KI-Begleiter, ElliQ

KI-Begleiter ElliQ: 94 Prozent der Nutzer berichten weniger Einsamkeit

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 06:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden, Pflegeeinrichtungen und Forschungsteams erproben digitale Zugänge, technische Hilfen und KI-Begleitung für ältere Menschen.

Digitale Pflege: KI und neue Technik unterstützen ältere Menschen
Ein heller, minimalistisch eingerichteter Aufenthaltsraum in einem modernen Pflegeheim mit Blick in einen Garten. Illustration mit AI erstellt.

Regionale Initiativen und wissenschaftliche Einrichtungen setzen zunehmend auf digitale Werkzeuge und künstliche Intelligenz, um die Kommunikation mit älteren Menschen zu stärken und den Zugang zu Pflegeangeboten zu vereinfachen. Die Anwendungsbereiche reichen von behördlichen Assistenzsystemen und Platzvermittlungen über Infrastrukturreformen in Pflegeheimen bis hin zu Sensorik und softwaregestützten Schutzmechanismen im Alltag.

Digitale Zugänge zu Behörden und Pflegeplätzen

In Verwaltungen und bei der Vermittlung von Heimplätzen kommen vermehrt automatisierte Lösungen zum Einsatz. Im Kreis Steinfurt beantwortet ab dem 13. Oktober 2026 ein digitaler Telefonassistent des Anbieters VITAS AI erste Bürgeranfragen zum Schwerbehindertenrecht im Amt für Soziales und Pflege.

Das System steht unter der Rufnummer 02551 69-4050 rund um die Uhr zur Verfügung, während komplexere Anliegen an das zuständige Personal weitergeleitet werden.

In Sachsen-Anhalt ging am 22. September 2026 ein digitaler Pflegeplatzfinder als App und Webanwendung an den Start. Bis Mitte Oktober verzeichnete das System mehr als 9.500 Suchabfragen über die Website sowie mehr als 5.700 Aufrufe über die App, wobei jeweils reine Suchvorgänge erfasst werden.

Mit 460 teilnehmenden Häusern waren bereits mehr als 85 Prozent der vollstationären Pflegeeinrichtungen des Landes integriert; das Ziel sieht vor, bis Ende Oktober alle Einrichtungen aufzunehmen. Bislang wurden 231 Meldungen zu freien oder belegten Plätzen registriert, während verlässliche Daten über tatsächlich abgeschlossene Vermittlungen noch ausstehen.

Ausbau der Infrastruktur und Modellprojekte in Heimen

Neben dem Zugang zu Plätzen wird die technische Ausstattung in Heimen aufgewertet. In Oberösterreich sieht eine neue Heimverordnung vor, ab Jänner 2027 in allen 134 Alten- und Pflegeheimen, die von 42 unterschiedlichen Trägern betrieben werden, eine einheitliche digitale Infrastruktur einzuführen.

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Bisher fehlt rund einem Drittel der Häuser ein grundlegender WLAN-Zugang. Der Plan umfasst unter anderem Sturzsensoren, eine per Spracherkennung gesteuerte Pflegedokumentation, Ortungssysteme für Demenzerkrankte, Telemedizin sowie elektrische Mobilisierungshilfen.

Begleitet wird die Maßnahme ab 2027 durch einen Pflegetechnologiefonds im Rahmen der Pflegestrategie 2040. Der zuständige Sozial-Landesrat Dr. Christian Dörfel stellte heraus, dass die digitalen Hilfsmittel für einen Modernisierungsschub und verringerte Bürokratie sorgen sollen, um Pflegekräften mehr Zeit für die Betreuung zu verschaffen.

Gleichzeitig untersuchen regionale Modellprojekte neue Formen der Zusammenarbeit. Im Pflegeheim Hofberg des BRK-Kreisverbands Landshut startete unter der Leitung von Franz Wacker das über drei Jahre angelegte Projekt „Virtuelles Pflegeheim“. Es überprüft in drei Phasen, wie extern zugeschaltete Fachkräfte das Hilfspersonal vor Ort über Audio- und Videoverbindungen unterstützen können.

Am Technologie Campus Grafenau der TH Deggendorf widmet sich das Forschungsteam AI4CARE unter Leitung von Prof. Florian Wahl dem Projekt SOVIA zur sozialen virtuellen Assistenz.

Sensorik, soziale Begleitung und Schutz vor Risiken

Auch in der häuslichen Umgebung entstehen neue Überwachungs- und Begleitkonzepte. Forschende der Nottingham Trent University und des Unternehmens Integrated System Technologies veröffentlichten im August 2026 im Fachjournal Sensors eine Untersuchung zu einem KI-gestützten Überwachungssystem.

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Mittels Millimeterwellenradar, Wärmesensoren und vernetzten Steckdosen soll das System Notlagen alleinlebender Senioren ohne Kameras oder tragbare Geräte erkennen. Akute Notfälle wie Herzinfarkte können bislang jedoch noch nicht zuverlässig identifiziert werden, weshalb vor einem Praxiseinsatz weitere Tests notwendig sind.

Für Menschen mit Demenz entwickelt das hessische Start-up nearby eine sensorische Einlegesohle, die über Funkpunkte in Steckdosen registriert, wenn Bewohner das Haus verlassen. Eine zweite Pilotphase mit Familien und Pflegeheimen ist ab Mitte oder Ende November geplant. Um demenzkranke Personen vor unkontrollierten Online-Ausgaben zu bewahren, simuliert das Tool ShieldCart Bezahlvorgänge im Internet, ohne tatsächliche Transaktionen auszulösen.

Auf internationaler Ebene setzt der Bundesstaat New York auf softwaregestützte Dialogpartner: Die dortige Partnerschaft mit Intuition Robotics zur Bereitstellung des KI-Begleiters ElliQ wurde verlängert, nachdem Daten der zuständigen Seniorenbehörde zeigten, dass 94 Prozent der Nutzer von einem Rückgang ihres Einsamkeitsgefühls berichteten.

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