KI-Aktien unter Druck: Halbleiterindex verliert 11,41 Prozent in einer Woche
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 20:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie internationalen Finanzmärkte verzeichnen deutliche Kursschwankungen als Reaktion auf Verschiebungen im Sektor für Künstliche Intelligenz und mit Spannung erwartete Quartalsberichte.
Der S&P 500 verzeichnete zum Ende der Handelswoche am 16. Oktober seinen größten Wochenrückgang seit Juni, lag jedoch weiterhin nur rund 2 Prozent unter seinem zu Monatsbeginn erreichten Rekordhoch. Zuvor hatte der US-Leitindex eine Serie von 53 Handelstagen ohne einen Tagesverlust von mindestens einem Prozent aufgewiesen – die längste Phase dieser Art seit Januar 2020.
Halbleiter und Technologiewerte unter Verkaufsdruck
Am 16. Oktober schloss der S&P 500 bei 7.659,44 Punkten, was einem Tagesminus von 1,95 Prozent entsprach, während der Dow Jones um 0,67 Prozent auf 52.002,41 Punkte nachgab.
Der technologielastige Nasdaq Composite verlor im Wochenverlauf 4,48 Prozent und schloss bei 26.140,03 Punkten, womit er den schwersten Wochenverlust seit Ende Juni verbuchte.
Besonders drastisch fiel der Rücksetzer beim Philadelphia SE Semiconductor Index aus: Das Branchenbarometer büßte in der Woche 11,41 Prozent ein, was den stärksten Rückgang seit der ersten Aprilwoche des Vorjahres darstellte. Im gesamten Oktober steht der Halbleiterindex mit rund 12 Prozent im Minus, weist jedoch seit Jahresbeginn noch ein Plus von 57 Prozent auf.
Auch branchenspezifische Indexfonds gerieten unter Druck. Der Roundhill Neocloud ETF verzeichnete im Oktober ein Minus von 31 Prozent, während der iShares Semiconductor ETF 13 Prozent und der Defiance AI and Power Infrastructure ETF 14 Prozent nachgaben.
Der Halbleiter-ETF SOXX verzeichnete mit neun Verlusttagen in Folge die längste Negativserie seit 2006. Seit dem 2. Oktober verloren Micron 16,6 Prozent, Sandisk 22,3 Prozent, Lam Research 22,7 Prozent und CoreWeave 30,3 Prozent an Wert. Ein von Goldman Sachs geführter Korb asiatischer AI-Hardware-Aktien gab in der Woche um 11 Prozent nach.
Druck auf Cloud-Infrastrukturanbieter und hohe Investitionskosten
Im Fokus der jüngsten Marktbewegungen standen insbesondere spezialisierte Anbieter von Rechenzentrumskapazitäten. Die Aktie von CoreWeave fiel am 16. Oktober um 11,91 Prozent und beendete die Handelswoche mehr als 25 Prozent im Minus.
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Die 2031 fällige Anleihe des Unternehmens mit einem Kupon von 9,75 Prozent war am 14. Oktober auf 78 US-Dollar je 100 US-Dollar Nennwert gefallen, bevor sie sich am 15. Oktober auf rund 83 US-Dollar erholte.
CoreWeave weist Schulden von rund 50 Milliarden US-Dollar auf; zudem veräußerten drei Mitgründer seit dem Börsengang im März des Vorjahres Aktien im Wert von 3,3 Milliarden US-Dollar, davon 2,4 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr. Die Papiere von Nebius büßten auf Wochensicht ebenfalls mehr als 25 Prozent ein.
Marktbeobachter verweisen zudem auf makroökonomische Faktoren wie eine anziehende US-Inflation und anhaltend hohe Anleiherenditen. An den Terminmärkten preisen Zins-Futures eine mögliche Zinserhöhung durch die Federal Reserve eher für Dezember als für Oktober ein.
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Bereits am 9. Oktober hatte die Deutsche Bank ihre Einstufung für den Technologiesektor gesenkt und dies mit einem ungünstigen Chance-Risiko-Verhältnis begründet. Zudem bezifferte Gartner den kumulierten Umsatzbedarf von AI-Rechenzentren bis 2030 auf 8,5 Billionen US-Dollar für Investitionen, Finanzierung und eine Rendite von 12 Prozent.
Da der tatsächliche Umsatz voraussichtlich maximal 3,6 Billionen US-Dollar betrage, seien bis 2032 Vermögenswerte von über 4 Billionen US-Dollar abschreibungsgefährdet.
Trotz der Korrektur werten Analysten der UBS die Kursausschläge als Neukalibrierung der Erwartungen und nicht als Bruch des grundlegenden Investitionstrends. Goldman Sachs prognostiziert, dass fünf große Hyperscaler ihre Investitionsausgaben im kommenden Jahr gemeinsam auf rund 1,2 Billionen US-Dollar steigern werden. In der anstehenden Berichtssaison legen rund 70 S&P-500-Konzerne ihre Quartalszahlen vor, darunter Tesla und Meta am 21. Oktober.
