom Joseph Briggs prognostiziert, dass KI in den nächsten zehn Jahren rund 15 Millionen Arbeitsplätze in den USA verdrängen könnte – etwa neun Prozent des gesamten Arbeitsmarktes. Die Studie relativiert jedoch: 85 Prozent des Jobwachstums der letzten 80 Jahre seien durch technologische Innovationen angetrieben worden.

Eine Untersuchung des Ramp Economics Lab und Revelio Labs unter 22.000 US-Unternehmen zwischen 2021 und 2026 zeichnet ein ganz anderes Bild. Firmen, die KI aggressiv einsetzen, steigerten ihre Belegschaft innerhalb von zwei Jahren um 10,2 Prozent. Auch die Einstellung von Berufseinsteigern legte um zwölf Prozent zu. Diese Zuwächse zeigten sich typischerweise sechs bis zwölf Monate nach der KI-Einführung – allerdings konzentrierten sie sich auf große, schnell wachsende Technologieunternehmen.

Kalifornien als Frühindikator

Der „California AI Unemployment Tracker" liefert differenziertere Daten. Zwar gab es Mitte 2026 keinen landesweiten Anstieg KI-bedingter Entlassungen. Doch die Arbeitslosenmeldungen unter Hochschulabsolventen in KI-exponierten Berufen blieben im Mai 2026 mit 16.000 pro Monat erhöht – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Niveau vor der flächendeckenden Einführung generativer KI Ende 2022.

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Konzernumbauten und neue Skill-Anforderungen

Der KI-Wandel zwingt Tech-Giganten zum Umdenken. Meta-CEO Mark Zuckerberg räumte ein, dass die KI-Transformation seines Konzerns schwieriger verlaufen sei als erwartet – KI-Agenten kämen langsamer voran als prognostiziert. Nachdem Meta 8.000 Stellen gestrichen hatte, wurden 7.000 Mitarbeiter in KI-Rollen umgesetzt. Der Konzern plant für 2026 Investitionen von umgerechnet rund 130 Milliarden Euro in KI.

Während Routineaufgaben zunehmend automatisiert werden, steigt die Nachfrage nach spezifisch menschlichen Fähigkeiten. Eine Analyse von Draup mit fast drei Millionen Stellenausschreibungen aus dem Jahr 2026 zeigt: Die Nachfrage nach kritischem Denken ist um 35 Prozent gestiegen. Das untermauert den Trend zum „augmentierten Arbeiter" – einer Rolle, die menschliches Urteilsvermögen und Empathie mit KI-Werkzeugen kombiniert.

Neue Sicherheitsfunktionen für ChatGPT

OpenAI hat zudem mehrere neue Sicherheitsfunktionen für ChatGPT eingeführt, darunter eine Alterserkennung und die Möglichkeit, in Notfällen automatisch die Strafverfolgungsbehörden zu kontaktieren. Parallel veröffentlichte das Unternehmen eine Forschungsarbeit zur Bekämpfung von Halluzinationen in KI-Modellen. Diese Entwicklungen fallen in eine Zeit, in der weltweit nur 22 Prozent der Arbeitnehmer ihren Job als sicher empfinden, wie ADP-Manager kürzlich auf Branchenkonferenzen berichteten.

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