KI-Agenten, Bestellwert

KI-Agenten kaufen günstiger: 18% höherer Bestellwert bei Automatisierung

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 05:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NIQ-Daten zeigen breite KI-Nutzung bei der Produktsuche, während Vertrauen in Zahlungen fehlt und die Aktie am 26. August nachgab.

NIQ Global Intelligence: KI prägt den Einkauf, Aktie gibt nach
Moderne, minimalistische Verkaufs- oder Logistikumgebung mit leeren Regalen und hellem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Marktanalysen zeichnen ein deutliches Bild des Wandels im Konsumverhalten: Künstliche Intelligenz (KI) übernimmt eine zentrale Rolle bei der Art und Weise, wie Verbraucher weltweit Produkte entdecken und erwerben.

Ein am 27. August 2026 veröffentlichter Bericht von NIQ Global Intelligence plc belegt, dass inzwischen 74 % der Käufer KI-Technologien gezielt für die Produktsuche einsetzen.

Während die Technologie in der Recherchephase bereits fest etabliert ist, zeigt sich beim tatsächlichen Kaufabschluss und bei der Zahlungsabwicklung noch ein differenziertes Bild zwischen verschiedenen Weltregionen und Altersgruppen.

Regionale Disparitäten im Social- und Quick-Commerce

Die Akzeptanz von KI und neuen Verkaufsformen variiert geografisch stark. Während in den asiatisch-pazifischen Märkten (APAC) laut NIQ-Daten bereits 60 % der Konsumenten über Social-Commerce-Plattformen oder Quick-Commerce-Dienste einkaufen, agieren westliche Märkte deutlich zurückhaltender.

In Westeuropa gab fast ein Drittel der Verbraucher an, Käufe aufgrund von Entdeckungen in sozialen Medien getätigt zu haben. Demgegenüber steht Nordamerika, wo 68 % der Konsumenten nach eigenen Angaben noch nie über soziale Netzwerke eingekauft haben.

Besonders dynamisch entwickelt sich der indische Markt. Daten vom NIQ Insight Summit India Ende August 2026 verdeutlichen, dass 92 % der urbanen indischen Verbraucher im vergangenen Monat KI-gestützte Shopping-Tools nutzten.

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Das Interesse an KI bei Haushaltskäufen liegt dort bei 93 %, wobei 87 % der Befragten angaben, sich mit KI-generierten Empfehlungen wohlzufühlen. Der indische E-Commerce-Markt soll vor diesem Hintergrund bis zum Jahr 2030 ein Volumen von 345 Mrd. US-Dollar erreichen.

Technologische Integration und Datenökosysteme

Um der steigenden Nachfrage nach präzisen, KI-basierten Analysen gerecht zu werden, setzen Branchenakteure auf umfangreiche Datenkooperationen. NIQ Global Intelligence gab im August 2026 eine Zusammenarbeit mit The OpenAI Deployment Company bekannt.

Ziel dieser Partnerschaft ist es, Consumer Intelligence für Unternehmensabläufe unmittelbar nutzbar zu machen. Die technologische Basis bildet eine Daten-Engine, die 160 Petabyte an Informationen umfasst und Details zu 260 Mio. Produkten sowie 10,5 Mrd. Produktattributen verarbeitet.

Zudem wird die bestehende Analysesoftware erweitert. Für Anfang September 2026 ist die Veröffentlichung aktualisierter Versionen der NIQ Optiq Suite geplant, die neue Funktionen wie Optiq Chat, Mobile und Bridge umfasst.

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Diese Werkzeuge sollen Unternehmen dabei unterstützen, die 20 % der Verbraucher, die KI bereits aktiv im gesamten Einkaufsprozess nutzen, besser zu erreichen. Der globale Markt für Retail Media, der laut NIQ ein Volumen von 184 Mrd. US-Dollar erreicht hat, unterstreicht die wirtschaftliche Relevanz dieser präzisen Ansprache.

Vertrauen und autonome Kaufprozesse

Trotz der hohen Nutzungsraten bei der Recherche bleibt das Vertrauen in vollautomatisierte Prozesse eine Hürde. Eine Untersuchung von NMI vom 26. August 2026 zeigt, dass in den USA nur 11 % der Verbraucher KI für tatsächliche Transaktionen nutzen.

Rund 69 % der US-Konsumenten misstrauen der Technologie bei Zahlungen, und 45 % geben an, KI bei Käufen generell nicht zu vertrauen. Ähnliche Ergebnisse lieferte eine Studie von IPSOS: Zwar nutzen bis zu 71 % der Befragten KI für die Produktrecherche, doch nur 33 % zeigen sich offen für autonome Käufe.

Interessanterweise deutet sich bei der Effizienz ein Vorteil für automatisierte Systeme an. Daten von Klaviyo für das zweite Quartal 2026 belegen, dass der mediane Wert von Bestellungen, die durch KI-Agenten (Agentic Orders) ausgelöst wurden, um 18 % höher lag als bei menschlichen Bestellungen.

Auch die Konversionsraten dieser Agentic-Sessions sind mit 60–80 % signifikant höher als die menschliche Quote von 2–4 %. Marktforscher von Forrester beobachteten zudem, dass im August 2026 bereits 22 % der US-Online-Käufer KI-Agenten mindestens einen Kauf ohne explizite Bestätigung ausführen ließen – Anfang 2025 lag dieser Wert noch bei 4 %.

Wirtschaftlich spiegelt sich die angespannte Marktlage und die hohen Investitionskosten in die Technologie auch in den Börsenkursen wider. Am 26. August wurde die Aktie von NIQ Global Intelligence am Handelsplatz Tradegate mit einem Minus von 2,42 % bei 16,10 EUR gehandelt.

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