KI-Betrug explodiert: 57 Milliarden Euro Schaden in der EU 2026
14.06.2026 - 21:10:38 | boerse-global.de
Für 2026 beziffern Experten die Summe in der EU bereits auf rund 57 Milliarden Euro. Haupttreiber: die Automatisierung von Angriffen, die zu einer Vervierzehnfachung der KI-Vorfälle gegenüber dem Vorjahr geführt hat.
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Google reicht Klage gegen „Outsider Enterprise" ein
Am 12. Juni 2026 zog der Konzern vor einem US-Bundesgericht in New York gegen eine chinesische Gruppierung. Die Bande soll Googles KI-Modell Gemini für massenhafte Phishing-Kampagnen missbraucht haben.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Zwischen November 2025 und April 2026 erstellte die Gruppe 131 Phishing-Kits und rund 9.000 betrügerische Webseiten. Allein im Mai 2026 verschickte sie innerhalb von zwei Wochen 2,5 Millionen Betrugs-SMS – etwa 100.000 Menschen wurden zu Opfern.
Die Kits vertrieb das Netzwerk im Abonnement-Modell, ab etwa 80 Euro pro Woche. Google arbeitet bei der Aufklärung mit dem FBI und Telekommunikationsanbietern wie AT&T, T-Mobile und Verizon zusammen. Eine einstweilige Verfügung gegen die Gruppe liegt bereits vor.
KI macht Betrüger radikal effizienter
Die Zahlen sind alarmierend: 82 Prozent aller Phishing-E-Mails sind mittlerweile KI-generiert. Früher benötigten Kriminelle rund 16 Stunden für die Vorbereitung komplexer Inhalte – heute schaffen sie das in fünf Minuten.
Neben klassischen E-Mails boomen auch Smishing (Betrug via SMS) und Quishing-Angriffe über manipulierte QR-Codes. Smishing-Versuche legten um 40 Prozent zu und machen nun 35 Prozent aller Attacken aus.
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In Deutschland registriert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ebenfalls einen massiven Anstieg. 2025 beliefen sich die Schäden durch Online-Betrug hierzulande auf rund 10,6 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen war in den letzten zwölf Monaten mit Betrugsversuchen konfrontiert – mindestens jeder vierte Bürger erlitt bereits einen konkreten Schaden.
Aktuelle Wellen: Elster, PayPal und Sparkassen im Visier
Seit Mitte Juni 2025 beobachten Experten eine verstärkte Phishing-Welle im Namen des Steuerportals Elster. Parallel dazu verbreitet sich eine neue PayPal-Phishing-Kampagne über WhatsApp. Auch die Sparkassen warnen: Auf einen Phishing-Angriff folgt dort unmittelbar Telefonterror.
Oracle-Sicherheitslücke mit höchster Risikostufe
Am 13. Juni 2026 meldete das Softwareunternehmen eine kritische Lücke in PeopleSoft PeopleTools. Die Schwachstelle CVE-2026-35273 erhielt einen CVSS-Wert von 9,8 – die zweithöchste Risikostufe. Berichten zufolge wird sie bereits aktiv ausgenutzt. 68 Prozent der betroffenen Institutionen gehören zum Hochschulbereich.
Laut Interpol beläuft sich der weltweite Schaden durch Telefonbetrug mittlerweile auf über 400 Milliarden Euro.
