KI-Chefs fordern DNA-Gesetze: Warnung vor Biowaffen-Risiken
06.06.2026 - 08:39:55 | boerse-global.de
Die Chefs der weltweit führenden KI-Unternehmen verlangen vom US-Kongress verbindliche Sicherheitsauflagen beim Kauf synthetischer DNA. In einem offenen Brief warnen sie vor sinkenden Hürden für Biowaffen.
Alarmierende Warnung aus der Tech-Branche
Der am 4. Juni veröffentlichte Appell trägt prominente Unterschriften: Sam Altman von OpenAI, Dario Amodei von Anthropic, Demis Hassabis von Google DeepMind und Mustafa Suleyman von Microsoft AI. Insgesamt unterstützen mehr als 50 Experten und Firmenvertreter – darunter Meta, Twist Bioscience und Ansa Biotechnologies – den Vorstoß.
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Die Unterzeichner fordern ein Bundesgesetz, das alle Anbieter synthetischer Nukleinsäuren und Hersteller von DNA-Synthesizern zu strengen Sicherheitsprüfungen ihrer Kunden und Aufträge verpflichtet. Bislang gelten nur freiwillige Schutzmaßnahmen des International Gene Synthesis Consortium (IGSC) aus dem Jahr 2009. Die Branche hält diesen Rahmen für überholt.
KI überflügelt menschliche Expertise
Ein zentrales Argument: Aktuelle KI-Systeme sind spezialisierten Virologen mit Doktortitel in bestimmten Laborverfahren überlegen. Die Technologie kann Menschen mit geringen Fachkenntnissen durch komplexe biologische Prozesse lotsen. Damit fallen die Wissensbarrieren, die bisher die Herstellung gefährlicher Krankheitserreger erschwerten.
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Hinzu kommt: KI lässt sich nutzen, um Anbieter mit schwachen Sicherheitsvorkehrungen zu identifizieren oder Bestellungen so zu manipulieren, dass sie bestehende Filter umgehen. Ohne einheitliche Screening-Pflichten könnten „böswillige Akteure" leichter an das Material für Biowaffen gelangen.
Gesetzgebung und internationale Dimension
Der Branchenvorstoß untermauert den Biosecurity Modernization and Innovation Act, einen parteiübergreifenden Gesetzesentwurf der Senatoren Tom Cotton und Amy Klobuchar. Er würde das Handelsministerium ermächtigen, verbindliche Screening-Standards durchzusetzen.
Die Dringlichkeit untermauern historische Beispiele: Bereits 2017 rekonstruierten Forscher ein ausgestorbenes Pockenvirus – mit online gekaufter DNA für weniger als 100.000 Dollar. Auch die EU-Kommission warnte 2025 im Biotech Act vor neuen Biosecurity-Risiken durch Hochtechnologie.
Die KI-Chefs betonen: Ihre Firmen ergreifen interne Maßnahmen – etwa OpenAIs freiwillige Tests vor Modellveröffentlichungen. Doch nur ein Bundesgesetz schaffe gleiche Wettbewerbsbedingungen und lückenlosen Schutz der gesamten Biotechnologie-Lieferkette.
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