KI-Agenten: 83% nutzen sie, aber Sicherheitslücken bleiben riesig
25.06.2026 - 06:20:41 | boerse-global.de
Doch die Abhängigkeit von externen Technologiepartnern wird zum Risiko.
Laut einer Untersuchung von Veeam vom Juni 2026 haben bereits 60 Prozent der Unternehmen im Nahen Osten und Afrika Maßnahmen zur Datensouveränität vollständig umgesetzt. Gleichzeitig liegt die Abhängigkeit von Drittanbietern bei rund 38 Prozent. Das Problem: Banken müssen verhindern, dass sensible Kundendaten bei der Nutzung externer KI-Modelle abfließen.
Najla Ibrahim Al-Mutawa von der Qatar National Bank (QNB) betont: Vertrauen, Datenschutz und regulatorische Vorgaben sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren für KI-Anwendungen. Sami Mian von Blade Labs ergänzt, dass Banken proaktiv steuern müssen, welche Informationen eine KI überhaupt einsehen darf. Technische Lösungen wie „ZeroH Disclosure“ begrenzen den Datenfluss automatisch.
Vom Pilotprojekt zum Betriebsmodell
Branchenexperten wie Robert Bosch von BearingPoint fordern einen grundlegenden Wandel: KI dürfe nicht länger nur in isolierten Pilotprojekten stecken. Die Technologie müsse fest im Betriebsmodell der Banken verankert werden. Investitionen sollten strikt nach ihrem Beitrag zur Gewinn- und Verlustrechnung priorisiert werden.
Die Skalierung läuft bereits auf Hochtouren:
- Die UBS plant 700 weitere KI-Anwendungen zusätzlich zu den bestehenden 500 Systemen
- Santander erwartet von 2026 bis 2028 eine Wertschöpfung von über einer Milliarde Euro durch KI
- In der Finanzberatung nutzten 2024 erst sechs Prozent der Berater KI – heute investieren nahezu alle großen Maklerpools in automatisierte Systeme
Während Finanzinstitute die KI-Skalierung massiv vorantreiben, stellen neue Regularien wie der EU AI Act Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der Risikodokumentation. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, welche Pflichten und Fristen Sie jetzt bei der Implementierung von KI-Systemen beachten müssen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Sicherheitsrisiken bleiben groß
Trotz hoher Investitionen offenbaren Studien erhebliche Sicherheitslücken. Eine Erhebung von Box zeigt: 83 Prozent der Unternehmen setzen KI-Agenten ein, aber fast die Hälfte (49 Prozent) verzeichnete bereits einen KI-bezogenen Datenvorfall. Nur rund 36 Prozent haben ihre KI-Agenten ausschließlich an vertrauenswürdige interne Inhalte angebunden.
Besonders kritisch ist die Lage in Deutschland. Laut Veeam räumen 82 Prozent der Entscheider der Beschleunigung der KI-Entwicklung Vorrang vor strikten Datenkontrollen ein. Weltweit betrachten 40 Prozent der Führungskräfte KI-Daten als ihren größten „blinden Fleck“.
Eine Studie von Aithos aus dem Juni 2026 kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Kein gängiges KI-Modell – von OpenAI über Google bis Mistral – erreicht ein akzeptables Compliance-Niveau im Hinblick auf den EU AI Act oder die DSGVO.
Neue Sicherheitsarchitekturen gefragt
Die wachsende Angriffsfläche durch automatisierte Systeme zwingt Institute zu neuen Sicherheitsmodellen. Matthias Straub von NTT DATA fordert „Security by Design“ über den gesamten Lebenszyklus einer KI hinweg. Dazu gehört der Schutz vor Adversarial Attacks, Data Poisoning und algorithmischen Verzerrungen.
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Zero-Trust-Architekturen gewinnen daher an Bedeutung. Anbieter wie Zscaler haben ihre Frameworks im Juni 2026 erweitert, um das Management von Sicherheitsrichtlinien im KI-Kontext weitgehend zu automatisieren. Ziel ist eine dynamische Absicherung, die mit der Geschwindigkeit der KI-Entwicklung Schritt hält.
Im Bereich der islamischen Finanzfragen werden zudem spezifische KI-Assistenten unter menschlicher Aufsicht getestet. Sie sollen die Vereinbarkeit von technologischer Automatisierung und ethisch-religiösen Standards sicherstellen.
