KI-Agenten: 90% der Firmen erkennen Nutzen, aber nur 4% sind vorbereitet
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 23:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Sie schreiben Software, prüfen Sicherheitslücken und steuern Produktionsanlagen. Die wirtschaftlichen Erwartungen sind hoch – doch die meisten Unternehmen sind auf den Einsatz nicht vorbereitet.
Softwareentwicklung im Turbo-Modus
Vorbei sind die Zeiten, in denen KI nur Texte oder Bilder generierte. Agentische Systeme orchestrieren ganze Workflows autonom. Besonders in der Softwareentwicklung zeigt sich das Potenzial.
Führende Plattformen automatisieren Routineaufgaben. Ein neuer Coding-Agent wandelt Aufgabenbeschreibungen direkt in Code-Änderungen um. Atlassian meldet eine Effizienzsteigerung von 44 Prozent bei KI-gestützten Aufgaben. Die Durchlaufzeiten für Code-Überprüfungen sanken um 36 Prozent.
Noch beeindruckender: Ein Sicherheitsprojekt in Quebec prüfte 466 Millionen Zeilen Code in nur 20 Stunden. Manuell hätte das Jahre gedauert. Die Kosten sanken um 95 Prozent, und die Hälfte aller Routine-Sicherheitslücken schloss der Agent autonom.
Auch Vercel setzt auf die Technologie. Technikvorstand Malte Ubl erklärte, das Unternehmen nutze KI-Agenten vor allem für ungeliebte Routineaufgaben. Gleichzeitig positioniert sich Vercel als Infrastruktur-Anbieter für solche Systeme.
Industrie und Service profitieren
Die agentische KI bleibt nicht im Digitalen. Hitachi Vantara betreibt in Oklahoma eine Fabrik, die das Weltwirtschaftsforum als „Lighthouse Factory" auszeichnete. Der Grund: KI-Agenten reduzierten die Durchlaufzeit in der Fertigung um 84 Prozent.
Ob in der Softwareentwicklung oder der Fertigung – die neue EU-KI-Verordnung stellt klare Regeln für den Einsatz solcher Systeme auf. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden hilft Ihnen, Risikoklassen und Dokumentationspflichten rechtzeitig zu verstehen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Die präziseren Nachfrageprognosen steigerten die Genauigkeit um 19 Prozent. Der globale Lagerbestand halbierte sich. Und neue Mitarbeiter sind 80 Prozent schneller eingearbeitet.
Die Deutsche Telekom kündigte eine Partnerschaft zur Automatisierung von Kundenservice-Prozessen an. Interne Vorläuferprojekte sparen bereits zwei Millionen Euro pro Jahr.
In der Vermögensverwaltung entlasten KI-Agenten Berater bei administrativen Tätigkeiten. Laut Salesforce können 84 Prozent der Kundenbetreuer ihre Beratung besser an individuelle Bedürfnisse anpassen. Die endgültige Entscheidungshoheit bleibt beim Menschen – Human-in-the-Loop heißt das Prinzip.
Milliarden-Investitionen, große Lücken
Die finanziellen Erwartungen sind enorm. Eine Studie von SAP und Oxford Economics beziffert die durchschnittlichen KI-Investitionen deutscher Unternehmen auf 35 Millionen Euro. Der Return on Investment liegt bei 24 Prozent – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (17 Prozent).
Für agentische KI prognostizieren die Studienautoren innerhalb von zwei Jahren einen ROI von 18 Millionen Euro. Das wäre das Vierfache des aktuellen Niveaus.
Doch die Kehrseite: 90 Prozent der Unternehmen erkennen das Potenzial, aber nur 4 Prozent fühlen sich ausreichend vorbereitet. Die Governance hinkt hinterher.
Während die Investitionen in KI steigen, warnen Compliance-Experten vor den rechtlichen Risiken bei Missachtung der neuen EU-Vorgaben. Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Report mit allen relevanten Übergangsfristen und Pflichten für Ihr Unternehmen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern
57 Prozent der Unternehmen haben keine menschlichen Kontrollprozesse für KI-Entscheidungen. 33 Prozent fehlt es an spezifischen Zugriffskontrollen. Nur 11 Prozent besitzen ausreichende Steuerungsfähigkeiten für ihre KI-Systeme.
SAP-Experte Sean Kask bringt es auf den Punkt: Die Governance sei derzeit eine größere Herausforderung als die Messung des Nutzens. Plattformen wie Port versuchen die Lücke zu schließen – mit Builder-Tools, die agentische Workflows mit festen Governance-Rahmenwerken und menschlichen Freigabeprozessen verknüpfen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
