KI-Agenten: Softwarekonzerne starten autonome Arbeitsabläufe
30.05.2026 - 12:39:58 | boerse-global.deMai 2026 eine neue Generation sogenannter „agentischer" KI vorgestellt. Statt nur Fragen zu beantworten, sollen diese Systeme eigenständig komplexe Arbeitsabläufe in Unternehmen steuern – von der Buchhaltung bis zum IT-Support. Für deutsche Firmen bedeutet das einen grundlegenden Wandel in der Digitalisierungsstrategie.
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Asana kauft sich mit StackAI den Zugang zur Agenten-Welt
Der Projektmanagement-Spezialist Asana hat für rund 75 Millionen Euro das Startup StackAI übernommen. Dessen No-Code-Plattform erlaubt es Unternehmen, KI-Agenten zu entwickeln, die mit Systemen wie Salesforce, Oracle oder DocuSign interagieren. Asana will sich damit zum Betriebssystem für gemischte Teams aus Menschen und KI-Assistenten entwickeln.
Die Gründer von StackAI wechseln zu Asana, die Plattform bleibt aber als eigenständige Marke erhalten. Schon vor der Übernahme nutzte Asana die Technologie intern – etwa zur Automatisierung von SEO-Ausgaben. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 steigerte Asana die Umsätze um zehn Prozent auf rund 205 Millionen Euro.
Workday und Google Cloud: Partnerschaft für die automatisierte Personalabteilung
Workday hat gleich zwei neue KI-Agenten vorgestellt. Der „AI Travel Agent" kümmert sich bereits um Reiseplanung, Buchungen und Spesenabrechnungen. Der zweite Agent namens „Sana for ITSM" soll später 2026 erscheinen und das Onboarding sowie Offboarding von Mitarbeitern automatisieren. Workday-Manager Jerry Ting prophezeit, dass diese Technologie klassische IT-Support-Tickets überflüssig machen könnte.
Parallel dazu vertiefen Workday und Google Cloud ihre Zusammenarbeit. Der Sana-Self-Service-Agent wird über Gemini Enterprise verfügbar sein, und Gemini wird zum Standard-KI-Modell für Sana for Workday. Die globalen Systemintegratoren Accenture, Deloitte und KPMG haben bereits zugesagt, Kunden bei der Einführung zu unterstützen.
Die Infrastruktur für die neue KI-Welle
Mehrere Anbieter haben am 28. Mai Werkzeuge vorgestellt, die den Einsatz von KI-Agenten erst ermöglichen:
- Anthropic bringt „Dynamic Workflows" für seine Claude-Code-Tools. Das System zerlegt komplexe Aufgaben in Teilprobleme, die von parallelen Unter-Agenten bearbeitet werden – inklusive Fehlerprüfung.
- CoreWeave startet eine einheitliche Plattform für agentische KI, die kontinuierliches Lernen in Produktionsumgebungen erlaubt. Die Trainingskosten sollen sich um bis zu 40 Prozent senken lassen, die Geschwindigkeit um den Faktor 1,4 steigen.
- Workspot launcht „GUIDE" auf AWS, das KI-Agenten den Zugriff auf jede Anwendungsoberfläche via Amazon Bedrock ermöglicht – ohne klassische Schnittstellen oder Robotic Process Automation.
- SAP integriert vier neue KI-Funktionen in die Integration Suite, darunter die automatische Generierung von Artefakten aus Text und Skript-Optimierung für Groovy-Code.
Sicherheit und Kontrolle: Die Schattenseiten der Autonomie
Mit der wachsenden Autonomie der Systeme steigen auch die Sicherheitsanforderungen. Digimarc hat eine neue Verifikationsinfrastruktur auf Basis des C2PA-Standards vorgestellt, die Prüfpfade für KI-Agenten-Workflows bereitstellt. Das ist dringend nötig: Laut Gartner werden bis 2028 voraussichtlich 25 Prozent aller Unternehmens-KI-Anwendungen mehrfach von Sicherheitsvorfällen betroffen sein.
Auch Google setzt intern auf agentische KI. Das Site Reliability Engineering-Team nutzt die Technologie zur Verbesserung des Incident-Managements und der Anomalieerkennung. Der Konzern betont jedoch, dass menschliche Kontrolle und Transparenz weiterhin zentrale Prinzipien bleiben.
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Biopharma und die Kosten der Ausfallzeiten
Die Technologie dringt in spezialisierte Branchen vor. Causaly hat „Scientific Workflows" vorgestellt, die mit Multi-Agent-Orchestrierung die Forschung und Entwicklung in der Biopharma-Branche automatisieren. Ein Pharmakonzern konnte damit den Zeitaufwand für manuelle Indikationsbewertungen um einen Monat verkürzen.
Die wirtschaftlichen Risiken sind enorm. Eine Studie von Equinix beziffert die jährlichen Ausfallkosten der Global-2000-Unternehmen auf rund 400 Milliarden Euro – etwa 540.000 Euro pro Stunde. KI-Agenten versprechen hier Abhilfe durch „selbstheilende" Systeme und vorausschauende Wartung. Experten warnen jedoch vor neuen Abhängigkeiten, die ein sorgfältiges Architekturmanagement erfordern.
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