KI-Agenten, Lünendonk-Daten

KI-Agenten in Unternehmen: Nur 19 Prozent setzen sie bereits produktiv ein

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 04:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lünendonk-Daten zeigen geringe Überführungsquoten; technische Hürden und Datenqualität bremsen den produktiven Einsatz autonomer KI.
Ein minimalistischer, moderner Kontrollraum mit leeren Arbeitsplätzen und natürlichem Licht, der eine professionelle Arbeitsumgebung darstellt. Illustration mit AI erstellt.

Der Einsatz autonomer künstlicher Intelligenz gewinnt in der Wirtschaft an Bedeutung, bleibt in der Praxis jedoch weitgehend auf frühe Erprobungsphasen beschränkt.

Wie aus einer Lünendonk-Studie hervorgeht, für die zwischen April und Juni 2026 insgesamt 180 Interviews mit IT-, Daten- und KI-Verantwortlichen im DACH-Raum geführt wurden, befindet sich sogenannte Agentic AI bei 58 Prozent der befragten Betriebe in ersten Pilotprojekten. Weitere 18 Prozent widmen sich der Exploration und dem Testen der Technologie.

Lediglich 19 Prozent setzen KI-Agenten bereits produktiv in einzelnen Aufgabenbereichen ein, während eine durchgängige Ende-zu-Ende-Nutzung über mehrere Kernprozesse hinweg bislang nur ein Prozent der Unternehmen erreicht. Vier Prozent der befragten Organisationen haben sich noch gar nicht mit dem Thema befasst.

Hohe Abbruchraten auf dem Weg in die Produktion

Obwohl die Erwartungen an autonome Agenten hoch sind – 96 Prozent der Befragten streben Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen an, 93 Prozent Qualitätsverbesserungen und 90 Prozent mehr Geschwindigkeit –, gelingt die Überführung in den Regelbetrieb selten.

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Laut der Lünendonk-Erhebung schaffen bei 66 Prozent der Unternehmen weniger als 25 Prozent der erprobten KI-Agenten den Sprung in die Produktion. Ein Drittel der Organisationen erreicht eine Übernahmequote zwischen 25 und 50 Prozent, während lediglich ein Prozent meldet, dass mehr als die Hälfte der getesteten Agenten produktiv geschaltet wird.

Zudem behalten die Betriebe eine strenge Kontrolle bei: Bei Aufgaben mit geringem Risiko agieren lediglich 9 Prozent der Agenten ohne menschlichen Eingriff, 63 Prozent stehen unter kontinuierlicher Überwachung und 24 Prozent erfordern manuelle Freigaben.

Sobald ein mittleres Risiko vorliegt, verlangen 75 Prozent der Organisationen eine menschliche Freigabe. Bei risikoreichen Aufgabenstellungen beschränken 65 Prozent der Unternehmen den Handlungsspielraum der Agenten darauf, reine Empfehlungen abzugeben.

Technische Altlasten und Datenqualität als Haupthürden

Als wesentliche Barrieren für den Rollout identifiziert die Untersuchung vor allem technische Faktoren: 96 Prozent der Führungskräfte sehen die Technologie selbst als Hindernis, gefolgt von der Datenqualität mit 95 Prozent. Sicherheits- und Datenschutzbedenken nennen 88 Prozent, einen Mangel an Fachpersonal 85 Prozent.

Dahinter folgen der rechtliche Rahmen mit 81 Prozent sowie regulatorische Vorgaben mit 80 Prozent. Fragen der Rentabilität sehen 69 Prozent als Erschwernis, während strategische Defizite mit 46 Prozent seltener genannt werden.

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Um diese Hürden abzubauen, planen die Unternehmen in den kommenden zwei Jahren erhebliche Aufwendungen: 98 Prozent wollen in Datenqualität und Datenintegration investieren. Jeweils 94 Prozent sehen Budget für Plattformen und allgemeine IT-Infrastruktur vor, während jeweils 87 Prozent in Schulungen und Change-Management sowie in Sicherheit und Compliance investieren möchten.

Die wirtschaftliche Amortisation der Ausgaben erwarten 51 Prozent der Befragten binnen zwölf Monaten, während 47 Prozent von einem Zeitraum zwischen einem und drei Jahren ausgehen.

Auch organisatorisch reglementieren Unternehmen den Einsatz stark. Die Bereitstellung von Agenten erlauben 91 Prozent der befragten Betriebe ausschließlich der internen IT-Abteilung oder einem zentralen KI-Team. 76 Prozent gestatten qualifizierten Fachanwendern eine Bereitstellung nur nach zentraler Prüfung.

Ein systematischer Agentenkatalog ist derzeit jedoch erst bei 11 Prozent der Unternehmen etabliert, wenngleich 62 Prozent die Einführung eines solchen Verzeichnisses vorbereiten.

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