KI-Infrastruktur, Arm

KI-Infrastruktur: Arm schlägt x86 mit 53 Milliarden Dollar

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 13:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erstmals übertreffen Arm-basierte Server die x86-Architektur bei KI-Ausgaben. Nvidia treibt den Wandel mit der Vera-Rubin-Plattform voran.

KI-Infrastruktur: Arm-Server überholen x86-Systeme erstmals
Moderne Hochdichte-Rechenzentrum-Serverracks mit blauen Leuchten für KI-Infrastruktur Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Markt für KI-Infrastruktur wächst rasant – und erlebt einen historischen Architekturwechsel. Erstmals haben Arm-basierte Server die traditionellen x86-Systeme bei KI-Beschleunigern überholt.

Laut aktuellen IDC-Zahlen für das erste Quartal 2026 erreichten die globalen Ausgaben für KI-Infrastruktur 89,7 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 33,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Großteil entfiel mit 87,6 Milliarden Dollar auf Server-Hardware, Speicherlösungen machten lediglich 2,2 Milliarden Dollar aus.

Arm schlägt x86: 53 Milliarden Dollar für Non-x86-Systeme

Der entscheidende Wendepunkt: Non-x86-beschleunigte Server, die überwiegend auf Arm-Architektur setzen, verbuchten 53 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: x86-basierte Systeme kamen nur auf 34,6 Milliarden Dollar. Ein klares Zeichen, dass sich das Kräfteverhältnis im Rechenzentrum grundlegend verschiebt.

Regional bleiben die USA mit 67,9 Milliarden Dollar (75,7 Prozent) der mit Abstand größte Markt. China folgt mit 7,8 Milliarden Dollar. Das stärkste Wachstum verzeichnet die Region Naher Osten und Afrika: Die Ausgaben schossen um 233 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar in die Höhe. Auch der asiatisch-pazifische Raum (ohne Japan und China) legte um 62 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar zu, Westeuropa investierte 5,1 Milliarden Dollar.

Prognose: 497 Milliarden Dollar für 2026 erwartet

Die Marktforscher haben ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026 auf 497 Milliarden Dollar angehoben. Zum Vergleich: 2024 waren es 153 Milliarden, 2025 bereits 318 Milliarden Dollar. Bis 2030 soll der Markt auf 1,21 Billionen Dollar anwachsen – bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 30 Prozent.

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Nvidia treibt Arm-Ökosystem mit Vera Rubin voran

Treiber des Arm-Booms ist Nvidias neue Plattform Vera Rubin, die kürzlich in die Serienproduktion gegangen ist. Herzstück: die kundenspezifische Arm-basierte Vera-CPU mit 88 „Olympus“-Kernen und 176 Threads. Sie bietet bis zu 1,2 TB/s LPDDR5X-Speicherbandbreite und 1,8 TB/s über NVLink-C2C-Verbindungen.

Erste Leistungsdaten von Partnern wie CoreWeave zeigen: Das Vera-Rubin-NVL72-System liefert beim Betrieb des DeepSeek-R1-Modells zehnmal mehr Tokens pro Watt als die Vorgängergeneration Grace Blackwell. Die Vera-CPU selbst soll bei agentischen KI-Aufgaben 1,9-mal schneller sein und eine sechsfach bessere Latenz bieten als klassische x86-Architekturen.

Nvidia hat die Vera-Chips bereits an OpenAI, Anthropic und SpaceX ausgeliefert. Der Konzern hält weiterhin 80 bis 81 Prozent des KI-GPU-Marktes für Rechenzentren und visiert nun einen Server-CPU-Markt an, der auf 200 Milliarden Dollar geschätzt wird. Erste Partnersysteme auf Rubin-Basis sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 verfügbar sein, Cloud-Einsätze werden bei AWS, Google Cloud und Microsoft erwartet.

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AMD holt auf: 46 Prozent Marktanteil bei x86-Servern

Während Arm im KI-Beschleunigersegment die Nase vorn hat, kämpft AMD im klassischen x86-Servermarkt zurück. Der Marktanteil des Chipherstellers ist dort auf 46 Prozent gestiegen – vor fünf Jahren waren es gerade einmal acht Prozent. Verantwortlich dafür sind die EPYC-Prozessoren und die Helios-Rack-Plattform für KI.

Helios kombiniert 72 Instinct-MI455X-GPUs mit Venice-EPYC-CPUs und erreicht bis zu 2,9 Exaflops FP4-Leistung. Microsoft hat bereits einen Vertrag über den Einsatz dieser Racks für große KI-Inferenzaufgaben auf Azure abgeschlossen. Der Deal umfasst Hunderttausende GPUs und wird auf fünf bis zehn Milliarden Dollar geschätzt.

Branchenbeobachter sehen AMD als wichtigsten Konkurrenten für KI-Server-CPUs im Unternehmensumfeld. Broadcom und Marvell gelten als führend bei kundenspezifischen KI-Prozessoren beziehungsweise optischer Konnektivität. Ungeachtet des Architekturwandels: 92 Prozent aller Organisationen integrieren inzwischen KI in ihre Softwareentwicklung – viele setzen dabei auf offene Ökosysteme, um die Einführung zu beschleunigen.

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