KI-Agenten, ChatGPT

KI-Agenten: ChatGPT und Gemini planen Aufgaben ab sofort selbst

19.06.2026 - 22:49:45 | boerse-global.de

Agentische KI-Systeme planen Aufgaben eigenständig. OpenAI, Google und Microsoft bringen konkrete Anwendungen auf den Markt.

KI-Agenten erobern Alltag: OpenAI, Google und Microsoft liefern neue Produkte
KI-Agenten - Eine Hand interagiert mit einem Tablet, das Produktivitäts-Apps zeigt, überlagert von einem abstrakten, leuchtenden KI-Netzwerk. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Statt nur auf Befehle zu warten, planen sogenannte agentische Systeme Aufgaben eigenständig und begleiten Nutzer über längere Zeiträume. Branchenriesen wie OpenAI, Google und Microsoft treiben diesen Wandel mit konkreten Produkten voran.

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ChatGPT plant jetzt selbstständig

OpenAI erweiterte ChatGPT am 18. Juni um ein Modul für zeitgesteuerte Aufgaben. Über einen neuen Menüpunkt in der Seitenleiste definieren Nutzer einmalige oder wiederkehrende Aufträge. Die Kapazitäten sind gestaffelt: Basisnutzer verwalten bis zu drei Aufgaben parallel, Enterprise-Kunden bis zu 15. Die Ausführung ist auf eine Aufgabe pro Stunde begrenzt, Benachrichtigungen kommen per Push oder E-Mail.

Google zog bereits am Vortag nach. Seit dem 17. Juni liefert die Gemini-Plattform KI-Zusammenfassungen in Gmail – für Android, iOS und das Web in acht Sprachen, darunter Deutsch. Dazu gibt es eine lernfähige Schreibhilfe und eine konversationsbasierte Suche für höhere Tarife.

KI-Coaches für Körper und Geist

Neben der Büroarbeit boomen spezialisierte Coaching-Apps. Google veröffentlichte am 18. Juni ein Update für seine Health-Plattform (Version 5.02). Die Neuerung: Funktionen zur Makronährstoff-Schätzung sowie zur Analyse von Unruhephasen und Nickerchen.

Gleich drei neue Anwendungen zielen auf mentale Fitness und Selbstorganisation ab:

  • „K?“ (iOS und Android, erschienen am 18. Juni) nutzt einen digitalen Klon des Life-Coaches Karamo Brown für personalisierte Fitness-, Ernährungs- und Meditationspläne.
  • „Dopami“ (erschienen am 17. Juni) kombiniert einen KI-Aufgabenmanager mit Gamification – speziell für Menschen mit ADHS.
  • „GOALS“ vom Anbieter Splurjj (Start am 19. Juni) integriert KI-Coaching für die persönliche Zielverfolgung.
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Milliardenmarkt mit rasantem Wachstum

Die wirtschaftliche Dynamik ist enorm. Analysten von ZenaTech beziffern den Markt für agentische KI im Jahr 2026 auf rund 7 Milliarden US-Dollar. Bis 2030 soll er auf etwa 46 Milliarden anwachsen. Gartner geht sogar noch weiter: Für 2035 prognostiziert das Beratungshaus einen Gesamtumsatz von 450 Milliarden Dollar.

Konkrete Effizienzgewinne zeigen sich bereits in der Praxis. SAP berichtete am 18. Juni von deutlichen Zeitersparnissen durch KI in der Softwareentwicklung: 20 Prozent weniger Aufwand beim Codieren, 25 Prozent bei Testvorgängen.

Doch die Nutzung ist ungleich verteilt. Laut einer Studie von Workvivo greifen 62 Prozent der Büroangestellten regelmäßig auf KI-Tools zurück. Bei Mitarbeitern im operativen Bereich („Frontline“) sind es nur 32 Prozent.

Leistungsfähigere Modelle als Basis

Die neuen Fähigkeiten verdanken sich immer leistungsfähigeren KI-Modellen. Google stellte am 18. Juni Gemini 3.1 Pro vor, das bei logischen Schlussfolgerungen deutlich zulegt. Im Benchmark-Test ARC-AGI-2 erreichte das Modell 77,1 Prozent – eine erhebliche Steigerung zur Vorgängerversion. Zudem erhielt die Sprachsteuerung Gemini Live Zugriff auf die Erinnerungsfunktion früherer Chats.

Auf Unternehmensebene gab Microsoft am 16. Juni „Copilot Cowork“ für die allgemeine Verfügbarkeit frei. Das System kombiniert verschiedene KI-Modelle, darunter Anthropic Opus 4.8 und GPT-5.5, für komplexe Prozessautomatisierungen in Teams. Die Überwachung läuft über Sicherheitslösungen wie Microsoft Purview.

Auch Databricks stellte mit „Genie One“ (16. Juni) einen agentischen Assistenten vor, der sich mit über 50 Drittanbieter-Anwendungen verbinden kann.

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