KI-Infrastruktur, SoftBank

KI-Infrastruktur: SoftBank plant fünf Billionen Dollar jährlich bis 2040

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 22:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Masayoshi Son sieht in der KI-Entwicklung eine historische Neuordnung. SoftBank plant Milliarden für OpenAI und übernimmt ABB-Robotik.

SoftBank-Chef Son: KI-Investitionen von fünf Billionen Dollar jährlich bis 2040
Leuchtendes, komplexes neuronales Netzwerkdesign, das KI symbolisiert, mit subtilen Finanzdaten-Overlays vor futuristischem Tech-Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Tokio – Masayoshi Son, Chef des japanischen Technologiekonzerns SoftBank, hat die aktuelle Entwicklung der Künstlichen Intelligenz als historischen Wendepunkt beschrieben. Auf der hauseigenen Konferenz SoftBank World 2026 in Tokio sprach er am Sonntag von einer grundlegenden Neuordnung globaler Machtverhältnisse – und nicht etwa von einer spekulativen Blase.

Fünf Billionen Dollar jährlich bis 2040

Die Kosten für den Aufbau der nötigen Infrastruktur sind gewaltig. Nach Sons Berechnungen werde die Branche bis 2040 jährlich rund fünf Billionen Dollar investieren müssen. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa dem gesamten Bruttoinlandsprodukt Deutschlands und Japans zusammen.

Die wirtschaftlichen Perspektiven sind laut Son ebenso atemberaubend. KI könnte bis 2040 Einnahmen in Höhe von 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung generieren – das wären rund 46 Billionen Dollar. Die Gewinne der Branche bezifferte er auf 23 Billionen Dollar. SoftBank selbst plant, bis Ende 2026 mehr als 60 Milliarden Dollar in OpenAI zu stecken.

Energiehunger der Rechenzentren

Die physikalischen Anforderungen dieser Technologie sind enorm. Son zufolge werden KI-Rechenzentren irgendwann drei Terawatt Strom benötigen – das ist fast das Doppelte der heutigen globalen Stromproduktion. Für die Übergangszeit setzt der SoftBank-Chef auf Erdgas, langfristig jedoch auf Kernfusion.

Das Ende der menschlichen Vorherrschaft?

Son prophezeit die Verbreitung von 100 Billionen KI-Agenten bis 2040. Diesen Schritt bezeichnete er als Ende der Ära, in der der Mensch als höchste Lebensform auf der Erde gilt. Auch die Robotik-Branche sieht er vor einem Boom: Einzelne Unternehmen könnten demnach Börsenwerte von einer Billion Dollar erreichen.

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SoftBank selbst will die Robotik-Sparte des schwedisch-schweizerischen Konzerns ABB für umgerechnet rund 5,3 Milliarden Euro übernehmen. Das passt zu einem Branchentrend: Erst kürzlich hatte Samsung Electronics seinen Anteil an Rainbow Robotics verdreifacht. Analysten erwarten, dass der Markt für humanoide Roboter bis 2050 auf fünf Billionen Dollar anwachsen könnte.

Warnungen aus der Branche

Doch nicht alle teilen Sons uneingeschränkten Optimismus. Bereits am Samstag hatte Microsoft-KI-Chef Mustafa Suleyman gefordert, KI-Systeme abzuschalten, sobald sie vier bestimmte Fähigkeiten gleichzeitig erreichen: autonomes Handeln, rekursive Selbstverbesserung, unabhängige Zielsetzung und Ressourcenbeschaffung. Solche Systeme müssten mit derselben Strenge reguliert werden wie Atomkraftwerke.

Parallel dazu veröffentlichte eine Gruppe von Nobelpreisträgern – darunter Muhammad Yunus und Maria Ressa – in Rom die Erklärung „Die Menschheit an der Schwelle“. Sie fordert unter anderem ein Verbot unbeaufsichtigter rekursiver KI-Selbstverbesserung und den Ausschluss von KI aus nuklearen Entscheidungsprozessen.

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China verschärft Regeln

Die Volksrepublik China hat im Juli 2026 strengere Kontrollen eingeführt. Neue Vorschriften verbieten KI- oder virtuelle Begleiter für Minderjährige. Plattformen müssen personalisierte KI-Begleitfunktionen deaktivieren, um emotionale Abhängigkeit zu verhindern. Hintergrund sind hohe Nutzungsraten von KI-Agenten auf Diensten von ByteDance und Alibaba.

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