KI-Boom, HR-Software

KI-Boom in HR-Software: Workday und Google starten Sana-Integration

01.06.2026 - 12:50:05 | boerse-global.de

Globale Anbieter von Cloud-Software treiben den Einsatz autonomer KI-Assistenten in Personalwesen und Buchhaltung massiv voran.

KI-Boom in HR-Software: Workday und Google starten Sana-Integration - Bild: über boerse-global.de
KI-Boom in HR-Software: Workday und Google starten Sana-Integration - Bild: über boerse-global.de

Cloud-basierte HR- und Buchhaltungssoftware erlebt einen globalen Boom. Anbieter setzen zunehmend auf autonome KI-Assistenten.

Die internationale Expansion von Personaldienstleistern und Buchhaltungssoftware-Anbietern hat zum Monatswechsel deutlich an Fahrt aufgenommen. Sowohl in Europa als auch in Nordamerika und Asien verkündeten Unternehmen neue Partnerschaften und Finanzierungsrunden. Im Zentrum steht der Trend zu autonomen KI-Agenten, die immer mehr Aufgaben in Unternehmen übernehmen sollen.

Anzeige

Moderne Softwarelösungen erleichtern die Verwaltung, doch die rechtliche Basis muss stimmen – besonders bei der Zeiterfassung. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die gesetzliche Pflicht zur Arbeitszeiterfassung rechtssicher und unkompliziert umsetzen. Kostenlose Mustervorlage zur Arbeitszeiterfassung jetzt herunterladen

Workday und Google vertiefen KI-Partnerschaft

Der US-Konzern Workday und Google Cloud haben ihre Zusammenarbeit am heutigen Montag deutlich ausgeweitet. Künftig wird Googles Sprachmodell Gemini als Standard für Workdays Self-Service-Agenten „Sana" dienen. Mitarbeiter können dann über Chat-Oberflächen direkt Gehaltsdaten abfragen oder Urlaub beantragen.

Die Integration geht noch weiter: Workday und Google Cloud verbinden ihre Datenplattformen, sodass Informationen ohne Kopieraufwand zwischen den Systemen fließen. Beteiligt sind neben Alphabet auch die Beratungsriesen Accenture, Deloitte und KPMG. Für deutsche Unternehmen, die häufig auf SAP setzen, könnte diese Entwicklung neue Maßstäbe für die Integration von KI in bestehende HR-Systeme setzen.

Zeitersparnis von bis zu 20 Stunden pro Monat

Einen Tag zuvor, am 31. Mai, brachte Certinia seine neue KI-Agenten-Suite Veda auf den Markt. Die spezialisierten Helferlein richten sich an Dienstleistungsunternehmen und unterstützen bei Ressourcenplanung, Projektmanagement und Kundenbetreuung.

Die versprochene Zeitersparnis ist beachtlich: Projektmanager sollen bis zu 20 Stunden pro Monat einsparen, Ressourcenmanager immerhin zehn Stunden. Nutzbar ist die Suite über Slack und Microsoft Teams – ein klares Signal, dass KI-Assistenten dort ankommen, wo Mitarbeiter ohnehin täglich arbeiten. Das Preismodell ist hybrid und kombiniert nutzerbasierte mit nutzungsabhängigen Komponenten.

Dublin wird zum europäischen Fintech-Hotspot

Die irische Hauptstadt entwickelt sich immer mehr zum Zentrum der europäischen Fintech-Szene. Gleich zwei Unternehmen eröffneten dort am 30. Mai neue Niederlassungen.

Rippling, der US-Anbieter für Personal- und IT-Verwaltung, bezog ein erweitertes Hauptquartier in Dublin und kündigte an, 150 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Damit wächst die irische Belegschaft auf über 300 Mitarbeiter. Zur feierlichen Eröffnung waren Minister Peter Burke und Vertreter der Wirtschaftsförderungsagentur IDA Ireland erschienen.

Parallel dazu errichtete das aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammende Ausgabenmanagement-Unternehmen Qashio seinen europäischen Hauptsitz in Dublin. In den nächsten drei Jahren sollen 50 Stellen in Marketing, Softwareentwicklung und Betrieb entstehen. Qashio verlagert zudem seine gesamte Forschungs- und Entwicklungsabteilung in die irische Hauptstadt.

110 Millionen Dollar für Steuerautomatisierung

Im Bereich der Steuerautomatisierung sorgte Fonoa für Aufsehen. Das Unternehmen, das von ehemaligen Uber-Managern gegründet wurde, schloss Ende Mai eine Series-C-Finanzierungsrunde über 110 Millionen Euro ab. Angeführt wurde die Runde von Headline, beteiligt waren unter anderem Eurazeo und Index Ventures.

Parallel zur Finanzierung übernahm Fonoa die Plattform „Indirect Tax Edge" von der Beratungsgesellschaft PwC. Das Unternehmen verarbeitet bereits heute über eine Milliarde Transaktionen jährlich – für Kunden wie Netflix, Uber und Booking.com. Zum Vergleich: Deutsche Steuerberatungssoftware-Anbieter wie DATEV stehen damit vor einem neuen, schlagkräftigen Wettbewerber.

Japan: Neue Dienste und strategische Neuausrichtung

Der japanische Markt zeigte sich am heutigen Montag besonders aktiv. Gleich mehrere Firmen starteten neue Services oder stellten sich für das KI-Zeitalter neu auf.

Yayoi begann mit der Vorbestellung für seinen Cloud-Dienst „Yayoi Roumu Next", der Ende Juli vollständig an den Start gehen soll. Kiva benannte seinen KI-Agenten von „SamuraiAI" in „SamuraiAX" um – der Fokus liegt nun auf der Beratung zur unternehmerischen KI-Transformation.

Im Buchhaltungssektor festigte Sansan seine Marktposition. Das Unternehmen schloss einen Vertriebsvertrag mit Daiwabo Information System für seinen Rechnungsservice Bill One. Laut einer Studie des Deloitte Tohmatsu Mick Economic Research Institute vom Dezember 2025 hält Bill One den Spitzenplatz im Markt für Cloud-Rechnungseingangsdienste. Um diese Position auszubauen, ernannte MNTSQ Ryo Fukai, den ehemaligen Leiter des Bill-One-Geschäfts, zum neuen COO.

Konsolidierung im Bau-Personalbereich

Auch im Bereich der Personalvermittlung für die Bauwirtschaft zeichnet sich eine Konsolidierung ab. Click Holdings übernahm das in Hongkong ansässige Unternehmen Axiom Digital im Rahmen eines Aktientauschs. Durch die Integration der KI-gestützten Job-Matching-Engine in die Axiom-Plattform will Click Holdings innerhalb von zwei Jahren einen Jahresumsatz von umgerechnet rund 6,5 Millionen Euro im Bereich Bau-Personaldienstleistungen erreichen.

Anzeige

Während KI die Effizienz im Personalwesen steigert, bleiben die rechtlichen Anforderungen an die Dokumentation bestehen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Arbeitszeiten, Pausen und Überstunden nach aktuellem EU-Recht rechtssicher erfassen. Gratis-Leitfaden zur Arbeitszeiterfassung sichern

Neue Finanzautomatisierung von Sage Intacct

Sage Intacct führte am 31. Mai neue KI-gestützte Finanzautomatisierungsfunktionen in fünf Märkten ein, darunter Südafrika, Großbritannien und Kanada. Das Update umfasst eine automatisierte Kreditorenbuchhaltung mit Drei-Wege-Rechnungsabgleich sowie ein AI Gateway, das die Plattform über Schnittstellen mit externen Tools verbindet.

Das neue Modul SaaS Intelligence 2.0 bietet zudem KI-gestützte Umsatzprognosen. Für den deutschen Markt, wo Sage vor allem im Mittelstand präsent ist, könnten diese Funktionen ein wichtiges Argument im Wettbewerb mit heimischen Anbietern sein.

Kleine Integrationen mit großer Wirkung

Neben den großen Ankündigungen gab es auch kleinere, aber nicht weniger bedeutsame Entwicklungen. Opro startete am 1. Juni eine Zusammenarbeit mit Shachihata, um die digitale Formularerstellung mit elektronischen Genehmigungsprozessen zu verknüpfen.

Bereits am 27. Mai veröffentlichte Nyx ein kostenloses Plugin, das Mitarbeiterdaten zwischen den Plattformen SmartHR und kintone synchronisiert. Ziel ist es, manuelle Dateneingaben in Personalabteilungen zu reduzieren – ein kleiner Schritt, der in der Summe jedoch große Effizienzgewinne verspricht.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69462773 |