Arbeitsplatz, Beschäftigten

KI am Arbeitsplatz: Nutzung springt von 59 auf 75 Prozent

28.05.2026 - 12:30:35 | boerse-global.de

Drei Viertel der Beschäftigten nutzen KI, doch viele Firmen haben noch keine Richtlinien. Deutsche Unternehmen liegen im globalen Vergleich nur im Mittelfeld.

KI am Arbeitsplatz: Nutzung springt von 59 auf 75 Prozent - Foto: über boerse-global.de
KI am Arbeitsplatz: Nutzung springt von 59 auf 75 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Die Zahl der Arbeitnehmer, die künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz einsetzen, ist innerhalb eines Jahres von 59 auf 75 Prozent gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Studie von SPS und WORKTECH. Doch viele Firmen hinken hinterher: Rund ein Drittel der Unternehmen hat noch keine verbindlichen KI-Richtlinien.

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Eigeninitiative statt Unternehmensstrategie

Die am 26. Mai veröffentlichten Ergebnisse eines Arbeitsplatz-Trendreports offenbaren eine Diskrepanz. Während die Belegschaft die Technologie massiv nutzt, fehlt oft die strukturelle Verankerung. Etwa 15 Prozent der Befragten finanzieren ihre KI-Werkzeuge sogar privat. 23 Prozent geben an, dass ineffiziente Informationssuche ein wesentlicher Frustrationsfaktor im Arbeitsalltag bleibe.

Parallel dazu bescheinigt eine weltweite PwC-Studie deutschen Unternehmen einen sogenannten AI Fitness Score von 5,6 auf einer Skala bis 10. Das liegt knapp über dem globalen Median von 5,5, aber deutlich hinter dem Spitzenreiter China. Der Fokus liegt hierzulande primär auf Effizienzsteigerungen. Nur ein Viertel der Betriebe setzt KI ein, um Umsatzwachstum zu erzielen.

Softwareanbieter reagieren auf Qualifikationslücke

80 Prozent der Arbeitgeber sehen sich mit veränderten Qualifikationsbedarfen konfrontiert, so eine Erhebung von Cornerstone OnDemand. Die Anbieter reagieren: Cornerstone und Salesforce gaben am 26. Mai den Ausbau ihrer Partnerschaft bekannt. KI-gestützte Lerninhalte sollen direkt in den Arbeitsfluss von Plattformen wie Slack integriert werden. Ein sogenannter People Graph führt Mitarbeiterdaten für gezielte Personalentscheidungen zusammen.

Gleichzeitig sind über 6.000 videobasierte Kurse von AWS innerhalb der Cornerstone-Plattform verfügbar. Das soll technische Kompetenzen in den Bereichen Cloud und KI breiter zugänglich machen. Auch bei Fachsoftware zeigt sich der Trend: Ein cloudbasiertes HR-Nachschlagewerk mit KI-Chatbot für den Zugriff auf Rechtsquellen erhielt positive Bewertungen – wenngleich Einschränkungen bei automatisierten Funktionen wie der Zeugniserstellung notiert wurden.

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Praxisnahe Workshops für die Personalarbeit

Für die konkrete Umsetzung im HR-Alltag gibt es verstärkt Fortbildungen. Am 2. Juli findet in Berlin ein eintägiger Workshop statt. Trainerin Madeline Timmer behandelt Prompting-Workflows für Microsoft Copilot und die Erstellung maßgeschneiderter GPT-Lösungen für Personalprozesse.

Weitere Angebote:

  • Ein Online-Kurs am 3. Juni fokussiert sich auf smarte KI-Assistenten wie Claude
  • In Bozen wurde ein hybrider Workshop zur Automatisierung der Content-Erstellung angekündigt
  • Das EMBRACE Festival am 10. und 11. Juni in Berlin thematisiert die Rollenveränderung im Personalwesen durch KI-Agenten

Arbeitgeber fordern klare Regeln

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) unterstrich am 26. Mai die Notwendigkeit besserer Rahmenbedingungen. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger mahnte: „Das Festhalten an alten Strukturen verhindert den Fortschritt.“ Das Positionspapier der BDA fordert Rechtssicherheit bei Haftungs- und Datenschutzfragen sowie eine gezielte Vermittlung von KI-Kompetenzen bereits in der schulischen und beruflichen Bildung. Nur so könne die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen gesichert werden.

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