KI-Betrug: 63 Prozent der Generation Z bereits Opfer
19.06.2026 - 23:27:47 | boerse-global.de
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Schulen und Studierende im Visier
Am 19. Juni warnte das Brunswick County Schools System in North Carolina seine Schüler vor einer betrügerischen E-Mail mit dem Betreff „Brunswick County Schools Opportunities Designed for Students“. Die Nachricht lockte mit einem Sommerjob, der 300 Dollar pro Woche versprach, und forderte die Empfänger auf, persönliche Daten in ein Google-Formular einzutragen. Die Schulbehörde entfernte die E-Mails umgehend aus den Schülerkonten und riet allen Betroffenen, ihre Bank zu kontaktieren.
In Indien warnte die National Testing Agency (NTA) am selben Tag vor Phishing-Versuchen im Vorfeld der NEET-UG-Wiederholungsprüfung am 21. Juni. Die Behörde stellte klar, dass offizielle Kommunikation ausschließlich von den Absenderkennungen „NICPEP“ oder verifizierten WhatsApp-Konten mit blauem Haken stamme. Zahlungsaufforderungen oder Anfragen nach persönlichen Daten gebe es nicht. NTA-Vorsitzender Abhishek Singh wies Gerüchte über erneute Prüfungslecks zurück.
Besonders alarmierend: Laut aktuellen Branchenstudien sind 63 Prozent der Angehörigen der Generation Z bereits Opfer von Finanzbetrug geworden. Typische Warnsignale sind versprochene Gewinne oder Stipendienangebote von nicht bildungsbezogenen Domains.
Senioren: Milliardenschäden durch KI-Betrug
Neue Daten der US-Verbraucherschutzbehörde FTC zeigen, dass Senioren im Jahr 2025 rund 16 Milliarden Dollar durch Betrug verloren haben – ein deutlicher Anstieg gegenüber 12,8 Milliarden Dollar im Vorjahr.
Eine am 19. Juni veröffentlichte Bitdefender-Studie ergab, dass fast neun von zehn Senioren in Australien sich von den Risiken der künstlichen Intelligenz überfordert fühlen. 25 Prozent der Befragten sind bereits auf KI-basierte Betrugsmaschen hereingefallen, 38 Prozent hielten KI-generierte Inhalte zunächst für echt. Besonders perfide: Stimmenklon-Anrufe und Deepfake-Videos.
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Ein Einzelfall aus Johannesburg zeigt die verheerenden Folgen: Die 63-jährige Rentnerin Luisa Westphal verlor umgerechnet rund 1,27 Millionen Rand, nachdem sie auf einen Phishing-Link hereinfiel, der angeblich von South African Airways stammte. Das Geld stammte teils aus einem Hauskredit und vom Konto ihres Mannes. Die Nedbank leistete eine kleine Kulanzzahlung, lehnte aber eine Haftung ab.
In Großbritannien verlor der 35-jährige Sam Little im Januar 2026 umgerechnet rund 40.000 Pfund, nachdem er auf eine angebliche Banknachricht reagierte. Laut dem britischen Statistikamt sind dort jährlich 4,6 Millionen Menschen von Cyberkriminalität betroffen – ein Anstieg um 31 Prozent.
Gezielte Angriffe auf Fachleute und Handynutzer
Sicherheitsforscher meldeten am 19. Juni eine neue welle von „ForumTroll“-Phishing-Angriffen, die sich gezielt gegen russische Wissenschaftler in den Bereichen Politikwissenschaft und internationale Beziehungen richten. Die seit Oktober 2025 aktive Kampagne nutzt offenbar eine Sicherheitslücke in Google Chrome aus.
Der Mobilfunkanbieter O2 warnte am selben Tag vor einer Betrugsmasche, bei der angeblich SIM-Karten wegen nicht unterschriebener AGB deaktiviert würden. Der Anbieter hat eigenen Angaben zufolge bereits über eine Milliarde betrügerische Nachrichten blockiert.
Besonders perfide: Lokale Behörden in Illinois meldeten diese Woche Phishing-Versuche, die auf konkrete Gemeinde-Details setzten. Bewohner von Glencoe und Kenilworth erhielten gefälschte SMS und E-Mails zu angeblich anstehenden Seeufer-Umfragen und Baugebühren – ein Trend, bei dem Betrüger lokale Informationen nutzen, um ihre Nachrichten vertrauenswürdiger erscheinen zu lassen.
