Finanzmärkten, Princeton-Professor

KI an Finanzmärkten: Princeton-Professor warnt vor Kontrollverlust

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 09:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ökonom Markus Brunnermeier sieht durch autonome KI-Agenten Gefahren für Preisbildung, Geldpolitik und globale Finanzstabilität.

Brunnermeier warnt vor autonomen KI-Agenten an Finanzmärkten
Ein minimalistisches, in sanftes Licht getauchtes Bankgebäude mit hohen Marmorsäulen und langen Schatten. Illustration mit AI erstellt.

Der renommierte Ökonom Markus Brunnermeier, Professor an der Princeton University, hat vor den wachsenden Gefahren durch den Einsatz autonomer Künstlicher Intelligenz (KI) an den globalen Finanzmärkten gewarnt.

Wie aus einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung vom 13. September 2026 hervorgeht, sieht der Experte erhebliche Risiken in der zunehmenden Autonomie von KI-Agenten, deren Handelsentscheidungen für menschliche Akteure nicht mehr erklärbar seien.

Intransparenz und Marktmanipulation

Ein zentraler Aspekt der Warnung betrifft die mangelnde Nachvollziehbarkeit algorithmischer Entscheidungsprozesse. Laut Brunnermeier handeln KI-Agenten zunehmend eigenständig an den Finanzmärkten, ohne dass die Hintergründe ihrer Transaktionen für Außenstehende oder Regulierungsbehörden transparent sind.

Diese Entwicklung könne zu einem schwerwiegenden Vertrauensverlust in die Preisbildung führen. Wenn Marktteilnehmer die Entstehung von Preisen nicht mehr verstehen, gefährde dies die Integrität des gesamten Handelssystems.

Darüber hinaus identifizierte der Professor spezifische Bedrohungsszenarien wie das sogenannte Pump-and-Dump-Verfahren. Hierbei könnten autonome Systeme Kurse künstlich manipulieren, um spekulative Gewinne zu erzielen. Brunnermeier befürchte zudem eine zunehmende Finanzdominanz durch technologische Systeme, die sich der herkömmlichen marktökonomischen Kontrolle entziehen.

Herausforderungen für die Geldpolitik

Die Warnung erstreckt sich auch auf die Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen. Demnach drohen den Notenbanken massive Marktverwerfungen, insbesondere im Kontext von Zinserhöhungen. Das unvorhersehbare Verhalten autonomer KI-Agenten könne dazu führen, dass geldpolitische Maßnahmen nicht mehr die beabsichtigte Wirkung entfalten oder sogar krisenhafte Reaktionen an den Märkten provozieren.

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Die herkömmlichen Steuerungsmechanismen der Währungshüter seien möglicherweise nicht auf die Geschwindigkeit und die autonome Logik dieser Systeme vorbereitet.

Systemisches Risiko durch Technologieanbieter

Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse liegt auf der Konzentration technologischer Macht. Brunnermeier ordne großen KI-Anbietern wie OpenAI, Anthropic und Alphabet eine Rolle als systemisches Risiko zu.

Da diese Unternehmen die grundlegenden Modelle bereitstellen, auf denen viele autonome Finanzanwendungen basieren, könnten Fehlfunktionen oder strategische Verschiebungen bei diesen Anbietern unmittelbare und weitreichende Auswirkungen auf die globale Finanzstabilität haben.

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Die zunehmende Verflechtung zwischen hochkomplexer Technologie und den Finanzmärkten stellt laut dem Experten eine neue Qualität des Risikomanagements dar. Die Kombination aus mangelnder Erklärbarkeit der KI-Modelle und der Marktmacht weniger Anbieter schaffe eine Anfälligkeit, die über die bisher bekannten Volatilitäten hinausgehe.

Mehr zum Thema bei NZZ: „Princeton-Professor warnt: KI könnte Notenbanken unter Druck setzen“

Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von NZZ.

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