KI-Infrastruktur, CoreWeave

KI-Infrastruktur: CoreWeave sichert 8,5 Milliarden Euro Anleihe

11.06.2026 - 15:57:00 | boerse-global.de

CoreWeave, Apollo und KKR sichern sich Milliarden für KI-Rechenzentren. Neue Finanzierungsmodelle mit GPU-Besicherung verändern den Markt.

KI-Infrastruktur-Boom: Milliarden-Deals von CoreWeave, Apollo und KKR
KI-Infrastruktur - A glowing digital neural network intertwined with financial charts and upward-trending arrows, representing investment in AI infrastructure. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere milliardenschwere Deals verändern diese Woche die Landschaft der KI-Infrastruktur – und zeigen, wie massiv die Nachfrage nach Rechenleistung weltweit wächst.

CoreWeave sichert sich historische Anleihe

Der KI-Infrastrukturanbieter CoreWeave hat am 11. Juni einen Kredit über 8,5 Milliarden Euro abgeschlossen – und das zu Investment-Grade-Konditionen. Erstmals wurde eine Finanzierung, die durch GPU-Infrastruktur besichert ist, mit einem Rating von A3/A-low bewertet. Der variable Zinssatz liegt bei SOFR plus 2,25 Prozent, die Festzinsoption bei 5,9 Prozent. Das ist eine deutliche Verbilligung im Vergleich zu früheren Kapitalbeschaffungen.

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Hinter dem Deal steckt ein rasantes Wachstum: CoreWeave meldete für das erste Quartal einen Auftragsbestand von umgerechnet rund 94 Milliarden Euro. Gestützt wird das unter anderem durch einen Vertrag mit Meta, der bis 2032 läuft und ein Volumen von etwa 20 Milliarden Euro hat. Allerdings ist die Kehrseite imposant: Bei einem Verlust von 700 Millionen Euro im ersten Quartal und Gesamtschulden von 33 Milliarden Euro sind die Kapitalkosten ein entscheidender Hebel.

Die Wirkung zeigt sich bereits bei Partnern: Applied Digital konnte seine Kreditkosten für CoreWeave-Kapazitäten von zehn auf sieben Prozent senken.

Apollo und Blackstone: 33 Milliarden für KI-Rechenleistung

Bereits am 9. Juni startete die AI XPV Platform – ein 33 Milliarden Euro schweres Finanzierungskonstrukt unter Führung von Apollo Global Management, an dem auch Blackstone und mehrere Großbanken beteiligt sind. Ziel ist es, bis 2028 über 20 Gigawatt KI-Rechenkapazität zu finanzieren.

Die erste Transaktion unterstützt eine ein Gigawatt große Erweiterung für das KI-Unternehmen Anthropic, die Mitte 2026 beginnen soll. Die Struktur nutzt eine Zweckgesellschaft, die Anleihen und Eigenkapital begibt – besichert durch Chip-Leasingverträge. Broadcom gibt eine Restwertgarantie für die vorrangigen Schuldtitel, um institutionelle Investoren abzusichern.

Eine zusätzliche Sicherheit liefert eine „Google-Rückendeckung": Der Suchmaschinenriese garantiert Leasingzahlungen von Anthropic für fünf Rechenzentren. Das ermöglichte Entwicklern wie TeraWulf und einem Joint Venture aus Next Frontier und Fluidstack, Anleihen über mehr als 14 Milliarden Euro zu platzieren.

KKR gründet Helix Digital Infrastructure mit Nvidia

Am selben Tag wie CoreWeaves Deal gab KKR die Gründung von Helix Digital Infrastructure bekannt. Das neue Unternehmen startet mit über 9,5 Milliarden Euro an Kapitalzusagen von Investoren wie KKR, der Kuwait Investment Authority, Nvidia und Vistra.

An der Spitze steht Adam Selipsky, ehemaliger Chef von Amazon Web Services. Helix will Hyperscale-Cloud-Anbietern eine Komplettlösung aus Rechenzentrum, Stromversorgung und Konnektivität bieten. Nvidia fungiert als strategischer Technologiepartner, Vistra als bevorzugter Stromlieferant.

AMD-Ökosystem holt auf

Nicht nur Nvidia profitiert vom KI-Boom. Am 10. Juni sammelte TensorWave, ein Spezialist für AMD-basierte KI-Cloud-Dienste, 330 Millionen Euro in einer Series-B-Finanzierungsrunde unter Führung von Magnetar und AMD Ventures ein.

Das Geld fließt in den Aufbau großer Cluster mit den AMD Instinct MI325X- und MI355X-GPUs. TensorWave betreibt bereits den größten reinen AMD-KI-Cluster Nordamerikas und plant, seine Rechenzentrumskapazität auf über zwei Gigawatt auszubauen.

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Projektfinanzierung wird zum Standard

Die jüngsten Deals markieren eine Trendwende: KI-Rechenzentren werden zunehmend wie Projektfinanzierungen behandelt – nicht mehr wie klassische Unternehmenskredite. Analysten von Citi beobachten, dass sich die Kreditspannen bei bestimmten Rechenzentrumsanleihen ausweiten, etwa bei Microsoft-Projekten. Investoren kalkulieren spezifische Refinanzierungsrisiken und Tilgungsstrukturen ein.

Das Volumen ist gewaltig: Morgan Stanley erwartet, dass sich das globale Volumen KI-bezogener Anleihen 2026 auf rund 540 Milliarden Euro verdoppelt. Amazon zog am 10. Juni mit einem eigenen Kredit über 16,5 Milliarden Euro nach – für den weiteren Ausbau seiner Infrastruktur.

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