KI-Durchbruch, Jobs

KI-Durchbruch kostet Jobs: 32% weniger Einstiegspositionen in der Schweiz

26.06.2026 - 20:04:06 | boerse-global.de

SAP plant 77 KI-Assistenten für HR, DocMorris streicht Stellen für KI-Strategie. Cybersicherheit und Weiterbildung rücken in den Fokus.

SAP, DocMorris & Co.: KI-Transformation verändert Arbeitswelt 2026
KI-Durchbruch - Ein futuristisches Büro mit Menschen, die an einem holografischen Display arbeiten, das KI-Algorithmen und Cloud-Infrastruktur zeigt. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Unternehmen setzen massiv auf KI und verlagern kritische Infrastrukturen in spezialisierte Cloud-Umgebungen. Besonders das Personalwesen steht vor einem radikalen Umbruch.

SAP plant KI-Offensive im Personalmanagement

Auf Fachveranstaltungen Ende Juni in Heidelberg konkretisierte SAP seine Pläne zur Transformation des HR-Sektors. Bis Jahresende sollen 15 KI-Assistenten und 62 KI-Agenten innerhalb der SuccessFactors-Suite zur Verfügung stehen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Automatisierung komplexer Prozesse. Gemeinsam mit der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) will der Softwarekonzern KI-Anwendungsfälle innerhalb von 90-Tage-Sprints für Kunden produktiv nutzbar machen.

Ab Herbst 2026 kommt die HCM-Suite von SuccessFactors zudem in einer Sovereign Cloud aus deutschen Rechenzentren. Für den öffentlichen Sektor sind Neuerungen bei der Abrechnung in Employee Central Payroll sowie eine Versorgungsadministration für das erste Halbjahr 2027 geplant.

DocMorris streicht 100 Stellen für „AI-First“-Strategie

Die KI-Implementierung führt bereits zu strukturellen Anpassungen. DocMorris kündigte im Juni den Abbau von 100 Vollzeitstellen an, um seine „AI-First“-Strategie zu forcieren. Ab Ende 2027 erwartet das Unternehmen jährliche Einsparungen von mindestens 15 Millionen Franken.

Doch die Veränderungen gehen tiefer. Daten des Stanford Digital Economy Lab und aktuelle Erhebungen von Jobcloud zeigen: Klassische Einstiegspositionen in Büro- und Wissensberufen sind in der Schweiz seit dem KI-Durchbruch um bis zu 32 Prozent zurückgegangen. Besonders betroffen sind junge Erwerbstätige in der Softwareentwicklung.

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Das ifo-Institut bestätigt den Trend: Bereits 54,5 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen KI. Rund ein Fünftel der KI-Anwender hält es für möglich, akademisch ausgebildete Fachkräfte durch KI-unterstützte Mitarbeiter ohne Abschluss zu ersetzen. Im Handel sind es sogar 28,6 Prozent.

Cybersicherheit wird zum Schlüsselfaktor

Mit der technologischen Transformation steigen die Anforderungen an die Sicherheit. Der „Cyber Security Report 2026“ von CANCOM zeigt: KI wird nicht nur zur Effizienzsteigerung eingesetzt, sondern auch zur Beschleunigung von Cyberangriffen.

Unternehmen reagieren mit dem Ausbau digitaler Resilienz und 24/7-Monitoring-Systemen. Ein zentraler Baustein ist der Übergang zu Zero-Trust-Architekturen. Ein Leitfaden der US-Sicherheitsbehörde CISA vom Juni empfiehlt die Ablösung zentralisierter Netzwerkperimeter durch verteilte Lösungen wie SASE (Secure Access Service Edge).

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Auch staatliche Institutionen modernisieren ihre Zugangssysteme. Die Bundesagentur für Arbeit wies anlässlich des Deutschen Digitaltags im Juni auf die verpflichtende Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) hin, die seit April 2025 für das Online-Portal gilt. Zum Einsatz kommen moderne Verfahren wie Passkeys oder die BundID.

Mittelstand hinkt bei digitalen Kompetenzen hinterher

Trotz aller Fortschritte klafft eine große Lücke bei der Mitarbeiterqualifikation. Laut einer TÜV-Weiterbildungsstudie vom Februar sehen 56 Prozent der Unternehmen einen großen Bedarf bei digitalen Anwendungskompetenzen. Bei Betrieben ab 250 Mitarbeitern steigt der wert auf 74 Prozent.

Besonders betroffen sind der Handel (63 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (59 Prozent). Neben allgemeinen Kenntnissen sind zunehmend spezialisierte Fertigkeiten in IT-Sicherheit, Datenanalyse und im Umgang mit KI-Tools gefragt. Branchenvertreter fordern verstärkte Anstrengungen in der beruflichen Weiterbildung – sonst droht der Anschluss verloren zu gehen.

de | wissenschaft | 69635270 |