KI-Boom, Selbstständigen

KI-Boom bei Selbstständigen: 51,2 Prozent nutzen Tools trotz Krise

18.06.2026 - 03:40:19 | boerse-global.de

Selbstständige und KMU setzen zunehmend auf KI, während Geschäftsklima und digitale Transformation hinterherhinken.

KI-Boom bei Selbstständigen: 51 Prozent nutzen bereits Tools
KI-Boom - Ein Solopreneur arbeitet konzentriert in einem modernen Büro, umgeben von Technologie, die KI-Anwendungen und digitale Geschäftsmodelle darstellt. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, doch Selbstständige und kleine Unternehmen setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Laut dem Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex vom Mai 2026 nutzen inzwischen 51,2 Prozent der Solo-Selbstständigen KI-Tools – ein sprunghafter Anstieg von 14,4 Prozent im Jahr 2024 über 30,4 Prozent im Jahr 2025.

Besonders im Dienstleistungssektor ist die Durchdringung mit 56,8 Prozent hoch. Die Anwendungsbereiche: Recherche, Ideengenerierung sowie die Erstellung von Texten und Marketingmaterialien. 59 Prozent der Nutzer greifen auf kostenpflichtige Dienste zurück, 53 Prozent auf kostenlose Tools. Nur sieben Prozent setzen auf Eigenentwicklungen.

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„KI hat das Potenzial, den wirtschaftlichen Spielraum zu vergrößern, statt Arbeitsplätze zu ersetzen“, betont Coach Sohrab Salimi.

Stimmung bleibt negativ

Trotz der Technologie-Offenheit: Der Geschäftsklimaindex für Selbstständige lag im Mai bei -27,7 Punkten. Zwar eine leichte Verbesserung gegenüber April (-29,9 Punkte), aber weiterhin tief im negativen Bereich. Besonders kritisch ist die Lage im Einzelhandel mit -38,9 Punkten.

In diesem Umfeld gewinnen Krisenbewältigungsstrategien an Bedeutung. Historische Beispiele zeigen: Berufliche Krisen wirken oft als Katalysatoren für Neugründungen. Der Arbeitsplatzverlust von Marina und Ricardo Larroudé zu Beginn der Pandemie führte zur Gründung eines Unternehmens, das fünf Jahre später rund 600 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Creditsafe Stress-Ranking 2026 bestätigt: Die wirtschaftliche Belastung im Mittelstand nimmt zu. Strategische Unternehmensführung und Nachfolgeplanung werden unerlässlich.

Digitale Geschäftsmodelle: hohe Ziele, wenig Umsetzung

Die Bereitschaft zur Transformation ist da – die Umsetzung hapert. Eine FACIS-Umfrage unter 800 Entscheidern europäischer KMU zeigt: 92 Prozent wollen in den nächsten drei Jahren neue digitale Geschäftsmodelle etablieren. In Deutschland sind es sogar 96 Prozent. Doch nur fünf Prozent der befragten Unternehmen sind aktiv in digitalen Ökosystemen unterwegs.

Die größten Hindernisse:

  • Cybersicherheit und Datenschutz (48 Prozent)
  • Hohe Investitionskosten (42 Prozent)
  • Regulatorische Anforderungen (36 Prozent)
  • Fachkräftemangel (31 Prozent)
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Da Cybersicherheit und neue Regulatorik für fast die Hälfte der Unternehmen die größten Hürden der Digitalisierung darstellen, ist fundiertes Expertenwissen entscheidend. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken Unternehmer jetzt kennen müssen, um ihre Firma proaktiv zu schützen. Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu?

Hinzu kommen neue Sicherheitsrisiken. Eine Untersuchung von 3.000 Unternehmensentscheidern in Europa zeigt: Drei von vier Projekten mit agentenbasierter KI weisen bereits in der Pilotphase Sicherheitslücken auf. Angreifer nutzen zunehmend kompromittierte Zugangsdaten für interne KI-Assistenten – ein Trend, der als „Living off the AI Land“ bezeichnet wird.

Gründer fordern Reformen

Angesichts der globalen Tech-Dominanz, besonders durch US-Unternehmen, schalten sich führende deutsche Gründer und Manager ein. In einem Appell an die Bundesregierung fordern Vertreter von Unternehmen wie Zalando, Flix und home24 umfassende Reformen.

Die Kernforderungen:

  • Firmengründung innerhalb von 24 Stunden
  • Flexiblerer Kündigungsschutz für Spitzenverdiener
  • Investitionen in die digitale Infrastruktur

Der Hintergrund: Die Schere beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf zwischen Deutschland und den USA hat sich seit 2020 deutlich vergrößert. Unternehmen wie NVIDIA erzielten im ersten Quartal 2026 operative Gewinne auf dem Niveau von 40 DAX-Konzernen zusammen.

München positioniert sich derweil als Zentrum für Defense-Tech – ein Versuch, neue Innovationsimpulse zu setzen und den Standort attraktiver zu machen.

de | wissenschaft | 69567971 |