KI-Boom, Klimaziele

KI-Boom killt Klimaziele: Tech-Konzerne erhöhen Emissionen um 18 Prozent

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 23:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die drei Tech-Giganten emittieren gemeinsam 119 Millionen Tonnen CO2, ein Anstieg um 18 Prozent durch KI-Rechenzentren.

KI-Boom treibt CO2-Ausstoß von Microsoft, Amazon & Google
Weites, modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Serverracks, symbolisiert Energieverbrauch und CO?-Emissionen von Tech-Giganten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die drei Tech-Konzerne haben ihre Emissionen im vergangenen Geschäftsjahr drastisch gesteigert – Schuld ist der ungebremste Ausbau von KI-Rechenzentren.

Die Zahlen sind alarmierend: Insgesamt 119 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pusteten die Unternehmen bis März 2026 in die Atmosphäre. Das ist ein Anstieg von rund 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Neue Nachhaltigkeitsberichte zeigen: Die Klimaschutzbemühungen der Branche werden durch den Rechenzentrums-Boom zunichtegemacht.

Microsoft mit Rekord-Plus

Besonders hart trifft es Microsoft. Der Konzern verzeichnete einen Anstieg von 25 Prozent auf rund 20,29 Millionen Tonnen – der größte Sprung seit Beginn der Pandemie. Google legte um 18 Prozent zu und liegt damit wieder über dem Niveau von vor Corona. Amazon meldete ein Plus von 16 Prozent auf rund 81 Millionen Tonnen.

Zum Vergleich: Noch im Vorjahr entsprachen die gemeinsamen Emissionen der drei Konzerne mit 101 Millionen Tonnen etwa denen Tschechiens. Nun sind sie auf das Niveau eines Drittels von Frankreichs Gesamtausstoß gestiegen.

Rechenzentren als Klimakiller

Haupttreiber des Anstiegs ist der Bau und Betrieb von KI-Infrastruktur. Die Tech-Branche wird in diesem Jahr voraussichtlich rund 765 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren investieren. Die Immobilienfirma JLL rechnet bis 2030 mit rund 1.200 neuen Rechenzentren weltweit. Das Uptime Institute warnt: Diese Projekte könnten irgendwann 1,3 Prozent des globalen Stromverbrauchs verschlingen.

Ein Großteil des Anstiegs fällt unter die sogenannten Scope-3-Emissionen – also indirekte Emissionen aus der Lieferkette. Bei Microsoft machen sie mehr als 40 Prozent des gesamten Fußabdrucks aus. Der Bau der Zentren mit Stahl, Beton und High-End-Hardware bleibt ein zentraler Treiber, selbst wenn die Unternehmen ihre direkten Betriebe dekarbonisieren.

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Stromverbrauch explodiert

Microsofts Energieverbrauch ist seit 2020 um 168 Prozent gestiegen und liegt nun fast viermal so hoch wie vor der Pandemie. Google hat seinen Stromverbrauch in den letzten Jahren verdoppelt. Amazons Rechenzentren benötigten 2025 schätzungsweise 78.000 Gigawattstunden.

Gegenmaßnahmen: Atomkraft, Ökostrom und Zertifikate

Die Konzerne setzen auf eine Mischung aus Strategien:

  • Atomkraft: Tech-Firmen verhandeln über Kernenergie-Verträge, unter anderem für das stillgelegte Kraftwerk Three Mile Island und mit Start-ups wie Kairos Power.
  • Erneuerbare Energien: Microsoft hat Stromabnahmeverträge für bis zu 40 Gigawatt in 26 Ländern unterzeichnet, 19 Gigawatt sind bereits in Betrieb.
  • CO2-Zertifikate: Der Kauf von Emissionszertifikaten stieg von 14.200 im Jahr 2022 auf 68,4 Millionen im Jahr 2025.
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Trotz des aktuellen Anstiegs halten die Unternehmen an ihren Klimazielen fest. Microsoft und Google wollen bis 2030 Netto-Null erreichen, Microsoft strebt sogar negative Emissionen an. Amazon peilt 2040 an. Ohne Gegenmaßnahmen, so Microsoft, lägen die Emissionen heute bei 34 Millionen Tonnen statt bei 21 Millionen. Google betont, der Ausstoß wäre ohne bestehende Maßnahmen fünfmal so hoch.

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