KI-Chatb 6 von 9 senden vertrauliche Gespräche an Werbedienste
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 14:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Untersuchung des Forschungsinstituts IMDEA Networks aus Madrid deckt erhebliche Mängel beim Datenschutz populärer Sprachmodelle auf. Wie netzpolitik.org in einem Bericht vom 13.10.2026 darlegt, übermitteln 6 von 9 untersuchten KI-Chatbots vertrauliche Gesprächsinhalte an Tracking- und Werbedienste. Betroffen von der Datenübertragung sind 6 von 9 Webversionen sowie 3 von 8 Android-Apps.
In die Analyse bezogen die Forschenden führende Angebote der Branche ein: Getestet wurden ChatGPT, Claude, Perplexity, Grok, Gemini, Mistral AI, Meta AI, DeepSeek sowie Microsoft Copilot. Als Drittanbieter-Empfänger der abgefangenen Daten wurden unter anderem Google, Meta und TikTok identifiziert.
Umfassende Übermittlung persönlicher Identifikatoren und Chats
Die Art der weitergeleiteten Informationen variiert je nach System, umfasst jedoch sensible Identifikatoren und Kommunikationsinhalte. Den Ergebnissen zufolge gaben Gemini, Grok und Mistral die Titel von Chatverläufen weiter. E-Mail-Adressen von Nutzern gelangten bei Anthropic, Mistral und Perplexity an externe Stellen. Zudem wurden spezifische Nutzer-IDs bei ChatGPT, Claude, Le Chat und Perplexity erfasst und übermittelt.
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Darüber hinaus leiteten ChatGPT, Claude, Grok, Mistral und Perplexity direkte Chat-Links an Drittanbieter weiter. Bei Perplexity waren diese Verbindungen über den Gastzugang öffentlich abrufbar. Weitreichende Datenflüsse stellten die Forschenden zudem bei Grok von xAI fest: Das System übermittelte Titel und Links an Meta, TikTok, Google sowie Twitter Analytics.
Chats bei Grok sind standardmäßig öffentlich eingestellt. Bei geteilten Grok-Chats erhielt Meta den Titel und den letzten Prompt, während an TikTok ein Screenshot der Interaktion übertragen wurde.
Unwirksamer Widerspruch und aktive Tracker
Die Untersuchung belegt zudem gravierende Lücken bei den Privatsphäreeinstellungen der Nutzer. Nach der formellen Ablehnung nicht notwendiger Cookies blieben 80,8% der Drittanbieter-Tracker weiterhin aktiv.
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Um die tatsächliche Abfrage der übertragenen Daten nachzuvollziehen, setzten die Forschenden spezielle Köder-Links ein. Diese verzeichneten in der Folge 70 Abrufe von 70 verschiedenen IP-Adressen aus 14 Ländern. Während die Studie den bestehenden Abfluss von Daten an Werbenetzwerke dokumentiert, intensivieren Anbieter die kommerzielle Verwertung: OpenAI kündigte personalisierte Werbung in ChatGPT in Europa an.
