KI-Forschung: Claude übernimmt 26 Prozent der internen Aufgaben
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 03:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das KI-Unternehmen Anthropic lässt einen wachsenden Teil seiner eigenen Modelltechnologie durch künstliche Intelligenz mitgestalten. Nach internen Metriken zur Automatisierung von Forschung und Entwicklung liegt der Anteil des hauseigenen Sprachmodells Claude an den internen Modell-F&E-Aufgaben mit Stand August 2026 bei 26 Prozent.
Rund 90 Prozent der gesamten Forschungs- und Entwicklungsarbeit finden inzwischen in Zusammenarbeit mit Claude statt. Das System wirkt dabei an der Entwicklung der nächsten, intelligenteren Modellgeneration mit, agiert bislang jedoch nicht vollautonom.
Stufen der Automatisierung und Einsatz von Agenten
Zur Erfassung des Automatisierungsgrads nutzt Anthropic eine Skala von AL0 bis AL5. Über 90 Prozent der F&E-Aufgaben erreichen mindestens die Stufe AL3. Bei 26 Prozent der Aufgaben übernimmt das Modell auf Stufe AL4 die Führung bei der Durchführung.
Wer sich mit dem Einsatz solch fortschrittlicher Technologien befasst, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Die Stufe AL5, die für eine vollautonome Bearbeitung steht, wird hingegen bei keiner Aufgabe erreicht. Als Datengrundlage für diese Auswertung dienten rund 15.000 F&E-Aufgaben aus dem Juli 2026.
Die praktische Umsetzung stützt sich auf eine breit angelegte Infrastruktur automatisierter Einheiten: Mit Stand August 2026 sind etwa 30.000 Agenten für Aufgaben in Forschung und Engineering im Einsatz.
Bei den automatisierten Abläufen greifen Kontrollmechanismen ein, um unerwünschte Aktionen zu unterbinden. Von mehr als einer Milliarde getroffener Agenten-Entscheidungen wurden 0,002 Prozent – umgerechnet eine von 47.000 Entscheidungen – durch die interne Überwachung blockiert.
Rechenleistung für Sicherheit und geplanter Börsengang
Die Automatisierung macht sich auch beim Ressourcenbedarf bemerkbar. In der Woche vom 13. bis zum 20. Juli 2026 wendete Anthropic 6 Prozent der Rechenleistung in der KI-Forschung und -Entwicklung für Sicherheitsaspekte auf.
Die rasante Entwicklung von KI-Systemen stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Risikobewertung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und wie Sie die Dokumentationspflichten rechtssicher erfüllen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Bei der spezifisch KI-gestützten F&E lag dieser Anteil bei 12 Prozent. Um die internen Messverfahren und Automatisierungsgrade unabhängig überprüfen zu lassen, kündigte das Unternehmen zudem den künftigen Einsatz externer Dritt-Evaluatoren an.
Parallel zu den Fortschritten bei der Automatisierung spricht sich Anthropic für eine Drosselung des Branchentempos aus. Das Unternehmen fordert standardisierte öffentliche Metriken und warnt vor einer zu schnellen Technologieentwicklung.
Auch Anthropic-CEO Dario Amodei plädiert für eine Verlangsamung der KI-Entwicklung. Zugleich stehen für das Unternehmen weitreichende geschäftliche Schritte an: Voraussichtlich noch im Jahr 2026 plant Anthropic den Gang an die Börse.
