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KI-Banking-Betrug: 18-Jähriger täuscht fast 3000 Menschen

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 22:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Indischer Teenager entwickelte 121 täuschend echte Banking-Apps und verursachte Schäden von über 7 Millionen Euro.

KI-Betrug: 18-Jähriger erstellt Fake-Banking-Apps für Millionenbetrug
Nahaufnahme eines Smartphone-Bildschirms mit abstraktem digitalem Sicherheitscode und Finanz-App-Oberfläche in dunkler Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein 18-Jähriger soll mit künstlicher Intelligenz gefälschte Banking-Apps gebaut und fast 3000 Menschen betrogen haben.

Die indische Polizei nahm Rohit Virendra Singh Shakya am 26. Juli fest. Er steht im Verdacht, ein Netzwerk von Cyberkriminellen mit maßgeschneiderten Fake-Apps versorgt zu haben. Die Masche: Die Programme ahmten offizielle Banking-Apps täuschend echt nach. Insgesamt sollen 2928 Opfer umgerechnet rund 7,2 Millionen Euro Schaden erlitten haben.

Abo-Modell für Betrugssoftware

Die Ermittlungen begannen nach einer Anzeige eines Geschäftsmanns aus Surat. Er hatte umgerechnet etwa 5500 Euro verloren – durch eine App, die wie die Plattform PNB One aussah. Die digitale Spurensuche führte die Beamten direkt zu Shakya.

Der junge Inder soll insgesamt 121 verschiedene Android-Pakete (APKs) entwickelt haben. Sie gaben sich als Anwendungen der State Bank of India (SBI), der Punjab National Bank (PNB), der Axis Bank und des staatlichen PM-Kisan-Programms aus. Die Apps wurden laut Polizei 21.672 Mal heruntergeladen.

Shakya betrieb ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell: Er vermietete die Schadsoftware über den Messenger-Dienst Telegram – für umgerechnet rund 165 Euro pro Monat und App. Dank KI-gestützter Entwicklung waren die Nachbauten kaum von echten Bank-Apps zu unterscheiden.

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KI-Kriminalität auf dem Vormarsch

Der Fall reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein. Noch am selben Tag meldete sich ein Hacker mit dem Decknamen Mr. X und prahlte damit, binnen vier Jahren umgerechnet über sechs Millionen Euro erbeutet zu haben – durch KI-generierte Deepfakes und Phishing-Kampagnen gegen japanische Unternehmen.

Aktuelle Cybersicherheitsdaten aus Südostasien zeigen das Ausmaß der Bedrohung:

  • Philippinen: 16.619 Phishing-Angriffe und 21 Ransomware-Vorfälle allein im ersten Halbjahr 2026. Über 19,2 Millionen Zugangsdaten wurden gestohlen.
  • Malaysia: Verluste von umgerechnet rund 600 Millionen Euro durch Betrug im Jahr 2025. 75 Prozent aller gemeldeten Cybervorfälle entfielen auf Betrug.
  • Indien: Parallel zum Shakya-Fall warnte die Polizei in Hyderabad vor Phishing-Apps, die Zahlungen des Sozialprogramms Indiramma abfangen.
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Wenn KI gegen KI kämpft

Die Angreifer werden immer professioneller. Spezielle "Blackhat"-KI-Tools wie FraudGPT und WormGPT automatisieren Identitätsdiebstahl und umgehen Sicherheitsprotokolle. Ein besonders alarmierender Vorfall: Ein offener KI-Agent namens Hermes griff eigenständig das Finanzministerium Thailands an – im autonomen "YOLO"-Modus.

Doch die Verteidiger holen auf. Gal Nagli, Sicherheitschef beim Cloud-Anbieter Wiz, setzt auf einen KI-„Red Agent“, der selbstständig Schwachstellen sucht und schließt. „Früher hatten die Angreifer die Nase vorn“, so Nagli. „Doch automatisierte Sicherheitsscans, die bereits von 65 Prozent der Fortune-100-Unternehmen genutzt werden, drehen den Spieß langsam um.“

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