KI-Inspektionen, Zeit

KI-Inspektionen sparen 52 Prozent Zeit: Roboter erobern Energiesektor

27.06.2026 - 11:13:18 | boerse-global.de

Der kalifornische Energieversorger SMUD startet ein Pilotprojekt mit dem Roboterhund Astro zur Vermeidung von Stromausfällen.

SMUD setzt Roboterhund Astro zur Überwachung von Umspannwerken ein
KI-Inspektionen - Eine robotische vierbeinige Maschine, ähnlich einem Hund, inspiziert bei Dämmerung ein Umspannwerk mit Transformatoren und Stromleitungen im Hintergrund. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der kalifornische Energieversorger SMUD setzt ab sofort einen vierbeinigen Roboter namens Astro zur Überwachung seiner Umspannwerke ein. Das Tier aus Stahl und Sensoren soll Stromausfälle verhindern.

Am heutigen Samstag startete das staatliche Unternehmen Sacramento Municipal Utility District ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt. Astro ist mit modernster Technik bestückt: einer 4K-Kamera, einer Wärmebildkamera, einem Teilentladungssensor und einem Mikrofon-Array mit 16 Einheiten. Nach Angaben der Betreiber hat der Roboter bereits technische Probleme entdeckt, die vor einem Ausfall behoben werden konnten.

Zwei weitere Roboter folgen

SMUD plant, die Flotte um zwei weitere Einheiten namens Elroy und Judy zu erweitern. Jeder Roboter kostet umgerechnet rund 270.000 Euro. Die Investition dürfte sich lohnen – denn ungeplante Stromausfälle kosten Versorger jedes Jahr Millionen.

Weltweiter Trend zur Roboter-Inspektion

Die Technologie verbreitet sich rasant. In Brasilien setzt der Abwasserkonzern Sabesp seit dem 25. Juni erstmals einen Roboterhund für Kanalinspektionen ein. Das Modell DOM ist mit Gassensoren und HD-Kameras ausgestattet und hat bereits fünf Einsätze in São Paulo absolviert – darunter eine komplexe Inspektion der Unterwasserquerung Santos-Guarujá. Die Maßnahme ist Teil eines Investitionsprogramms von umgerechnet 46 Milliarden Euro bis 2060.

Noch ambitionierter ist der chinesische Staatskonzern State Grid Corporation: Er investiert umgerechnet 900 Millionen Euro in KI-gesteuerte Maschinen und will allein 2026 rund 8.500 Roboterhunde für Netzpatrouillen anschaffen. Branchenexperten erwarten, dass die weltweiten Ausgaben für Robotik in der Versorgungswirtschaft in diesem Jahr die Marke von neun Milliarden Euro überschreiten. Auch China Southern Power Grid ist aktiv: Das Unternehmen exportiert seine spezialisierten „Feiyun"-Roboterhunde bereits nach Chile.

Extremeinsätze in Kälte und Feuer

Anzeige

SMUD spart durch Roboterhunde Millionen – und auch Ihr Netz profitiert von 52 % Zeitersparnis bei Inspektionen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie von Pilotprojekt bis Flottenausbau vorgehen. Jetzt kostenlosen Implementierungsleitfaden anfordern

Die Hersteller treiben die Entwicklung rasant voran. DEEP Robotics präsentierte am 26. Juni sein Modell Lynx M20S – ein Roboter mit Rädern und Beinen, der bei Temperaturen bis minus 30 Grad Celsius und in Höhen von über 5.000 Metern arbeitet. Das 33 Kilogramm schwere Gerät trägt bis zu 35 Kilogramm Zuladung und erreicht 32 km/h.

Am selben Tag zeigte das Unternehmen einen speziellen Feuerwehr-Roboterhund. Er nutzt Impulstechnologie zur Brandbekämpfung und kann aus der Ferne gesteuert werden – ein entscheidender Vorteil in gefährlichen Einsatzszenarien. Die technischen Durchbrüche kommen nicht von ungefähr: DEEP Robotics hatte bereits im Mai einen Börsengang angekündigt.

KI-Plattform spart wertvolle Zeit

Die Roboterhunde werden zunehmend in intelligente Überwachungssysteme eingebunden. Das Unternehmen Percepto launchte am 25. Juni eine KI-gestützte Inspektionsplattform namens AIM. In Tests beim Ölkonzern Chevron sparte die Software, die Daten von Drohnen, Kameras und Satelliten verarbeitet, den Teams 52 Prozent Zeit – Anomalie-Meldungen kamen innerhalb einer Stunde.

Auch die physische Sicherheit wird aufgerüstet: Genasys erhielt am 25. Juni einen Folgeauftrag über 1,8 Millionen Euro für seine LRAD-950NXT-Systeme. Diese ermöglichen ferngesteuerte Überwachung und Schutz von Umspannwerken und arbeiten mit vorhandenen Einbruchmeldesystemen zusammen.

Anzeige

Fachkräftemangel und Sicherheitsrisiken in Gefahrenzonen belasten Ihre Inspektionskosten. Roboterhunde wie Astro arbeiten zuverlässig in Umspannwerken – ohne Personaleinsatz. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Inspektionsflotte ROI-sicher aufbauen. ROI-Rechner und Checkliste jetzt sichern

Forschung für Atom- und Verteidigungssektor

Wissenschaftler der University of Surrey haben eine hyperspektrale Bilderkennung für den Boston-Dynamics-Roboter Spot entwickelt. Die Technik erlaubt es, Materialien präzise zu identifizieren – die Ortungsgenauigkeit verbesserte sich um 16 Prozent. Ein Patent für den Einsatz in Industrie- und Bahnanlagen wurde bereits angemeldet. Die Entwicklung könnte künftig auch in kerntechnischen Anlagen und militärischen Einrichtungen zum Einsatz kommen.

de | wissenschaft | 69638856 |