KI-Betrug, US-Gründer

KI-Betrug: US-Gründer drohen 280 Jahre Haft für 24-Mio.-Schneeballsystem

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 23:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Brent Kovar wurde wegen Betrugs mit KI-Versprechen schuldig gesprochen. Das Strafmaß soll am 30. November 2026 verkündet werden.

Profit Connect: Gründer wegen KI-Schneeballsystem verurteilt
Ein minimalistisches, dunkel beleuchtetes Büro mit einem Server-Rack im Hintergrund, das eine technologische Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Gründer des in Las Vegas ansässigen Unternehmens Profit Connect, Brent Kovar, wurde von einem US-Bundesgericht wegen der Durchführung eines großangelegten Schneeballsystems für schuldig befunden.

Wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, nutzte Kovar das wachsende öffentliche Interesse an künstlicher Intelligenz (KI), um Anleger mit unrealistischen Renditeversprechen zu täuschen. Angesichts der Schwere der Vergehen droht dem Beschuldigten nun eine Freiheitsstrafe von bis zu 280 Jahren.

Das Geschäftsmodell von Profit Connect basierte laut den vorliegenden Erkenntnissen auf systematischen Falschangaben gegenüber potenziellen Investoren. Kovar versprach den Anlegern jährliche Renditen in einer Größenordnung von 15 % bis 30 %. Diese außergewöhnlich hohen Gewinne sollten angeblich durch den Einsatz eines hochentwickelten KI-Supercomputers generiert werden.

Die Technologie wurde als Werkzeug beworben, das in der Lage sei, Marktbewegungen präzise vorherzusagen und profitable Handelsentscheidungen zu treffen. Tatsächlich entsprachen diese Darstellungen nicht der Realität.

Umfang des Betrugs und betroffene Anleger

Die Untersuchungen der Behörden zeichnen das Bild eines weitreichenden Betrugsfalls, der sich über mehrere Jahre erstreckte. In der Zeitspanne von 2017 bis 2021 gelang es Kovar, insgesamt 24 Mio. USD von mindestens 400 Anlegern einzusammeln. Die Gelder flossen jedoch nicht in die beworbene Technologie, sondern wurden zweckentfremdet.

Bereits im Juli 2021 hatte die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC rechtliche Schritte gegen das Unternehmen eingeleitet. Zu diesem frühen Zeitpunkt der Ermittlungen war noch von einer Schadenssumme in Höhe von 12 Mio. USD und 277 betroffenen Personen die Rede. Im Zuge des weiteren Verfahrens und der vertieften Beweisaufnahme stellten die Ermittler jedoch fest, dass das tatsächliche Ausmaß des Betrugs doppelt so hoch war wie ursprünglich angenommen.

Anzeige

Der Missbrauch von Technologien wie KI zeigt, wie wichtig fundiertes Wissen über neue rechtliche Pflichten und digitale Bedrohungen für Verantwortliche heute ist. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche Cyberrisiken und gesetzlichen Anforderungen Unternehmer jetzt kennen müssen. KI-Gesetze und Cyberrisiken: Kostenlosen Report anfordern

Juristische Konsequenzen und weiteres Verfahren

Die Jury sah es als erwiesen an, dass Kovar in insgesamt 15 Fällen gegen geltendes Recht verstoßen hat. Die Verurteilung umfasst elf Fälle von Drahtbetrug sowie zwei Fälle von Postbetrug. Zusätzlich wurde der Gründer in zwei Fällen wegen Geldwäsche schuldig gesprochen. Diese Delikte wiegen nach US-amerikanischem Recht schwer und summieren sich zu dem genannten maximalen Strafmaß von fast drei Jahrhunderten Haft.

Obwohl der Schuldspruch bereits feststeht, ist das Verfahren noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Bekanntgabe des endgültigen Strafmaßes durch das Gericht wird für den 30. November 2026 erwartet. Bis dahin bleibt abzuwarten, in welchem Umfang das Gericht die maximal mögliche Strafe ausschöpfen wird.

Anzeige

Wer sein Unternehmen proaktiv vor digitalem Betrug und Sicherheitslücken schützen möchte, findet in diesem E-Book wertvolle Experten-Tipps. Erfahren Sie, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Unternehmen ohne teure Investitionen langfristig absichern. Gratis-E-Book: IT-Sicherheit effektiv stärken

Der Fall Profit Connect gilt als Beispiel für eine zunehmende Tendenz, bei der komplexe technologische Begriffe wie künstliche Intelligenz instrumentalisiert werden, um betrügerische Finanzprodukte seriös erscheinen zu lassen.

Juristen beobachten in diesem Zusammenhang, dass die Verknüpfung von Krypto-Themen und KI-Versprechen eine neue Herausforderung für den Anlegerschutz darstellt. Anleger werden generell dazu angehalten, Angebote mit ungewöhnlich hohen Renditeversprechen kritisch zu prüfen, insbesondere wenn die zugrunde liegende Technologie nicht transparent nachvollziehbar ist.

Mehr zum Thema bei t3n: „Krypto-Betrug mit KI: Gründer drohen in den USA 280 Jahre Haft“

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70026195 |