KI-Datenschutz: ICO sichert Zusagen von zehn führenden Entwicklern
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 10:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner's Office (ICO) hat von zehn führenden Entwicklern von Künstlicher Intelligenz verbindliche Zusagen oder bereits umgesetzte Anpassungen beim Datenschutz erwirkt.
Wie die Behörde am 8. Oktober 2026 mitteilte, beteiligten sich zehn von elf beaufsichtigten Unternehmen an den Vereinbarungen. Die Kooperation mit dem elften Akteur, xAI, setzte die ICO hingegen aus, da gegen dessen Modell Grok ein separates formelles Untersuchungsverfahren läuft.
Zu den zehn Konzernen, die Zusagen zur Verbesserung von Nutzertransparenz, Betroffenenrechten und Risikobewertungen abgegeben haben, zählen Amazon, Anthropic, Apple, Cohere, DeepSeek, Google, Meta, Microsoft, OpenAI und Stability AI. Das regulatorische Aufsichtsprogramm der Behörde hatte 2025 mit ursprünglich elf Anbietern begonnen. Die ICO kündigte an, die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen bei den kooperierenden zehn Entwicklern fortlaufend zu überwachen.
Bilateraler Regulierungsansatz und technische Herausforderungen
Die Aufsichtsbehörde erwirkte bei den Anbietern unter anderem Nachbesserungen daran, wie autonome Systeme mit personenbezogenen Daten umgehen. Branchenbeobachter werten dieses Vorgehen als Strategie des bilateralen Drucks anstelle des direkten Rückgriffs auf öffentliche Strafen.
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Gleichzeitig räumte die ICO ein, dass bei der Einhaltung des britischen Datenschutzrechts während des KI-Trainings nach wie vor erhebliche technische Hürden sowie ungelöste Probleme bezüglich des Verbleibs personenbezogener Daten in Modellen bestehen.
Die ICO stellte klar, dass ein höherer Grad an Systemautonomie keine mangelhafte Einhaltung der Datenschutzvorschriften rechtfertige. Britischen Unternehmen empfiehlt die Behörde vor diesem Hintergrund, bei der Nutzung von KI-Agenten stets eine klare Rechtsgrundlage, ausreichende Nutzerkontrolle sowie lückenlose Prüfprotokolle sicherzustellen.
Fokus auf agentische Systeme und neue Richtlinien
Flankierend startete die ICO am 8. Oktober 2026 eine öffentliche Beweiserhebung zu agentischer KI. Das Konsultationsverfahren läuft über sechs Wochen und endet am 20. November 2026. Die gesammelten Erkenntnisse sollen direkt in die Erarbeitung eines künftigen gesetzlichen Verhaltenskodex für Künstliche Intelligenz und automatisierte Entscheidungsfindung einfließen.
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Im Zentrum der regulatorischen Aufmerksamkeit stehen die potenziellen Gefahren autonomer Agenten, zu denen unter anderem die Umgehung bestehender Sicherheitsvorkehrungen sowie der eigenständige Zugriff auf externe Systeme gehören.
Um diese Risiken genauer zu untersuchen, hat die ICO gezielte Anfragen an OpenAI, Anthropic, Meta sowie das AI Security Institute gerichtet. Während diese Prüfungen laufen, bleibt die Zusammenarbeit mit xAI bis zum Abschluss der behördlichen Untersuchung zu Grok ruhend gestellt.
