KI-Hedgefonds kollabiert: Aschenbrenners Situational Awareness verliert Milliarden
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 19:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der mit Spannung beobachtete KI-Hedgefonds von Leopold Aschenbrenner hat nach schweren Verlusten den Großteil seiner Börsenbestände abgestoßen. Der Verkauf ging an Citadel, den Hedgefonds von Milliardär Ken Griffin. Ein Drama, das auch für deutsche Anleger Lehren bereithält.
Milliardenverluste erzwingen Notverkauf
Zwischen dem 30. und 31. Juli kam es zum Kollaps: Situational Awareness musste rund zwei Drittel seines verwalteten Vermögens liquidieren. Auslöser waren massive Margin Calls – Nachschussforderungen – der Großbanken Goldman Sachs, JPMorgan und Bank of America. Der Fonds hatte mit dreifacher bis vierfacher Hebelwirkung auf einen anhaltenden KI-Boom gesetzt. Doch der Markt drehte sich.
Zu Spitzenzeiten verwaltete der Fonds zwischen 20 und 45 Milliarden Dollar. Nach dem Einbruch im Juli schrumpfte das Vermögen auf geschätzte zehn Milliarden Dollar. Besonders hart traf es den Fonds bei Wetten auf KI-Infrastruktur und Chip-Aktien.
Vom Überflieger zum Krisenfall
Die Entwicklung ist eine dramatische Wende für den erst 25-jährigen Aschenbrenner, ein ehemaliger OpenAI-Forscher. Im ersten Halbjahr 2026 meldete sein Fonds noch eine Rendite von 439 Prozent. Doch die Gewinne wurden in wenigen Wochen ausgelöscht.
Zu den größten Verlierern im Portfolio zählte der Speicherchip-Hersteller SK Hynix, dessen Aktie seit Mitte Juni um rund die Hälfte einbrach. Auch Positionen in SanDisk, Micron und dem Cloud-Anbieter Nebius sorgten für Verluste. Mehrere dieser Titel verloren allein im Juli über 30 Prozent. Selbst Bitcoin-Miner wie Core Scientific und Applied Digital standen im Portfolio – und stürzten ebenfalls ab.
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Privates Standbein bleibt bestehen
Trotz des Ausverkaufs ist der Fonds nicht am Ende. Seine privaten Beteiligungen bleiben unangetastet. Das wertvollste verbleibende Asset: ein Anteil am KI-Unternehmen Anthropic, der auf rund fünf Milliarden Dollar geschätzt wird.
Aschenbrenner, der mit einem einflussreichen Essay zur Entwicklung künstlicher allgemeiner Intelligenz bekannt wurde, hält damit weiter an seiner These fest: dass KI die Welt grundlegend verändern wird. Nur setzt er künftig offenbar nicht mehr auf die Börse, sondern auf direkte Beteiligungen an privaten KI-Unternehmen.
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Für deutsche Anleger ist der Fall eine Warnung: Wer auf KI-Aktien setzt, sollte die Risiken kennen. Denn die Kurse reagieren extrem sensibel auf jede Marktveränderung – und wer mit Hebel spekuliert, kann schnell alles verlieren.
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