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KI an Bayerns Schulen: 80 Prozent der Lehrkräfte nutzen die Tools im Beruf

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine bpv-Umfrage zeigt breite KI-Nutzung, zugleich fehlen vielen Lehrkräften rechtliche Orientierung und passende Fortbildungen.

KI an Bayerns Schulen: 80 Prozent der Lehrkräfte nutzen Anwendungen
Ein heller, leerer Klassenraum mit Holztischen und Stühlen in einer modernen Schule bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Einsatz von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) hat sich an den Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern fest etabliert. Wie aus einer Umfrage des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) hervorgeht, über die am 24.09.2026 berichtet wurde, nutzen bereits 80 Prozent der Lehrkräfte KI-Tools für ihre berufliche Tätigkeit. An der Erhebung nahmen mehr als 3.300 der rund 16.000 angeschriebenen aktiven Lehrkräfte teil.

Einsatzgebiete und Intensität der Nutzung im Lehrberuf

Die Häufigkeit, mit der digitale Assistenzsysteme im Arbeitsalltag verwendet werden, variiert dabei deutlich. Laut den Ergebnissen des bpv nutzen 37 Prozent der Lehrkräfte die Technologie mehrmals pro Woche, während 15 Prozent täglich auf entsprechende Anwendungen zurückgreifen. Die Motivation hinter dem Einsatz ist primär in der Effizienzsteigerung begründet: 80 Prozent der KI-Nutzer bewerten das Tool als eine spürbare Arbeitserleichterung.

Die Anwendungsbereiche erstrecken sich über verschiedene administrative und pädagogische Aufgabenfelder. Besonders häufig wird KI für die Erstellung von Aufgaben genutzt (62 Prozent).

Jeweils 51 Prozent der Befragten setzen die Technik für die allgemeine Unterrichts- und Stundenplanung sowie für die Bearbeitung von Texten und Übersetzungen ein. Die Erstellung von Bild- oder Videomaterial wird von 40 Prozent der Lehrkräfte praktiziert, während knapp 40 Prozent KI-Werkzeuge bereits unmittelbar in den Unterricht integrieren.

Forderungen nach rechtlicher Sicherheit und Qualifizierung

Trotz der hohen Nutzungsrate besteht in der Lehrerschaft ein erheblicher Bedarf an struktureller Unterstützung. Der bpv-Vorsitzende Michael Schwägerl betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit verlässlicher rechtlicher Vorgaben sowie praxisnaher Fortbildungen. Er mahnte zudem an, dass KI pädagogische Entscheidungen nicht ersetzen dürfe. Ein zentrales Problem bleibe das Gefühl rechtlicher Unsicherheit, das viele Lehrkräfte beim Umgang mit der Technologie empfinden.

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Diese Einschätzung wird durch den Deutschen Philologenverband (DPhV) gestützt. Die Organisation forderte die Kultusministerien dazu auf, Lehrkräfte beim KI-Einsatz verbindlich zu unterstützen.

Zu den Forderungen gehören konkrete Rechtsverordnungen statt unverbindlicher Handreichungen sowie eine Verankerung von KI-Kompetenzen in allen drei Phasen der Lehrerbildung. Zudem sprach sich der Verband für Freistellungen für Fortbildungszwecke aus und forderte eine europäische Digitalstrategie, während eine Verkürzung des Referendariats abgelehnt wurde.

Marktentwicklung und pädagogische Risiken

Die wachsende Bedeutung des Themas spiegelt sich auch in der Marktentwicklung wider. Laut dem Trendmonitor KI in der Bildung 2026 der Deutschen Telekom Stiftung, über den am 23.09.2026 berichtet wurde, ist die Zahl deutscher KI-Anwendungen für Schulen innerhalb eines Jahres von 44 auf 77 gestiegen. Insgesamt wurden 258 Anwendungen erfasst, von denen 104 aus den USA stammen.

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Gleichzeitig offenbart der Trendmonitor wachsende Vorbehalte hinsichtlich der Qualifikation und der langfristigen Auswirkungen. So fühlen sich 57 Prozent der Lehrkräfte beim Einsatz von KI unsicher; 64 Prozent gaben an, „weniger gut“ oder „schlecht“ über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert zu sein.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung ist die im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Sorge vor einem „Deskilling“ durch KI. Damit wird das Risiko bezeichnet, dass durch die Übernahme von Aufgaben durch Maschinen grundlegende menschliche Fertigkeiten und Kompetenzen verloren gehen könnten.

Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Schulen in Bayern: 80 Prozent der Gymnasiallehrer nutzen KI - Bayern“

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