Kettentrick, Schockanrufe

Kettentrick und Schockanrufe: Trickdiebe erbeuten Millionen bundesweit

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 11:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bundesweit häufen sich Trickdiebstähle mit hohen Schäden. Die Polizei warnt vor Kettentrick, Schockanrufen und neuer Phishing-Welle.

Trickdiebstähle in Deutschland: Kriminelle Methoden und Präventionstipps
Kettentrick - Nahaufnahme einer Hand, die heimlich eine wertvolle Halskette in eine Tasche gleiten lässt, während eine andere Hand mit einem gefälschten Schmuckstück ablenkt. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Täter erbeuten vor allem hochwertigen Schmuck und Bargeld – oft im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Ihre Methoden reichen von klassischen Ablenkungsmanövern über Schockanrufe bis hin zu digitalem Betrug.

Der Kettentrick: Wenn Hilfe teuer wird

In Koblenz warnt die Polizei aktuell vor dem sogenannten Kettentrick. Die Täter sprechen gezielt ältere Menschen an und bitten um Hilfe. Als vermeintlichen Dank legen sie den Opfern wertlosen Modeschmuck an – und entwenden im selben Moment unbemerkt die echten Goldketten.

Anfang Juli traf es einen 91-Jährigen in Braunschweig. Zwei Unbekannte sprachen ihn auf seinem Grundstück an. Während des Gesprächs drang einer der Täter in sein Haus ein und stahl Schmuck im Wert von über 10.000 Euro. Die Polizei beschreibt die Verdächtigen als etwa 20 und 40 Jahre alt, gekleidet in weißen Hemden.

In Rheda-Wiedenbrück war die Masche noch dreister: Dort rissen Täter einem Passanten auf offener Straße die Halskette vom Körper.

Schockanrufe: Falsche Polizisten, hohe Verluste

Besonders dreist gingen Betrüger im Raum Frankfurt am Main vor. Zwei Seniorinnen wurden Opfer falscher Polizisten. Eine 77-Jährige übergab eine hohe fünfstellige Summe auf einem Parkplatz. Eine 82-Jährige händigte Wertsachen aus einem Bankschließfach aus. Der Gesamtschaden liegt im unteren sechsstelligen Bereich.

In Attendorn traf es ein Ehepaar über 80 Jahre. Die Täter suggerierten den Senioren, ihre Tochter habe einen tödlichen Unfall verursacht und müsse eine Kaution hinterlegen. Das Paar übergab Bargeld, Gold und Schmuck von hohem Wert an einen unbekannten Abholer.

Die polizeiliche Kriminalprävention rät: Sofort auflegen und die echte Polizei unter 110 verständigen.

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Phishing-Welle bei Online-Verkäufen

Neben den klassischen Diebstählen beobachten die Behörden in Niedersachsen eine neue Phishing-Welle. Täter verschicken gefälschte Zahlungsbestätigungen und manipulierte Links. Ziel: unbefugte Überweisungen auslösen.

AirTags als Ermittlungshilfe

Doch es gibt auch Erfolge. In Braunschweig und Salzgitter konnten drei mutmaßliche Fahrraddiebe gestellt werden. Die Geschädigten hatten ihre Räder mit AirTag-Sendern geortet. Die Polizei nutzte die Standortdaten, nahm die Tatverdächtigen auf einem Hinterhof und vor einem Einkaufsmarkt fest.

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Die Ermittlungsbehörden raten zur Vorsicht gegenüber Fremden. Bei unangekündigten Besuchen von angeblichen Amtsträgern oder Dienstleistern: Rücksprache mit der jeweiligen Institution halten.

Ende Juni wurde eine Seniorin in Wilhelmshaven Opfer von angeblichen Wunderheilerinnen. Sie tauschten Bargeld gegen wertloses Papier. Ein Beleg dafür, dass soziale Manipulation weiterhin erfolgreich ist.

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