KI-Diagnose-Test, ChatGPT

KI-Diagnose-Test: ChatGPT schlägt vier Konkurrenten bei Symptomerkennung

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI-Chatbots zeigen im Test teils hohe Treffsicherheit bei Symptomdeutungen, doch die Datenverarbeitung außerhalb Europas gibt Anlass zu Bedenken.

Stiftung Warentest: ChatGPT überzeugt bei KI-Diagnosen, Datenschutz bleibt kritisch
Digitales Tablet auf einem Schreibtisch mit abstrakten neuronalen Netzwerken und medizinischen Symbolen für eine KI-Analyse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Nutzung künstlicher Intelligenz als erste Anlaufstelle für medizinische Fragen gewinnt zunehmend an Relevanz. In einer im August 2026 veröffentlichten Untersuchung hat die Stiftung Warentest die diagnostische Leistungsfähigkeit von fünf namhaften KI-Chatbots analysiert. Die Experten prüften die Dienste ChatGPT, Gemini, Claude, Meta AI und DeepSeek hinsichtlich ihrer Genauigkeit bei der Identifikation von Krankheitssymptomen und bewerteten zudem Aspekte des Datenschutzes sowie das Verhalten in Krisensituationen.

ChatGPT als Spitzenreiter bei der Erkennung fiktiver Krankheitsbilder

Der Test basierte auf der Schilderung von Symptomen für fünf unterschiedliche Erkrankungen: Bandscheibenvorfall, Angina pectoris, Depression, Blasenentzündung und das Restless-Legs-Syndrom. Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen qualitative Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen.

ChatGPT erwies sich laut den Testern als das leistungsfähigste Werkzeug in diesem Vergleich. Es war das einzige der fünf geprüften Modelle, das alle fünf fiktiven medizinischen Fälle korrekt diagnostizierte. In der Gesamtwertung der diagnostischen Präzision folgten Claude und DeepSeek auf den Spitzenreiter. Die Stiftung Warentest hielt fest, dass drei der fünf Dienste die gestellten Aufgaben im Wesentlichen gut gelöst hätten. Drei von fünf Modellen erhielten in der Gesamtbetrachtung akzeptable Bewertungen für ihre diagnostischen Leistungen.

Angemessene Reaktionen in psychischen Krisensituationen

Ein wesentlicher Bestandteil der Untersuchung war die Reaktion der Chatbots auf Schilderungen, die auf eine akute psychische Gefährdung hindeuten. Die Stiftung Warentest prüfte dabei insbesondere, wie die Systeme auf die Äußerung von Suizidgedanken reagierten.

Die Ergebnisse in diesem Bereich waren über alle getesteten Modelle hinweg konsistent positiv. Den Angaben zufolge reagierten sämtliche Chatbots angemessen auf die entsprechenden Eingaben. Dies deutet darauf hin, dass die Anbieter Sicherheitsmechanismen implementiert haben, um Nutzer in akuten psychischen Notsituationen nicht mit rein statistischen Wahrscheinlichkeiten zu konfrontieren, sondern gezielte Hilfestellungen oder Warnhinweise auszugeben.

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Datenschutzbedenken und strukturelle Risiken bei der Datenverarbeitung

Trotz der teilweise guten diagnostischen Ergebnisse äußerte die Stiftung Warentest deutliche Kritik an der Handhabung des Datenschutzes durch die Anbieter. Ein zentrales Problem bestehe darin, dass die Verarbeitung der Nutzerdaten in der Regel außerhalb Europas erfolge. Dies erschwert die Kontrolle über die Verwendung sensibler Gesundheitsinformationen erheblich.

Besondere Aufmerksamkeit widmete die Organisation dem Anbieter DeepSeek. Hier wurde explizit darauf hingewiesen, dass ein potenzieller Zugriff durch chinesische Behörden auf die verarbeiteten Daten möglich sei. Diese strukturellen Risiken bei der Datenübermittlung in Drittstaaten führen dazu, dass die Nutzung der Dienste aus datenschutzrechtlicher Sicht kritisch zu bewerten ist, selbst wenn die medizinischen Auskünfte eine hohe Qualität aufweisen.

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Grenzen der digitalen Diagnoseunterstützung

Unabhängig von der Treffsicherheit einzelner Modelle unterstrich die Stiftung Warentest die grundsätzlichen Limitationen dieser Technologie. Die Untersuchung macht deutlich, dass KI-Chatbots keine ärztliche Untersuchung ersetzen können. Die Systeme fungieren lediglich als Orientierungshilfe auf Basis statistischer Mustererkennung, verfügen jedoch nicht über das klinische Urteilsvermögen oder die physischen Untersuchungsmöglichkeiten eines Mediziners.

Die vollständigen Testergebnisse wurden im August-Heft der Zeitschrift sowie auf der Online-Plattform test.de unter der entsprechenden Webadresse für Diagnosen von KIs veröffentlicht. Die Analyse dient als Orientierungshilfe für Verbraucher, die digitale Werkzeuge zur Einschätzung ihrer Symptome nutzen möchten, ohne dabei die notwendige professionelle medizinische Konsultation zu vernachlässigen.

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