KI-Belastung, Banken

KI-Belastung in Banken: DBV fordert bis zu drei freie Tage pro Quartal

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 17:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DBV verlangt zusätzliche freie Tage bei KI-bedingter Mehrbelastung; Arbeitgeber warnen vor höheren Kosten und gefährdeten Stellen.

Private Banken: DBV fordert Entlastungstage bei KI-Belastung
Ein minimalistischer, moderner Innenraum eines Bankgebäudes mit polierten Marmorböden und architektonischen Linien bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Im Vorfeld der Tarifrunde für das private Bankgewerbe hat der Deutsche Bankangestelltenverband (DBV) eine Entlastungsregelung für den Umgang mit neuer Technologie gefordert. Laut Berichten vom 26. September 2026 verlangt die Gewerkschaft für Beschäftigte in Bereichen, die durch Künstliche Intelligenz und Automatisierung belastet sind, je nach Ausmaß ein bis drei zusätzliche Entlastungstage pro Quartal.

Ausgleich für wachsende Arbeitsdichte

Auf das Jahr gerechnet beläuft sich der geforderte Anspruch auf maximal zwölf freie Tage. Nach den Plänen des DBV müssen die Entlastungstage innerhalb des jeweiligen Quartals in Anspruch genommen werden; eine Übertragung auf nachfolgende Zeiträume ist nicht vorgesehen. Für Beschäftigte in Teilzeit soll der Anspruch anteilig gelten.

Als Begründung für die Initiative führt der Verband veränderte Anforderungen am Arbeitsplatz an. So entstünden Belastungen vor allem durch ein höheres Fallaufkommen, die manuelle Prüfung von KI-Ergebnissen sowie die notwendige Fehlerkorrektur. DBV-Verhandlungsführer Wolfgang Ermann erklärte hierzu, dass Betriebe einen Ausgleich schaffen müssten, sobald Tätigkeiten durch den Einsatz der Systeme dichter, komplexer oder verantwortungsvoller würden.

Arbeitgeberseite verweist auf Mitarbeiterbefragung

Der Arbeitgeberverband der privaten Banken (AGV Banken) reagierte mit deutlicher Kritik auf den Vorstoß. Hauptgeschäftsführer Carsten Rogge-Strang sprach von einem Widerspruch und warnte davor, dass zusätzliche Freistellungstage die Arbeitskosten nach oben trieben und damit letztlich Arbeitsplätze gefährdeten.

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Zur Untermauerung seiner Haltung verwies der Arbeitgeberverband auf eine Befragung des Instituts Kantar unter 942 Bankbeschäftigten. Demnach gaben 52 Prozent der Befragten an, durch Künstliche Intelligenz keinerlei Belastung zu verspüren.

In einer Rangliste von insgesamt zwölf abgefragten Stressfaktoren landete die Digitalisierung auf dem letzten Platz. Branchenkommentare stuften die Forderung nach bis zu zwölf Sonderurlaubstagen ebenfalls als unpassende Antwort auf die technologische Entwicklung ein.

Auftakt der Verhandlungen im Oktober

Die Forderung nach Entlastungstagen ist Teil eines größeren Forderungspakets für die anstehenden Tarifgespräche. Als Kernforderung verlangt der DBV ab dem 1. Oktober ein Gehaltsplus von 9,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

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Nachwuchskräfte sollen monatlich 160 Euro mehr erhalten. Zudem fordert der Verband die Möglichkeit, bis zu zehn zusätzliche Urlaubstage käuflich zu erwerben, sowie einen monatlichen Bonus von 1.500 Euro für die Weitergabe von Wissen.

Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Bankenverband beginnen am 8. Oktober in Berlin und sollen im November fortgesetzt werden. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Institute sind zuletzt positiv ausgefallen: Für das Jahr 2025 verzeichnete die Deutsche Bank einen Vorsteuergewinn von 9,7 Milliarden Euro, während die Commerzbank eine Ausschüttung von rund 2,7 Milliarden Euro vornahm. Das Bruttogehalt von Bankangestellten liegt überwiegend in einem Bereich zwischen 4.200 und 5.900 Euro im Monat.

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