KI-Betrug: 442 Milliarden Euro Schäden, EZB ruft Banken zur Krise
28.05.2026 - 21:39:35 | boerse-global.deAngesichts explodierender Schäden durch KI-gestützte Betrugsmaschen hat sie Vertreter der 111 größten Banken zu einer Krisensitzung einberufen. Die globalen Verluste durch KI-Phishing belaufen sich inzwischen auf rund 442 Milliarden Euro.
Automatisierung treibt Betrugswelle an
Der Haupttreiber: Kriminelle setzen KI-Tools ein, um Phishing-Kampagnen fast vollständig zu automatisieren. 86 Prozent aller Angriffe laufen mittlerweile automatisiert ab. Die Vorbereitungszeit für einen Angriff sank von acht Stunden auf 22 Sekunden. Täglich verschicken Täter weltweit rund 3,4 Milliarden schädliche Nachrichten.
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Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei Banking-Trojanern. Im ersten Quartal 2026 schnellten die Fallzahlen um 196 Prozent auf 1,24 Millionen Fälle. Der Mamont-Trojaner ist dabei der größte Übeltäter: Er steckt hinter 70 Prozent aller Angriffe auf Android-Geräte.
Neue Betrugsformen wie „Quishing“ – manipulierte QR-Codes – legen rasant zu. Hier registrierten Experten 18 Millionen Fälle, ein Plus von 150 Prozent. Das klassische „Smishing“ per SMS verzeichnete binnen vier Jahren sogar ein Plus von 300 Prozent.
Alte Tricks in neuem Gewand
Doch nicht nur High-Tech-Angriffe bereiten Sorgen. In Deutschland warnen Behörden aktuell verstärkt vor dem Enkeltrick per Messenger. Täter geben sich als Angehörige mit neuer Nummer aus und bitten unter Vorwänden wie kaputten Handys um Geld. Aufmerksame Empfänger können die Täter durch gezielte Rückfragen entlarven.
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In Spanien warnte die Banco de España vor Betrug mit dem Bezahldienst Bizum. Nutzer autorisieren unter dem Vorwand einer eingehenden Zahlung tatsächlich eine Abbuchung. Auch gefälschte Apps sind ein wachsendes Risiko. Eine Nutzerin verlor einen dreistelligen Betrag durch eine manipulierte Park-App in Kopenhagen. Die Abbuchungen erfolgten erst Wochen später in kleinen Teilbeträgen. Da die Transaktionen per TAN autorisiert wurden, verweigern Banken häufig die Erstattung.
Ermittlungsbehörden schlagen zurück
Die Strafverfolgung kann Erfolge vermelden. Bei der Interpol-Operation FRONTIER+ III gab es weltweit rund 3.000 Festnahmen. Die Behörden froren Vermögenswerte in Höhe von 752 Millionen US-Dollar ein. Auch in Nordrhein-Westfalen gelang ein Schlag: In Wuppertal nahm die Polizei zwei mutmaßliche Geldboten einer Cybertrading-Plattform fest. Ein Opfer hatte dort über 350.000 Euro investiert.
Das Finanzgericht Münster entschied zudem über die steuerliche Behandlung von Betrugsverlusten. Ein Opfer eines Schockanrufs wollte die Verluste als außergewöhnliche Belastung absetzen – ohne Erfolg. Das Gericht argumentierte, die Aufwendungen seien nicht zwangsläufig entstanden. Die Revision zum Bundesfinanzhof wurde jedoch zugelassen.
Experten von BSI und Bankenverbänden raten zu extremer Skepsis bei unaufgeforderten Nachrichten, Links und QR-Codes. Im Verdachtsfall sollten Betroffene sofort den Sperr-Notruf 116 116 wählen.
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