IT-Betrieb, Teams

KI im IT-Betrieb: 71% der Teams berichten von gestiegener Arbeitslast

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 17:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI beschleunigt IT-Abläufe und senkt manuelle Aufgaben, doch Wartung, Kontrolle und neue Vorgaben halten die Arbeitslast vieler Teams hoch.

KI in der IT: Weniger Fehler, aber mehr Überwachungsaufwand
Reihen von leeren, dunklen Serverracks in einem modern beleuchteten Rechenzentrum, die den technischen Wartungsaufwand symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Die Integration von Künstlicher Intelligenz in betriebliche IT-Prozesse führt nicht zwingend zu einer spürbaren Entlastung der Belegschaft. Eine Untersuchung von SolarWinds unter mehr als 800 Fachleuten aus dem IT-Service-Bereich zeigt auf, dass 71 Prozent der IT-Teams seit der Einführung von KI-Lösungen eine gleichbleibende oder sogar gestiegene Arbeitslast verzeichnen. Obwohl automatisierte Systeme operative Prozesse beschleunigen, entstehen an anderen Stellen neue Aufgabenbereiche.

Zeitersparnis bei der Fehlererkennung trifft auf neuen Wartungsaufwand

Im Zentrum der technologischen Erwartungen steht meist die Verkürzung von Reaktionszeiten. Die Erhebung von SolarWinds belegt, dass der Einsatz entsprechender Werkzeuge zu einer Einsparung von mindestens drei Stunden bei der Erkennung von Vorfällen und Problemen führt.

Gleichzeitig verschieben sich die personellen Kapazitäten jedoch in die Betreuung der Systeme selbst: Vier von fünf IT-Profis wenden wöchentlich drei oder mehr Stunden für die Wartung und Überwachung der eingesetzten KI auf.

Dieser Trend zur Verlagerung von Tätigkeiten spiegelt sich auch in branchenweiten Analysen wider. Ein Bericht von New Relic für das Jahr 2026 hebt hervor, dass der Einsatz von AIOps die Produktivität in Entwicklungs- und Betriebsabteilungen durch die Automatisierung komplexer Observability-Aufgaben steigert.

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Während KI-gestützte Incident-Erkennung sowie Ursachenanalysen den manuellen Aufwand senken und Software-Auslieferungszyklen beschleunigen, erfordert der laufende Betrieb der Modelle kontinuierliche Aufsicht.

Branchenweite Produktivitätseffekte und Personalstrukturen

Unternehmen, die Automatisierungsansätze im großen Maßstab anwenden, berichten von deutlichen Verschiebungen in den Projektabläufen. Im Rahmen eines Projekts von Fujitsu und der Sony Bank verkürzte der Einsatz generativer KI auf Basis von Anthropic Claude, Claude Code und AWS Bedrock die Kernbankentwicklung von Basisdesign bis Integrationstest mit Stand Juli 2026 um 30 Prozent.

Die Arbeitslast verringerte sich dabei um 40 Prozent. Bei der Quellcode-Generierungsrate wurde ein Wert von 99 Prozent verzeichnet, während detaillierte Designs um 40 Prozent und sowohl Impact-Analysen als auch Integrationstests um 90 Prozent verkürzt wurden.

Die Auswirkungen auf den Personalbedarf gestalten sich derweil differenziert. IT-Dienstleister Cognizant gab über CFO Jatin Dalal an, dass 40 Prozent der Arbeit im Software-Engineering KI-gestützt ablaufen. Die Gesamtbeschäftigung verharrte im Zeitraum 2025 bis 2026 flach und soll für die kommenden 18 bis 24 Monate in einer engen Spanne bleiben.

Bei Wipro erklärte Chief Technology Officer Sandhya Arun, dass interne KI-Programme zusätzliche Kapazitäten im Umfang von 20.000 Vollzeitstellen geschaffen haben. Diese führten nicht zu Entlassungen, sondern zu einer internen Umverteilung, während bei einem Personalstand von rund 243.000 Mitarbeitern im Juni 2026 über 100.000 Beschäftigte für entsprechende Technologien geschult wurden.

Wirtschaftlichkeit und neue administrative Anforderungen

Wirtschaftlichkeitsberechnungen weisen auf ein signifikantes Potenzial autonomer Ticketbearbeitung hin. Eine Forrester-Studie für Atera ergab für die Lösung Robin by Atera über drei Jahre einen Return on Investment von 321 Prozent und einen Kapitalwert von 5,5 Millionen US-Dollar bei einer Amortisationszeit von unter sechs Monaten.

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Eine Modellorganisation mit 2.500 Mitarbeitern und einem 30-Personen-Service-Desk realisierte dabei 7,3 Millionen US-Dollar Nutzen bei 1,7 Millionen US-Dollar Kosten, wobei die autonome Ticketlösung von 60 Prozent im ersten Jahr auf 90 Prozent im dritten Jahr stieg.

Dennoch sehen sich Organisationen mit beträchtlichen Kontrollaufgaben konfrontiert. Eine Untersuchung von Veeam legt offen, dass 70 Prozent der Unternehmen in der EMEA-Region KI-Workflows mit sensiblen Daten ohne vollständige Aufsicht betreiben.

In Deutschland gaben sogar 81 Prozent der befragten Betriebe an, entsprechende Workflows ohne lückenlose Überwachung laufen zu lassen, während 79 Prozent unkontrollierte Abläufe meldeten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit manueller Steuerung, die erklärt, warum der administrative Aufwand für IT-Teams trotz technologischer Fortschritte auf hohem Niveau verharrt.

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de | wissenschaft | 70099938 |