KI-Ausgaben 2026: Gartner prognostiziert 2,67 Billionen Dollar weltweit
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-Unternehmen Snorkel AI hat in einer neuen Finanzierungsrunde 350 Millionen US-Dollar an frischem Kapital aufgenommen. Wie aus einem Bericht vom 22. September 2026 hervorgeht, wird das Start-up im Zuge dieser Investition mit insgesamt 3,5 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Finanzierungsrunde wurde von Insight Partners und S32 angeführt, wobei sich auch die bestehenden Investoren Addition und Gre beteiligten.
Fokus auf komplexe Datensätze und Profitabilität
Der Bedarf an hochwertigen Trainingsdaten wächst parallel zur Komplexität neuer KI-Modelle. Laut CEO Alex Ratner sei die annualisierte Umsatz-Run-Rate des Unternehmens mittlerweile auf etwa 350 Millionen US-Dollar gestiegen.
Snorkel AI reagiere damit auf die Anforderungen von Frontier-AI-Laboren, die für die Entwicklung spezialisierter Modelle zunehmend auf differenzierte und komplexe Daten angewiesen sind. Das Unternehmen gab zudem bekannt, dass es noch im laufenden Jahr die Erreichung der Profitabilität erwarte.
Die Entwicklung bei Snorkel AI steht stellvertretend für einen breiteren Trend im Sektor der spezialisierten KI-Dienstleister. So sammelte das kürzlich in Go.AI umbenannte Unternehmen Go Abacus in einer Series-A-Finanzierungsrunde unter der Leitung von Updata Partners 85 Millionen US-Dollar ein.
Go.AI bedient über 200 Kunden in Branchen wie dem Gesundheitswesen, der Luft- und Raumfahrt sowie der Fertigung und verarbeitet täglich mehr als 12,5 Millionen Anfragen in On-Premise-Umgebungen.
Expansion im Markt für KI-Infrastruktur und Cloud-Lösungen
Parallel zur Datenaufbereitung wächst der Markt für die zugrunde liegende Infrastruktur. Das in Helsinki gegründete Unternehmen Verda hat laut einem Bericht vom 22. September 2026 in einer Series-B-Finanzierungsrunde 189 Millionen US-Dollar eingeworben, um seine Full-Stack-AI-Cloud und Compute-Kapazitäten auszubauen.
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Mit einer Gesamtfinanzierung von über 450 Millionen US-Dollar und einer Bewertung von mehr als 1 Milliarde US-Dollar gilt Verda als neues europäisches „Unicorn“. Das Unternehmen verzeichnete im Juli 2026 eine Umsatz-Run-Rate von 165 Millionen US-Dollar und plant, seine Rechenkapazitäten im nächsten Jahr deutlich zu vervielfachen.
Auch Hyperscaler weiten ihre Präsenz massiv aus. Microsoft hat in Hyderabad seine vierte Cloud-Region in Indien in Betrieb genommen. Diese Investition ist Teil eines 20,5 Milliarden US-Dollar schweren Programms für den indischen Markt.
Laut Puneet Chandok, President Microsoft India/South Asia, liege die Herausforderung derzeit weniger in der Nachfrage als vielmehr in der Bereitstellung ausreichender Kapazitäten. Indien generiere rund 20 Prozent der weltweiten Daten, verfüge aber bislang nur über zirka 3 Prozent der globalen Rechenzentrumskapazität.
Wachsender Datenbedarf in der Robotik und physischen KI
Die Nachfrage nach spezialisierten Trainingsdaten erreicht verstärkt den Bereich der Robotik. Deepen AI stellte jüngst ein neues System zur Validierung und Lizenzierung von Daten für die physische KI vor.
Hintergrund ist eine erhebliche Datenlücke: Während Robotik-Start-ups bis Mitte Juni 2026 bereits 18,8 Milliarden US-Dollar einsammelten, stehen laut Studien von NVIDIA und dem MIT nur etwa 20.000 Stunden an öffentlichen Real-Robot-Daten zur Verfügung.
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Große Industrieakteure bereiten unterdessen eine massive Skalierung vor. Hyundai plant, in den kommenden Jahren 25.000 Einheiten des humanoiden Roboters Atlas in seinen globalen Werken einzusetzen.
Boston Dynamics eröffnete hierfür ein Testzentrum in Georgia, um den Einsatz der Roboter in der Automobilfertigung zu trainieren. Auch Toyota erwägt einen Ausbau seiner Robotik-Flotte auf bis zu 400.000 Systeme bis 2028, was jährliche Ausgaben von rund 1 Billion Yen nach sich ziehen könnte.
Prognosen für den massiven Ausbau globaler Rechenzentrumskapazitäten
Die langfristigen Investitionssummen für die KI-Infrastruktur erreichen neue Größenordnungen. Laut dem Global Data Centre Outlook von PwC könnten die weltweiten Investitionen in diesem Bereich bis zum Jahr 2050 auf 31,6 Billionen US-Dollar steigen.
Für das Jahr 2026 prognostiziert Gartner weltweite KI-Gesamtausgaben von 2,67 Billionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 49,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon entfallen allein 1,484 Billionen US-Dollar auf die KI-Infrastruktur.
Diese Expansion führt jedoch zunehmend zu Engpässen. Marktforscher von Forrester erwarten, dass der enorme Ressourcenhunger bis 2027 zu neuen regulatorischen Hürden und steigenden Kosten für Energie und Wasser führen wird.
Abhijit Sunil von Forrester betonte, dass der unbegrenzte Ehrgeiz im KI-Sektor im kommenden Jahr auf die Realität begrenzter physischer Ressourcen treffen werde. Bereits jetzt liegt die Leerstandsquote in nordamerikanischen Rechenzentren bei einem Rekordtief von einem Prozent, während die Wartezeiten für neue Netzanschlüsse vielerorts vier Jahre überschreiten.
