KI-Integration, Relevanz

KI-Integration: 97% sehen Relevanz, unter 1% nutzt vollständig

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 09:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

63 Prozent deutscher Unternehmen setzen KI ein, aber nur 15 Prozent verändern damit ihr Geschäftsmodell grundlegend. Die Integration bleibt begrenzt.

Deutsche Unternehmen nutzen KI, doch Transformation bleibt selten
Ein minimalistischer, moderner Industrieraum mit poliertem Betonboden und natürlichem Licht, das durch große Fenster fällt. Illustration mit AI erstellt.

In deutschen Unternehmen ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz weit verbreitet, doch ein tiefgreifender Wandel der Geschäftsmodelle bleibt bislang die Ausnahme.

Wie aus einer gemeinsamen Untersuchung von Strand Partners und Amazon Web Services hervorgeht, nutzen mittlerweile 63 Prozent der deutschen Unternehmen KI. Damit liegt die Bundesrepublik über dem europäischen Durchschnitt, der bei 54 Prozent verzeichnet wird. Gleichzeitig setzen jedoch lediglich 15 Prozent der Betriebe die Technologie auf eine transformative Weise ein, wie die Daten aufzeigen.

Fokus auf Kostenreduktion bremst strategische Neuausrichtung

Die Tendenz, Künstliche Intelligenz vorrangig als operatives Einsparungsinstrument zu begreifen, bestätigen auch Erhebungen des Beratungsunternehmens Slalom. In einer Befragung von 161 Führungskräften in Deutschland sowie 2.000 Entscheidungsträgern weltweit gaben 78 Prozent der deutschen Teilnehmer an, KI vor allem als Werkzeug für Kostenreduktion und Effizienzsteigerung zu betrachten.

Anzeige

Wer sich mit dem strategischen Einsatz von KI befasst, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen der neuen EU-Verordnung kennen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen, Pflichten und Fristen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Dagegen sehen in Deutschland lediglich 39 Prozent der befragten Führungskräfte in der Technologie einen Katalysator, um bestehende Geschäftsmodelle grundlegend neu zu denken. Im internationalen Vergleich liegt dieser Wert mit 48 Prozent deutlich höher. Dr. Stephan Theis von Slalom Germany wies in diesem Kontext darauf hin, dass das strategische Zielbild zwingend vor der Auswahl und Einführung des konkreten Werkzeugs stehen müsse.

Kaum vollständige Integration in den Kernbereichen

Die Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen Bedeutung von KI und ihrer tatsächlichen Durchdringung im operativen Alltag spiegelt sich auch in weiteren Branchenerhebungen wider. Die Studie „Generative KI in der deutschen Wirtschaft 2026“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG unterstreicht diesen Befund.

Anzeige

Neben der prozessualen Integration stellt die KI-Verordnung Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Risikodokumentation und Qualitätssicherung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und was jetzt konkret zu tun ist. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act jetzt herunterladen

Demnach stufen zwar 97 Prozent der Unternehmen die Technologie als relevant ein. Trotz dieser nahezu einhelligen Einschätzung hat bislang jedoch weniger als 1 Prozent der befragten Betriebe generative KI über sämtliche Unternehmensbereiche hinweg vollständig integriert.

Die Erhebungen verdeutlichen damit ein strukturelles Muster in der deutschen Wirtschaft: Während der Einstieg in KI-gestützte Prozesse in der Breite gelungen ist und über dem europäischen Mittelwert rangiert, konzentrieren sich die Anwendungen meist auf isolierte Prozessoptimierungen. Eine ganzheitliche Integration, die Strukturen und Wertschöpfungsmodelle nachhaltig verändert, stellt die Mehrheit der Führungsetagen weiterhin vor große Hürden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70164473 |