KI am Arbeitsplatz: 52% wirken kompetenter als sie sind
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 10:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine umfangreiche Untersuchung des Unternehmens Use.AI wirft ein neues Licht auf die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz. Die Studie, für die insgesamt 9.684 Beschäftigte in den USA, Großbritannien, Kanada, der Europäischen Union sowie in Lateinamerika befragt wurden, deutet darauf hin, dass der Einsatz von KI-Werkzeugen die Wahrnehmung beruflicher Kompetenzen maßgeblich beeinflusst.
Ein zentrales Ergebnis der Erhebung ist, dass die Technologie dazu führt, dass Angestellte oft kompetenter und erfahrener erscheinen, als es ihre tatsächlichen individuellen Fähigkeiten widerspiegeln.
Diskrepanz zwischen Schein und Sein am Arbeitsplatz
Laut den Ergebnissen von Use.AI nehmen viele Arbeitnehmer die KI als ein Instrument wahr, das ihr berufliches Profil künstlich aufwertet. Gut die Hälfte der Befragten, exakt 52 Prozent, gaben an, dass sie durch die Nutzung von KI-Tools auf andere erfahrener wirken, als sie es in der Realität tatsächlich sind. Dieser Effekt scheint weitreichende Folgen für die Aufgabenverteilung in Unternehmen zu haben.
Die Studie belegt, dass die Technologie es Beschäftigten ermöglicht, Anforderungen zu erfüllen, denen sie ohne digitale Hilfe nicht gewachsen wären. So nutzten 64 Prozent der Studienteilnehmer KI-Anwendungen für Aufgaben, die sie allein nicht hätten bewältigen können. Dies führt offenbar auch dazu, dass Arbeitnehmer mutiger bei der Übernahme von Projekten werden: 43 Prozent der Befragten erklärten, Verantwortung für Bereiche übernommen zu haben, für die sie sich eigentlich nicht ausreichend qualifiziert fühlten.
Zunehmende Abhängigkeit und mangelnde Transparenz
Ein signifikanter Teil der Belegschaft scheint bereits eine starke Abhängigkeit von den neuen Werkzeugen entwickelt zu haben. Rund 35 Prozent der Teilnehmer räumten ein, dass sie ohne den Einsatz von KI erhebliche Schwierigkeiten hätten, ihren Job ordnungsgemäß auszuführen. Trotz dieser hohen Relevanz für den Arbeitsalltag herrscht bei der Kommunikation über den Einsatz der Tools oft Intransparenz.
Wie die Erhebung zeigt, verschweigen viele Angestellte den Ursprung ihrer Arbeitsergebnisse. 39 Prozent der Befragten reichten KI-gestützte Arbeiten ein, ohne dies gegenüber ihren Vorgesetzten oder Kollegen zu erwähnen. Zudem gaben 30 Prozent an, Lob für Leistungen entgegengenommen zu haben, die maßgeblich durch eine KI generiert worden waren.
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Diese Entwicklung wirkt sich bereits konkret auf Karrieren aus: Laut der Studie berichteten 19 Prozent der befragten Personen, dass die Nutzung von künstlicher Intelligenz bereits direkt zu ihrer Beförderung beigetragen habe.
Empfehlungen zur Offenlegung der KI-Nutzung
Angesichts der Studienergebnisse stellt sich für viele Unternehmen die Frage, wie transparent der Umgang mit KI-generierten Inhalten gestaltet werden sollte. Herasymov, der CEO von Use.AI, empfahl in diesem Zusammenhang einen differenzierten Ansatz. Er sprach sich dafür aus, die Verwendung von KI-Werkzeugen vor allem dann offenzulegen, wenn die Technologie die jeweilige Arbeit wesentlich geprägt habe.
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Die Untersuchung verdeutlicht damit das Spannungsfeld zwischen Effizienzsteigerung durch Technologie und der Notwendigkeit einer ehrlichen Bewertung von Mitarbeiterkompetenzen in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt. Die Ergebnisse legen nahe, dass die traditionelle Leistungsbewertung vor der Herausforderung steht, zwischen individueller Befähigung und technologischer Unterstützung zu unterscheiden.
