KI-Agenten, Visa

KI-Agenten: Visa, SAP und Google setzen auf autonome Systeme

Veröffentlicht am: 17.06.2026 um 11:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tech-Konzerne präsentieren autonome KI-Systeme für Zahlungen, Unternehmensprozesse und Smartphones. Sicherheitsfragen rücken in den Fokus.

Visa, SAP & Google: KI-Agenten erobern Wirtschaft und Alltag
Abstract representation of interconnected AI systems, digital pathways, and holographic interfaces, symbolizing advanced technology integration. Illustration mit AI erstellt.

Weg von einfachen Chatbots, hin zu autonomen Agenten, die selbstständig handeln, bezahlen und Probleme lösen. Gleich mehrere Tech-Giganten haben am Dienstag Produkte und Integrationen vorgestellt, die diesen Wandel markieren.

Visa macht ChatGPT zur Geldbörse

Ein Meilenstein für den digitalen Handel: Visa hat sein Zahlungssystem direkt in ChatGPT integriert. KI-Agenten können damit nicht länger nur Produkte empfehlen, sondern den gesamten Kaufprozess abwickeln – von der Suche bis zur Bezahlung. Was nach Bequemlichkeit klingt, wirft jedoch neue Fragen zu Sicherheit und Datenschutz auf. Schließlich handelt es sich um eine Vollmacht für eine Maschine.

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SAP rüstet auf: 200 KI-Agenten für die Wirtschaft

Im Unternehmensbereich zieht SAP nach. Die Walldorfer haben ihr „Autonomous Suite" erweitert und setzen nun auf mehr als 200 KI-Agenten sowie 50 „Joule"-Assistenten. Diese digitalen Helfer werden direkt in Kernprozesse wie Finanzen, Lieferkettenmanagement und Personal eingebunden. Laut Marktforschern von Gartner sollen bis Ende 2026 rund 40 Prozent aller Unternehmensanwendungen über eingebettete KI-Agenten verfügen.

Auch Databricks mischt mit: Die Plattform launchte „Genie One", einen KI-gestützten „Coworker", der auf Daten innerhalb und außerhalb des Databricks-Ökosystems zugreift. Das System nutzt eine spezielle Ontologie, um den Kontext zu wahren. Der Launch folgt auf eine Milliarden-Finanzierungsrunde im Februar.

Die Sicherheitsfrage: Wer kontrolliert die Agenten?

Mit der wachsenden Zahl autonomer Systeme rückt ein neues Problem in den Fokus: die Identität dieser digitalen Wesen. Das Start-up Lumos hat darauf reagiert und eine „Identity Agent Force" vorgestellt – ein Team von KI-Agenten, das Zugriffsrechte für Menschen, Maschinen und andere KI-Agenten verwaltet. Eine direkte Antwort auf die Zunahme KI-gesteuerter Cyberangriffe.

Parallel dazu übernimmt SailPoint das israelische Unternehmen Entro, einen Spezialisten für die Sicherheit nicht-menschlicher Identitäten. Der Deal soll im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2027 abgeschlossen werden. Ziel ist es, die Sicherheitsplattform „Agentic Fabric" zu stärken.

Aembit wiederum hat die Einführung von Just-in-Time-Zugangsdaten für Microsoft Copilot Studio Agents angekündigt. Statt statischer API-Schlüssel kommen kurzlebige Tokens zum Einsatz – ein Prinzip der minimalen Rechtevergabe, das durch detaillierte Prüfprotokolle ergänzt wird.

Android 17: Google bringt KI aufs Smartphone

Auch die Verbraucherwelt bleibt nicht außen vor. Google hat Android 17 veröffentlicht. Die neue Version des Betriebssystems integriert tiefgehend die KI Gemini sowie neue Multitasking-Funktionen. Highlights sind die KI-gestützte Musikgenerierung via Lyria 3 und verbesserte Übersetzungsfunktionen. Der Rollout beginnt für Pixel-Geräte.

Support per QR-Code: Helport AI und Shunya Labs

Im Kundenservice-Sektor setzt Helport AI auf Einfachheit: Das System HyprX arbeitet mit QR-Codes. Nutzer scannen den Code und erhalten sofortige Einrichtungshilfe oder Problemlösungen in über 50 Sprachen. Das Unternehmen gibt an, dass die Agenten zwischen 65 und 80 Prozent der Support-Tickets ohne menschliches Eingreifen lösen können.

Für den indischen Markt hat Shunya Labs eine mehrsprachige Sprach-KI-Plattform vorgestellt, die über 216 Sprachen und Dialekte unterstützt. Die Plattform setzt auf eine „CPU-first"-Architektur, um Betriebskosten zu senken und die digitale Inklusion zu fördern.

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Milliarden fließen in die Agenten-Zukunft

Das Potenzial der Technologie lockt Investoren. Das malaysische Messaging-Start-up Respond.io sicherte sich 72,5 Millionen Euro in einer Series-B-Finanzierungsrunde. Das Geld soll in die Expansion der KI-Agenten-Dienste für Kundenkommunikation in Nordamerika und Europa fließen.

Gleichzeitig fokussiert sich der chinesische Konzern Alibaba zunehmend auf KI-Modelle für die Robotik. Statt reiner Textgenerierung sollen Systeme entstehen, die komplexe, physische Aufgaben ausführen können.

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