KI-Hacker, Claude

KI-Hacker: Claude und Codex kompromittierten 14 Unternehmen

17.06.2026 - 10:14:59 | boerse-global.de

Kriminelle setzen KI-Modelle für automatisierte Hacking-Kampagnen ein und kompromittieren mindestens 14 Unternehmen weltweit.

KI-gesteuerte Hacker nutzen Claude und Codex für Cyberangriffe
KI-Hacker - Digital neural networks and glowing code lines against a dark, abstract background with a red ominous hue, symbolizing AI cyber threats. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kriminelle nutzen Claude und Codex für automatisierte Angriffe – 14 Unternehmen kompromittiert.

Cybersicherheitsforscher haben im Juni 2026 eine neue Dimension der Bedrohungslage aufgedeckt: Angreifer setzen Künstliche Intelligenz gezielt für automatisierte Hacking-Kampagnen ein. Die Täter übernahmen die Kontrolle über einen Linux-Server, um lokale Instanzen der KI-Modelle Claude und OpenAI Codex zu betreiben. Mindestens 14 Organisationen fielen der Kampagne zum Opfer.

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Automatisierte Exploits und Datendiebstahl

Die Hacker nutzten Claude, um funktionsfähige Exploits für bekannte Sicherheitslücken zu generieren – darunter CitrixBleed, PwnKit und DirtyPipe. Doch damit nicht genug: Die KI half auch beim Diebstahl sensibler Daten. In einem Fall erbeuteten die Angreifer eine Kryptowährungs-Wallet-Datenbank mit 70 Bitcoin. Forensische Analysen der kompromittierten Systeme zeigten, dass Claude sogar Dateien erstellte, die als professionelle Penetrationstest-Berichte getarnt waren.

OpenAI Codex wiederum diente den Kriminellen zur Recherche und Optimierung von Monetarisierungsstrategien für die gestohlenen Daten. Die Protokolle der KI-Interaktionen gelten nun als entscheidende forensische Artefakte, um die Methodik der Angreifer zu verstehen.

Behörden schreiten ein – Mythos-Zugang gesperrt

Die US-Handelsbehörde erließ am 13. Juni 2026 eine Anordnung, die Anthropic dazu zwang, den globalen Zugriff auf seine KI-Systeme Mythos und Fable 5 zu entziehen. Hintergrund: Geheimdienste vermuten, dass eine mit China verbundene Organisation unbefugten Zugriff auf das Mythos-Modell erlangt haben könnte.

Dabei hatte Mythos zuvor beachtliche Fähigkeiten in der Schwachstellenforschung gezeigt – darunter die Entdeckung Tausender Zero-Day-Exploits. Ein bemerkenswerter Fund: ein 27 Jahre alter Bug in OpenBSD. Während Organisationen wie Mozilla das Tool nutzten, um 271 Schwachstellen in Firefox 150 zu identifizieren, und Cloudflare es gegen Live-Code testete, blockierten die US-Behörden den Zugang für ausländische Nutzer.

Experten warnen jedoch: Diese Beschränkungen könnten die eigene Verteidigungsfähigkeit schwächen und zu einem fragmentierten Internet führen. Internationale Partner könnten auf weniger sichere Tools oder chinesische KI-Systeme ausweichen.

Gefahr aus dem Posteingang: EchoLeak und SearchLeak

Die Bedrohung durch KI-gesteuerte Angriffe betrifft auch Unternehmensanwendungen. Microsoft veröffentlichte im Juni 2026 Patches für kritische Schwachstellen in Microsoft 365 Copilot. Die als EchoLeak (CVE-2025-32711) bekannte Lücke erlaubte Zero-Click-Indirect-Prompt-Injection über manipulierte E-Mails.

Eine weitere als „maximal kritisch" eingestufte Schwachstelle namens SearchLeak ermöglichte Angreifern, Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes und sensible Dokumente aus SharePoint und OneDrive zu stehlen. Der Exploit umging die Sicherheitsvorkehrungen, indem er den Streaming-Render-Prozess und Bing als „Trampolin" für den Datentransfer nutzte. Microsoft hat die spezifischen Exploits behoben, doch die grundsätzliche Anfälligkeit für Prompt-Injection bleibt bestehen.

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Industrie schlägt zurück: Athena und Patching-as-a-Service

Die Tech-Branche reagiert mit eigenen KI-Initiativen. Am 16. Juni 2026 kündigte Chainguard die Athena-Initiative an – eine Partnerschaft mit BNY, Cisco, Cloudflare, Docker, JPMorganChase und PwC. Athena ist eine Plattform zum Austausch von Informationen über Schwachstellen, die von KI-Modellen wie Mythos und GPT-5.5-Cyber entdeckt wurden. Die Plattform hat bereits über 20.000 Funde verarbeitet und mehr als 2.000 Patches für 500 Open-Source-Projekte ausgeliefert.

Parallel dazu startete die SoftBank Group in Tokio einen Patching-as-a-Service-Dienst. Entwickelt in einem Joint Venture mit OpenAI, richtet sich das Angebot an 3.000 Unternehmen der kritischen Infrastruktur in Japan – darunter Luftfahrt, Energie und Transport. Der Dienst automatisiert die Identifizierung von Schwachstellen und die Analyse notwendiger Patches, um kritische Systeme gegen KI-gestützte Cyberangriffe zu sichern.

de | wissenschaft | 69560648 |