KI-Agenten-Sicherheit: Nur 18% der IAM-Systeme sind gerüstet
28.05.2026 - 18:39:38 | boerse-global.deAuf der Fachkonferenz im Mai 2026 präsentierte der Konzern eine Neuausrichtung seiner Plattform – inklusive Integration der Identitätssicherheitslösung Veza.
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Infrastruktur für autonome Geschäftsprozesse
Die Lösung soll Transparenz über Zugriffsberechtigungen schaffen – sowohl für menschliche als auch für nicht-menschliche Identitäten. Das ist kein Nischenmarkt: Gartner prognostiziert, dass bis 2028 durchschnittlich 150.000 KI-Agenten pro Fortune-500-Unternehmen im Einsatz sein könnten.
ServiceNows Plattform bietet Schnittstellen zu über 325 Systemen. Ziel ist das Least-Privilege-Prinzip: Identitäten erhalten nur die minimal notwendigen Rechte. Dafür wurde auch der AI Control Tower erweitert – mit den Dimensionen Entdeckung, Beobachtung, Governance, Sicherheit und Erfolgsmessung.
Das Sicherheits- und Risikogeschäft von ServiceNow überschritt zuletzt ein jährliches Vertragsvolumen von einer Milliarde US-Dollar. Ein klares Signal, wie relevant der Markt geworden ist.
Sicherheitsrisiken durch KI-Identitäten
Die Notwendigkeit spezialisierter Identitätssysteme wird durch aktuelle Zahlen untermauert. Eine Erhebung unter Sicherheitsexperten im Frühjahr 2025 ergab: Nur 18 Prozent trauen ihren bestehenden IAM-Systemen zu, die Herausforderungen durch KI-Agenten zu bewältigen.
Besonders kritisch: 44 Prozent der Unternehmen nutzen weiterhin statische API-Schlüssel, 80 Prozent haben keine Echtzeit-Übersicht über aktive Agenten. Analysten von Gartner warnen, dass mehr als die Hälfte aller KI-Initiativen bis 2028 an unzureichender Identity Governance scheitern könnte.
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Die Bedrohungslage hat sich verschärft. Im Mai 2026 dokumentierten Sicherheitsforscher von Google erstmals einen KI-generierten Zero-Day-Exploit gegen die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Zudem identifizierte ein KI-Modell namens Claude Mythos über 1.700 echte Sicherheitslücken – das erhöht die Geschwindigkeit potenzieller Angriffe drastisch.
Regulatorischer Druck und neue Abwehrmechanismen
Auch andere Marktteilnehmer erweitern ihre Kapazitäten. Okta stellte Ende Mai 2026 Erweiterungen für seine Plattform vor, die das Identity-Lifecycle-Management für KI-Agenten automatisieren – inklusive Kill-Switch-Mechanismus für kompromittierte Agenten. Tenable kündigte eine agentische KI-Engine an, die automatisierte Workflows zur Behebung von Schwachstellen ermöglicht.
Der regulatorische Druck auf deutsche Unternehmen ist durch die NIS2-Richtlinie gestiegen. Seit Dezember 2025 ist die Umsetzungspflicht in Kraft, die Registrierungsfrist beim BSI lief im März 2026 ab. Betroffen sind rund 29.500 Unternehmen – bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des Jahresumsatzes.
Effizienzgewinne durch interne Nutzung
ServiceNow demonstrierte die wirtschaftlichen Potenziale anhand eigener Zahlen. Durch den Einsatz agentischer KI sank die durchschnittliche Auflösungszeit für IT-Tickets von vier Tagen auf acht Sekunden. Rund 90 Prozent der IT-Anfragen werden mittlerweile autonom bearbeitet.
Externe Kunden wie Rolls-Royce verzeichneten ähnliche Effizienzgewinne: 5.000 eingesparte Arbeitsstunden und eine Reduzierung der Ticket-Auflösungszeit um 34 Prozent. ServiceNow selbst erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 3,77 Milliarden US-Dollar – ein Wachstum von rund 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
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