KI in Deutschland: Zwei Drittel der Betriebe verzichten darauf
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 10:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSKI-Nutzung bleibt in Betrieben begrenzt
- Zwei Drittel der Betriebe verzichteten im zweiten Halbjahr 2025 auf Künstliche Intelligenz.
- Die Erhebung stammt vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit.
- Jeweils rund ein Drittel nannte fehlendes Wissen, Fachkräfte, kompatible IT-Systeme oder ausreichende Daten als Hürde.
Deutsche Betriebe verzichten häufig auf KI
Zwei Drittel aller Betriebe in Deutschland haben im zweiten Halbjahr 2025 auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz verzichtet. Fast 90 Prozent dieser Unternehmen sahen keine geeignete Einsatzmöglichkeit.
Fehlende Anwendungsfälle bremsen Einsatz
Das geht aus einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor, einer Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. IAB-Forscher Christian Kagerl erklärte, ein Teil des KI-Potenzials sei bislang noch ungenutzt oder nicht in konkrete betriebliche Anwendungsfälle übersetzt.
Jeweils rund ein Drittel der Betriebe nannte fehlendes Wissen, fehlende Fachkräfte, nicht kompatible IT-Systeme sowie nicht verfügbare oder unzureichende Daten als Gründe für den Verzicht.
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Industrie steht vor größeren Hürden
Die Hindernisse erscheinen in der Industrie größer als im Dienstleistungssektor. Im Finanz- und Gesundheitswesen werden häufig Datenschutzanforderungen als Grund genannt, Künstliche Intelligenz nicht einzusetzen.
Potenzial bleibt ungenutzt
Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Einführung von KI in vielen Betrieben nicht allein an der technischen Verfügbarkeit scheitert. Entscheidend sind auch geeignete Prozesse, qualifizierte Beschäftigte, belastbare Daten und IT-Systeme, die neue Anwendungen unterstützen.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Lücke zwischen der öffentlichen Aufmerksamkeit für Künstliche Intelligenz und ihrer praktischen Nutzung in deutschen Betrieben. Entscheidend ist dabei nicht nur die technische Verfügbarkeit, sondern ob Unternehmen einen konkreten wirtschaftlichen oder organisatorischen Nutzen erkennen.
Dass fast 90 Prozent der nicht nutzenden Betriebe keine geeignete Einsatzmöglichkeit sehen, deutet auf ein Umsetzungsproblem hin. KI lässt sich nicht unabhängig von Arbeitsabläufen, Datenqualität und vorhandenen IT-Systemen einführen. Wo Prozesse wenig standardisiert sind oder verlässliche Daten fehlen, entstehen zusätzliche Kosten und Haftungsfragen.
Hürden unterscheiden sich nach Branchen
Die Unterschiede zwischen Industrie und Dienstleistungen dürften für die weitere Entwicklung eine wichtige Rolle spielen. In der Industrie können veraltete oder nicht kompatible Systeme Investitionen in neue Anwendungen bremsen. Im Finanz- und Gesundheitswesen kommen besonders hohe Anforderungen an Datenschutz und den Umgang mit sensiblen Informationen hinzu.
Für Beschäftigte und Unternehmen bedeutet das: Der Ausbau von KI wird voraussichtlich weniger durch einzelne Softwareangebote als durch Fachwissen, Weiterbildung, Datenstrukturen und sichere Anwendungen bestimmt. Die Erhebung macht zugleich sichtbar, dass politische und betriebliche KI-Strategien nicht nur auf Innovation, sondern auch auf konkrete Einsatzfälle und deren Voraussetzungen zielen müssen.
