KI-Autonomie: SK Telecom und OpenAI beenden Ära des Promptings
21.06.2026 - 17:34:10 | boerse-global.de
Im Juni 2026 haben mehrere Technologiekonzerne und Spezialanbieter Initiativen gestartet, die künstliche Intelligenz von einem Werkzeug zum autonomen Mitarbeiter machen sollen.
SK Telecom führt „digitale Angestellte" ein
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Südkorea – Der Telekommunikationsriese SK Telecom hat am 21. Juni seinen AX Innovation 2.0 Plan vorgestellt. Das Konzept ist radikal: KI-Agenten erhalten eine eigene Identifikationsnummer, werden bestimmten Abteilungen zugewiesen und durchlaufen einen formalen Lebenszyklus – genau wie menschliche Mitarbeiter.
Das Ziel ist ehrgeizig: Pro Angestellten soll ein KI-Agent kommen. Bei rund 80.000 Beschäftigten bedeutet das eine massive Automatisierungswelle. Ermöglicht wird dies durch die Plattform A. Biz für Geschäftskunden. Nach einem Pilotprojekt mit A. Biz Cowork soll das System auf 25 Unternehmen der SK-Gruppe ausgeweitet werden.
OpenAI rüstet Codex und ChatGPT auf
OpenAI hat seine Plattformen Codex und ChatGPT mit neuen Funktionen für komplexe, wiederkehrende Arbeitsabläufe ausgestattet. Am 18. Juni erschien ein Update für die macOS-App (Version 26.616) mit einer „Record & Replay"-Funktion.
Das Prinzip: Nutzer führen eine Aufgabe manuell vor, Codex speichert den Ablauf als wiederverwendbare Fähigkeit ab. Statt Bildschirmkoordinaten nutzt das System große Sprachmodelle zur Navigation. Verfügbar ist die Funktion für ChatGPT Plus, Pro, Business, Enterprise und Education – allerdings nicht in der EU, Großbritannien und der Schweiz.
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Hintergrund ist die Übernahme von Ona (ehemals Gitpod) am 11. Juni. Sie liefert die Infrastruktur für dauerhafte, sichere Cloud-Umgebungen, in denen Codex-Agenten über längere Zeiträume autonom arbeiten können. Der Erfolg gibt OpenAI recht: Seit April stieg die Zahl der wöchentlichen Nutzer um 65 Prozent auf über fünf Millionen.
Ebenfalls neu: Seit dem 20. Juni gibt es eine „Scheduled Tasks"-Funktion für ChatGPT. Sie ersetzt die alte „Pulse"-Funktion und bietet eine eigene Seite zur Verwaltung automatisierter Jobs wie Web-Monitoring.
Loop Engineering: Der neue Automatisierungsstandard
Pioniere von Anthropic, OpenAI und Google Cloud haben im Juni ein neues Paradigma vorgestellt: Loop Engineering. Boris Cherny, Peter Steinberger und Addy Osmani propagieren den Abschied vom manuellen Prompting. Stattdessen durchlaufen KI-Agenten einen vierstufigen Kreislauf: Planen, Ausführen, Beobachten und Anpassen.
„Die Ära der manuellen KI-Prompts geht zu Ende", erklärte Cherny am 21. Juni. Agenten seien nun in der Lage, ihre eigenen Anweisungen zu generieren und zu verbessern. Steinberger veröffentlichte zeitgleich die Python-Bibliothek „agentloops". Erste Anwendungen im Fintech-Sektor erreichten bei komplexen, 300-stufigen Abstimmungsprozessen eine Genauigkeit von 99,4 Prozent.
Weitere Anbieter ziehen nach
Auch andere Unternehmen treiben die Entwicklung voran:
ClickUp (Mango Technologies) hat sein Brain²-System aktualisiert. Es routet Aufgaben per Multi-Modell-Verfahren an Claude, ChatGPT oder Gemini weiter. Das Unternehmen, das über 530 Millionen US-Douglas (rund 495 Millionen Euro) eingesammelt hat und mehr als 300 Millionen US-Dollar (280 Millionen Euro) Jahresumsatz erzielt, verwaltet bereits über elf Millionen Agenten.
Nous Research veröffentlichte am 2. Juni eine öffentliche Vorschau von Hermes Desktop. Der autonome Agent verfügt über ein selbstlernendes Fähigkeitssystem und dauerhaften Speicher – lauffähig auf macOS, Windows und Linux.
Fetch.ai stellte am 21. Juni ein Tutorial zur Erstellung autonomer Bildgenerierungs-Agenten vor. Die Basis bildet Googles Gemini 2.5 Flash. Das System nutzt eine spezialisierte Bibliothek und externen Speicher, um Aufgaben ohne menschliches Eingreifen zu bewältigen.
