KI-Bilder, Medien

KI-Bilder: Bedarf in Medien springt von 46 auf 57 Prozent

12.06.2026 - 08:49:27 | boerse-global.de

Schülerprojekte, medizinische Graphic Reports und KI-Plattformen zeigen den Wandel hin zu interaktiven und visuellen Informationsformaten.

KI-Tools revolutionieren visuelles Storytelling in Medien und Bildung
KI-Bilder - Ein stilisiertes Gehirn mit leuchtenden Informationspfaden, die zu Symbolen für Storytelling, Bildung und KI-Tools führen, auf einem digitalen Hintergrund. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Statt reiner Textformate setzen Medien, Bildung und Wissenschaft zunehmend auf visuelle und interaktive Erzählstrukturen. KI-gestützte Designtools treiben diesen Trend massiv voran.

Schüler veröffentlichen KI-Comic zum Dreißigjährigen Krieg

Ein Projekt aus dem Saarland zeigt, wie moderne Technik und historische Forschung verschmelzen. Im Juni 2026 veröffentlichten Schüler einer Gemeinschaftsschule den 122-seitigen Comic „Der letzte Mensch von Quirst“. Das Werk erzählt die Lebensgeschichte eines Überlebenden des Dreißigjährigen Krieges.

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Die Bilder erstellten die Schüler mit Künstlicher Intelligenz. Die inhaltliche Ausarbeitung übernahmen sie selbst. Das Interesse ist enorm: Die ersten beiden Auflagen waren kurz nach Erscheinen vergriffen.

Graphic Reports in der Medizin

Auch in der medizinischen Kommunikation gewinnen visuelle Formate an Bedeutung. Eine Studie zur Herzgesundheit indigener Gemeinschaften in Kanada veröffentlichte ihre Ergebnisse als „Graphic Report“. Die Forscher nutzten Erzählkreise, um komplexe Themen wie Traumata zu vermitteln.

Die grafische Darstellung dient als Werkzeug, um Barrieren in der Gesundheitsversorgung abzubauen. Innovative Lösungen werden so innerhalb der Gemeinschaft sichtbarer.

Google bringt interaktive Diagramme

Die technologische Basis für diese Entwicklung verbreitert sich rasant. Google kündigte für Juni 2026 die Einführung interaktiver Diagramme in seinem KI-Modus an. Die Funktion startet zunächst für Abonnenten, im Laufe des Sommers soll sie kostenlos verfügbar sein.

Parallel dazu gewinnen immersive Formate an Relevanz. Ein Projekt in Karlsruhe entwickelt derzeit eine Virtual-Reality-Episode zum Grundgesetz. Die Dreharbeiten sind für Sommer 2026 geplant.

Gamma.app erreicht 100 Millionen Nutzer

KI-Präsentationsplattformen verzeichnen massives Wachstum. Das Tool Gamma.app erreichte im Juni 2026 die Marke von 100 Millionen Nutzern bei einem Jahresumsatz von rund 100 Millionen US-Dollar.

Auch etablierte Anbieter wie Canva erweitern ihr Angebot. Der im Juni eingeführte Offline-Modus und tiefe Integrationen in KI-Modelle wie ChatGPT und Google Gemini kommen an. In den ersten vier Wochen wurden die Integrationen neun Millionen Mal genutzt.

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Bedarf an KI-Bildern steigt rasant

Die steigende Nachfrage nach visuellen Inhalten spiegelt sich in den Marktdaten wider. Die Umfrage „Image Market Business Trends 2026“ der Hochschule Hannover zeigt: Der Bedarf an KI-generierten Bildern in journalistischen Medien stieg von 46,2 Prozent (2025) auf 56,6 Prozent (2026). Im Bereich PR und Werbung liegt der Wert bei 62 Prozent.

Als Hauptgrund nennen 60 Prozent der Bildkäufer Kosteneinsparungen. Tools wie „AI Creative One“ versprechen eine Senkung der Produktionskosten um bis zu 80 Prozent.

Die Gefahr der „ästhetischen Evidenz“

Fachleute weisen jedoch auf Risiken hin. KI-generierte Bilder erzeugen oft eine „ästhetische Evidenz“, die historische Genauigkeit verdrängen kann. Da KI-Bilder häufig Klischees verdichten, könnten sie echter wirken als tatsächliche historische Quellen.

Die Folge: KI-generierte Visualisierungen könnten das kollektive Gedächtnis beeinflussen – ohne dass die Nutzer dies bemerken.

Audioguide zu Stolpersteinen in Bad Hersfeld

Ergänzend zu rein visuellen Formaten setzen Bildungseinrichtungen verstärkt auf multimodale Konzepte. In Bad Hersfeld erstellten Schüler im Rahmen eines einjährigen Projekts einen Audioguide zu Stolpersteinen. Per QR-Code abrufbar, verknüpft das Angebot lokale Biografien mit hörbaren Inhalten.

Ziel: Die Geschichte der Holocaust-Opfer im Stadtbild präsenter machen.

Chatbots verdrängen klassische Suchmaschinen

Diese Entwicklung hin zu diversifizierten Informationsformaten korreliert mit verändertem Nutzerverhalten. Laut einer Bitkom-Umfrage aus 2025 nutzt bereits die Hälfte der Befragten gelegentlich Chatbots anstelle klassischer Suchmaschinen. Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt dieser Anteil bei zwei Dritteln.

Die Kombination aus visueller Aufbereitung, Interaktivität und KI-gestützter Personalisierung wird damit zum Standard moderner Wissensvermittlung.

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