KI-Betrug, Anteil

KI-Betrug explodiert: Anteil steigt von 3% auf 40% in zwei Jahren

26.06.2026 - 18:47:14 | boerse-global.de

Google veröffentlicht Android-Updates und zerschlägt das IPIDEA-Proxy-Netzwerk. WhatsApp und Samsung reagieren auf die Zunahme KI-gestützter Betrugsversuche.

Google & Co. rüsten gegen KI-Betrug: Neue Sicherheitsupdates
KI-Betrug - Eine Hand interagiert mit einer holografischen Oberfläche, die digitale Schlösser und Binärcode zeigt, was Android-Datenschutz und -Sicherheit darstellt. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Angesichts einer massiven Zunahme KI-gestützter Betrugsversuche verschärfen Google und die Branche ihre Sicherheitsmaßnahmen. Neue Android-Updates, die Zerschlagung eines riesigen Proxy-Netzwerks und verschärfte Schutzfunktionen bei WhatsApp und Samsung stehen im Fokus.

Android 17: Neue Features und erste Fehlerkorrekturen

Google hatte Android 17 am 17. Juni 2026 veröffentlicht – pünktlich zum Sommerauftakt. Das Betriebssystem bringt weitreichende Privatsphäre-Funktionen mit: Nutzer können Kontaktdaten nun isoliert freigeben und Standortberechtigungen zeitlich begrenzen, sodass diese automatisch verfallen. Die auf der Google I/O vorgestellte Funktion „Continue On“ erlaubt zudem das nahtlose Übertragen von Aufgaben zwischen Smartphone und Tablet.

Schon heute, am 26. Juni, legt Google mit dem Android 17 QPR1 Beta 5 nach. Das Update enthält das Juni-Sicherheitspaket und behebt mehrere Stabilitätsprobleme – darunter Abstürze der Kamera-Suchereinblendung und Fehler in der privaten Nutzerumgebung „Private Space“. Für Unternehmen gibt es eine Neuerung: Bestimmte Schnelleinstellungen lassen sich jetzt sperren, was die Gerätesicherheit im Berufsalltag erhöht.

Parallel dazu erhalten Besitzer von Pixel-6- bis Pixel-10-Geräte das Android 16 QPR3 Beta 2.1. Dieses Update richtet sich an Nutzer, die noch nicht auf Android 17 gewechselt sind, und bringt den Sicherheitsstand von Januar 2026 mit.

Riesiges Proxy-Netzwerk zerschlagen

Ein entscheidender Schlag gegen die Cyberkriminalität gelang Google mit der Zerschlagung von IPIDEA – dem weltweit größten privaten Proxy-Netzwerk. Auf seinem Höhepunkt kontrollierte der Dienst rund 6,1 Millionen IP-Adressen täglich. Mehr als 550 kriminelle Gruppen nutzten die Infrastruktur für Spionage und Botnetz-Aktivitäten.

Das Netzwerk stand in Verbindung mit dem BADBOX 2.0-Botnetz. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) schätzt, dass durch die gesamte BADBOX-Kampagne rund zehn Millionen nicht zertifizierte Android-Geräte kompromittiert wurden. Diese Geräte wurden häufig über große Online-Händler verkauft. Google Play Protect blockiert inzwischen Apps, die mit IPIDEA in Verbindung stehen.

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KI-Betrug explodiert – Branche reagiert

Die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen sind auch eine Reaktion auf die rasant steigende Bedrohungslage. Waren 2024 erst drei Prozent aller Betrugsversuche KI-gestützt, stieg dieser Anteil im ersten Quartal 2026 auf 40 Prozent – ein Anstieg, der die Branche alarmiert hat.

Am 25. Juni kündigte das Sicherheitsunternehmen Incode die Übernahme von Identiq an. Ziel ist der Aufbau eines datenschutzorientierten Betrugspräventionsnetzwerks, das auf kryptografischem Peer-to-Peer-Austausch basiert. Incode investiert 100 Millionen Euro in die entsprechende Infrastruktur.

WhatsApp und Samsung ziehen nach

Auch die Messaging-Apps und Hardwarehersteller reagieren. WhatsApp führt ab dem 25. Juni eine intelligente Vorschau für Nachrichten unbekannter Absender ein. Nutzer sehen vor dem Öffnen Metadaten wie das Herkunftsland und gemeinsame Kontakte – ein wirksames Mittel gegen sogenannte „New-Number“-Betrugsmaschen.

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Samsung beginnt derweil mit der Auslieferung des Juni-Sicherheitsupdates. Der Patch schließt 45 Sicherheitslücken und wird zunächst für die Modelle Galaxy S23, Z Fold 5 und Z Flip 5 in Südkorea bereitgestellt.

Sicherheitsexperten wie Bitdefender warnen zudem vor einer Verlagerung der Bedrohungen: Immer häufiger setzen Angreifer auf raffinierte Phishing-Versuche über SMS und Messenger sowie auf gefälschte App-Updates. Empfohlen werden Hintergrund-Scans und geräteübergreifender Webschutz – besonders beim Installieren von Apps aus unbekannten Quellen und der Nutzung öffentlicher WLANs.

de | wissenschaft | 69634987 |